26. Januar 2019, 06:00 Uhr

Feuerwehr-Zukunft

Wetterauer Feuerwehren im Zukunfts-Check

Wie sieht es um den Nachwuchs bei den Wetterauer Feuerwehren aus? Wie viele Einsätze haben die Kameraden pro Jahr? Welche Probleme gibt es. Das und mehr wird in einem Plan dargestellt.
26. Januar 2019, 06:00 Uhr
Wie sind die Feuerwehren im Wetteraukreis aufgestellt? Welche Herausforderungen und Probleme gibt es? Welche Gefahren etwa durch Unwetter oder Personalmangel drohen? All das ist im Bedarfs- und Entwicklungsplan enthalten. (Archivfoto: pm)

Einen Bedarfs- und Entwicklungsplan für den Brandschutz, den Katastrophenschutz und die Allgemeine Hilfe des Wetteraukreises hat Kreisbrandinspektor Lars Henrich jetzt vorgelegt. Nachdem der Kreisausschuss dem mehr als 70 Seiten umfassenden Papier zugestimmt hat, wird sich der Kreistag in seiner kommenden Sitzung am 20. Februar damit beschäftigen.

»Durch die Aufgabenteilung im Bereich des Brandschutzes, des Katastrophenschutzes und der Allgemeinen Hilfe zwischen den Kommunen, den Landkreisen und dem Land Hessen werden vom Land immer mehr Aufgaben auch in den Verantwortungs- und Zuständigkeitsbereich der Landkreise übergeben«, heißt es in einer Pressemitteilung des Wetteraukreises.

Landrat und Brandschutzdezernent Jan Weckler nennt beispielhaft die zusätzliche Ausbildung ehrenamtlicher Einsatzkräfte, aber auch Planungsaufgaben, etwa beim Katastrophenschutz – wie die Vorgabe des Landes, Notunterkünfte für mindestens 1000 Menschen für Katastrophenfälle bereitzuhalten.

 

Gefahr durch Unwetter

 

Das umfangreiche Papier erfasst nicht nur statistische Daten, sondern auch ganz spezielle, etwa zur Seismologie. Hier kann laut Kreisverwaltung Entwarnung gegeben werden: Der Großteil der Wetterau werde zur Erdbebenzone null, Rosbach, Niddatal, Karben, Wöllstadt und Bad Vilbel zur Erdbebenzone eins gerechnet. Bei beiden Zonen würden als Wirkung maximal leichte Gebäudeschäden, zum Beispiel Risse im Putz, vor allem bei Gebäuden im schlechten Bauzustand, erwartet. Anders sehe es beim Wetter aus. Hier könne auch mit schnellen und extremen Unwetterlagen (Hochwasserschäden, Sturmschäden) gerechnet werden. Außerdem werden die Themen Energieversorgung, Wasserver- und -entsorgung betrachtet und schließlich ein umfassendes Bild auf die Einsatzstatistik der 139 Freiwilligen Feuerwehren in der Wetterau geworfen.

Die Zahl der Brand- und Hilfeleistungseinsätze liegt bei rund 2200 im Jahr. Hinzukommen Brandsicherheitswachen und der große Bereich der vorbeugenden Gefahrenabwehr in Form von Gefahrverhütungsschauen.

 

Jan Weckler (l.) und Lars Henrich mit dem Bedarfs- und Entwicklungsplan, der neben Angaben zu Einsatzkräften und Einsätzen beispielsweise auch die Themen Erdbebengefahr und Unwetter enthält. 	(Foto: prw)
Jan Weckler (l.) und Lars Henrich mit dem Bedarfs- und Entwicklungsplan, der neben Angaben...

 

Wesentlich für die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehren, dem Rückgrat der Brandbekämpfung in der Wetterau, ist eine ausreichend hohe Zahl an freiwilligen Feuerwehrmännern und -frauen. Allerdings ist die personelle Entwicklung in den Einsatzabteilungen seit 2013 leicht rückläufig. Das Durchschnittsalter aller Mitglieder der Einsatzabteilungen beträgt 34,7 Jahre. In einigen Wehren sind es im Schnitt aber schon über 40 Jahre. »Die Einsatzabteilungen müssen durch Neuaufnahmen verjüngt werden, damit es nicht in einigen Jahren zu erheblichen Personalproblemen kommt, weil überdurchschnittlich viele Feuerwehrangehörige gleichzeitig aus dem Dienst ausscheiden«, mahnt Kreisbrandinspektor Henrich.

Die Einsatzabteilungen müssen durch Neuaufnahmen verjüngt werden, damit es nicht in einigen Jahren zu erheblichen Personalproblemen kommt

Kreisbrandinspektor Lars Henrich

Sorgen bereiten ihm auch die Mitgliederzahlen in den Jugendfeuerwehren. Die sind ebenfalls seit 2013 rückläufig. 1457 Jungen und Mädchen im Alter von zehn bis 17 Jahren sind derzeit in den Freiwilligen Feuerwehren aktiv. Erfreulich sei hingegen die Zahl der Kinder zwischen sechs und zehn, die in den Kindergruppen der Feuerwehren aktiv seien. Ihre Zahl sei in den letzten Jahren kontinuierlich von 615 im Jahre 2013 auf 810 Jungen und Mädchen im Jahre 2017 gestiegen.

Den Bestand der Feuerwehrfahrzeuge hält Henrich für ausreichend. Derzeit gibt es knapp 500 Feuerwehrfahrzeuge, vor allem Einsatz-, Leit- und Mannschaftstransportfahrzeuge sowie Löschgruppen- und Tragkraftspritzenfahrzeuge.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Feuerwehren
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Jan Weckler
  • Lars Henrich
  • Personalprobleme
  • Wetteraukreis
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 10 x 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.