22. März 2017, 16:00 Uhr

Stadtentwicklung

Weiterer Weg ins Weckesheimer Baugebiet geplant

Grünes Licht für das geplant Neubaugebiet in Weckesheim: Die Stadtverordneten sahen nach der Abwägung der Stellungnahmen nur in zwei Punkten Korrekturbedarf.
22. März 2017, 16:00 Uhr

Von Oliver Potengowski , 1 Kommentar
In Weckesheim sollen ein Wohngebiet mit 45 Bauplätzen und ein Mischgebiet mit Platz für die Behindertenhilfe, die Sozialstation und ein Seniorenwohnheim entstehen. (Archivfoto: nic)

Eine zweite Zufahrt soll schon im ersten Bauabschnitt geplant werden. Außerdem soll eine bessere Lösung für ein Regenwasserrückhaltebecken angestrebt werden.

Erich Sehrt fasste die Bedeutung des Projekts für die CDU zusammen. Es sei das letzte große Baugebiet, das im regionalen Flächennutzungsplan 2010 ausgewiesen worden sei. Das Wohngebiet mit 45 Bauplätzen und das Mischgebiet mit Platz für die Behindertenhilfe, die Sozialstation und ein Seniorenwohnheim im ersten Bauabschnitt würden durch die modernste Internetversorgung eine besondere Attraktivität entwickeln, so Sehrt.

Das Projekt werde die Einnahmen an Gewerbe- und Einkommenssteuer vergrößern und damit die Zukunft der Stadt sichern helfen. Handwerksbetriebe würden von Aufträgen im Baugebiet, aber auch das Gewerbe insgesamt von einer steigenden Kaufkraft profitieren. Damit steige die Anziehungskraft für eine gewerbliche Infrastruktur.


Gute Infrastruktur

Dazu komme eine gute soziale Infrastruktur. Durch den neu ausgebauten Haltepunkt der Bahn sei eine gute Anbindung ans Rhein-Main-Gebiet gegeben. »Vielleicht erleben wir noch eine S-Bahn von Nidda über Friedberg nach Frankfurt«, orakelte Sehrt. Das Projekt stelle »die bedeutendste Weiterentwicklung unserer Gesamtstadt seit ihrer Gründung im Jahre 1972 dar«.

SPD-Fraktionsvorsitzender Rainer Schauermann scherzte über so viel Lobrede: »Wir sind gerade erst in der Verabschiedung der Vorentwicklung. Was sollen wir erst sagen, wenn es an die Umsetzung geht?« Trotzdem stehen auch die SPD- und die FWG-Fraktion, wie die weiteren Abstimmungen zeigten, geschlossen hinter dem neuen Baugebiet.


Wohin mit dem Rückhaltebecken?

Lediglich in zwei Fragen gibt es unterschiedliche Auffassungen zwischen der von Bürgermeister Bertin Bischofsberger geführten Stadtverwaltung und den Stadtverordneten. Die SPD hatte dabei vor allem die Lage des Rückhaltebeckens im Blick. »Wir leiten das Wasser weg von der Stelle, wo es hin soll, und höher ins Gelände«, kritisierte Eckhard Fritsch. Dadurch verliere auch das tiefer liegende Gelände nördlich des Rückhaltebeckens an Wert.

Holger Strebert stellte die Funktionalität eines höher als das umgebende Gelände liegenden Rückhaltebeckens infrage. »Bekanntlich fließt Wasser abwärts.«

Bischofsberger sicherte zu, dass das Rückhaltebecken am jetzt geplanten Standort dennoch funktioniere. »Es war eigentlich geplant, das Becken nördlich davon anzulegen«, räumte er ein. Doch habe der Eigentümer des betreffenden Grundstücks nicht verkaufen wollen. Alle Stadtverordneten stimmten dafür, nochmals mit dem Eigentümer zu verhandeln und das Becken am günstigsten Punkt anzulegen. Nur wenn keine Einigung zu erreichen sei, solle das Becken nach der jetzigen Planung gebaut werden.


Zweite Zufahrt gegen Rückstau

Den zweiten Punkt sprach Hans Günter Scholz (FW) an. Mehrere Behörden, unter anderem das Polizeipräsidium Mittelhessen, hatten in ihren Stellungnahmen angeregt, eine zweite Zufahrt zu dem Baugebiet zu planen. Vor allem wenn der Bahnübergang geschlossen sei, könne es zu einem Rückstau auf der L 3186 kommen.

Bischofsberger sicherte zu, dass diese zusätzliche Erschließung mit dem zweiten Bauabschnitt kommen werde. »Ansonsten würden wir für den weiteren Bauabschnitt keine Genehmigung bekommen.« Scholz verwies darauf, dass man sich einig gewesen sei, die zweite Erschließung sofort mitzuplanen und nicht erst im zweiten Bauabschnitt. Entsprechend schlug er vor, einer solchen Anregung des Polizeipräsidiums zu folgen. Dem schlossen sich alle anderen Stadtverordneten an.

Einwänden der Anwohner des bestehenden Wohngebiets, die eine zusätzliche Lärmbelastung erwarten, wurde hingegen nicht gefolgt. An sie erging der Hinweis, dass die Einwände teilweise bei den weiteren Planungen berücksichtigt werden könnten.

Weil nicht sicher ist, ob eine eventuell veränderte Lage des Regenwasserrückhaltebeckens die Rechtswirksamkeit des Beschlusses zur Aufstellung des B-Plans gefährdet, verschoben die Stadtverordneten die Beschlüsse für die Offenlegung auf die nächste Sitzung.

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