13. November 2018, 20:47 Uhr

Weckler: Holocaust nicht verharmlosen

13. November 2018, 20:47 Uhr

In deutlichen Worten hat sich Landrat Jan Weckler (CDU) anlässlich des 80. Jahrestags der Reichspogromnacht gegen die Verwahrlosung der Sprache gewandt. »Die zwölfjährige Diktatur des Nationalsozialismus mit dem Holocaust als ›Vogelschiss in der deutschen Geschichte‹ zu bezeichnen, ist unerträglich und darf nicht widerspruchslos hingenommen werden«, sagte Weckler bei einer Gedenkstunde am Freitag in Büdingen über den Ausspruch des AfD-Vorsitzenden Alexander Gauland, für den dieser juristisch nicht belangt wird.

Laut Weckler hat man in Europa die Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg gezogen, indem man an einem gemeinsamen europäischen Haus arbeitet. »Offenbar hat die Unkenntnis des Krieges und all seiner Schrecken viele Menschen wieder empfänglich gemacht für radikale Parolen. Gerade deshalb ist es so wichtig aufzuklären.«

Vor der gemeinsamen Gedenkveranstaltung im Heuson Museum hatte der Büdinger Geschichtsverein einen Rundgang zu den Stolpersteinen organisiert, die an die ermordeten und vertriebenen jüdischen Mitbürger in Büdingen erinnern. Erste Stadträtin Henrike Stauch verlas dabei Berichte aus Gerichtsakten der Nachkriegszeit in denen die Geschehnisse des 9. November 1938 in Büdingen juristisch aufgearbeitet wurden.

Geschichtsvereinsvorsitzender Joachim Cott sprach über Stolpersteine als Element unserer Erinnerungskultur. »Jeder Stolperstein ist ein Mahnmal für uns. Mit den Stolpersteinen holt sich Büdingen seine Geschichte zurück«, sagte Cott und zitierte aus dem Talmud: »Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.«

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