03. Dezember 2018, 20:23 Uhr

Von stiller Nacht keine Spur

03. Dezember 2018, 20:23 Uhr
Michael Trischan hat humoristische Texte ausgewählt, die einen Blick hinter das Familienfest der Liebe gewähren. (Foto: Storck)

Auf Einladung des VdK Bingenheim stimmte Schauspieler Michael Trischan am Freitagabend in der Horlofftalhalle auf Weihnachten ein. Trischan, der schon in zahlreichen Fernsehserien zu sehen war, gastierte als Rezitator von Stücken verschiedenster Autoren. Der in Bauernheim aufgewachsene Künstler freute sich über das »Heimspiel in der goldenen Wetterau«. Für ihn war es zudem eine Premiere: Erklang bei seinem Programm bislang Musik vom Flügel zwischen den Vorträgen, so steuerte diesmal Johannes Dau passende Klänge von Klarinette und Saxofon bei.

Trischan ging nach der Begrüßung der gut 100 Gäste durch den VdK-Vorsitzenden Lothar Appel auf das baldige Fest ein und nannte seine Vorträge: »Bald ist schon wieder O-Stern!«. Mit diesem Titel unterstrich er den schnellen Lauf des Jahres und untermauerte diese These humoristisch unter anderem mit Werken von Hans-Dieter Hüsch.

Zielen auf die Christbaumkugeln

Weihnachtszeit soll bekanntlich jene Zeit sein, an der man an andere denkt. Trischan rezitierte aus den Werken der verschiedensten Schriftsteller, die das Fest der Ruhe und Verständigung aus einer anderen Warte sahen. Den Zuhörern wurde dabei auch der Spiegel ihrer eigenen Erlebnisse vor Augen gehalten. Denn Weihnachten verläuft nicht nur harmonisch. Wohl bei den wenigsten folgt das Fest der Liebe einem andächtigen Ablauf inklusive des Singens von »Stille Nacht« und den obligatorischen Würstchen mit Kartoffelsalat an Heiligabend.

So ging Trischan auf das Herbeischaffen des Baums und dessen Aufstellen ein, was den Zeitplan meist schon früh über den Haufen wirft. Schwer tat sich Papa zudem bei der Auswahl des Behängungsmaterials wie Kugeln und Kerzen, Lametta sowie Nüssen und Süßigkeiten, die den nicht immer gut gewachsenen Christbaum zu einem Knusperhäuschen umfunktionierten. Und dann stellte sich die Frage nach der Bescherung: Wie kann der Junge sein unter dem Baum gefundenes Luftgewehr testen? Die Wirkung an Tür oder Wand erwies sich nicht als befriedigend. Aber da gab es doch noch die schönen großen Kugeln am Baum. Dass der Junge am Tag der Friedfertigkeit von Papa keine Prügel bezog, war nur auf das energische Eingreifen von Mama zurückzuführen. Solche Anekdoten kamen bei den Zuhörern bestens an, die lachend applaudierten.

Mit Gips aus dem Urlaub zurück

Auch Ferientouren über das Fest beleuchtete Trischan. Skifahren werde heute oft gewählt – mit der Folge eines eingegipsten Körperglieds. Sechs bis acht Wochen sei man durch diese weihnachtliche Nachlese gehemmt. Schon ist Frühling und bald Ostern, was wieder zum Titel des Abends führte.

Doch noch hatte Trischan sich nicht von Weihnachten verabschiedet. Da gab es vieles zu beleuchten wie das Familientreffen mit der abendlichen Diskussion, welche Reihenfolge von Essen, Singen und Bescherung sinnvoll sei. Und dann wäre da noch das Herausputzen des Hauses mit Lichterketten, Nikoläusen und sonstigem Schnickschnack. Das widerspreche sicher dem Grundgedanken der damaligen Ereignisse in Bethlehem.

Trischan spannte auch den Bogen zu heute: Die Weisen aus dem Morgenland seien illegale Einwanderer mit verdächtigen Drogen. Josef, im mittleren Alter, die nicht volljährige Mutter Maria und der Säugling im Trog, das sei ein Fall für das Sozialamt. Der sich selbst als Erzengel bezeichnende große Mann in weißem Mantel ein Fall für die Drogenfahndung. Und jene Personen mit den Hirtenstäben? Fälle für die Psychiatrie.

Mit weiteren Episoden rund um die Tage der äußeren und inneren Ruhe begeisterte Trischan seine Zuhörer in der Horlofftalhalle und wünschte abschließend von Herzen: »frohe und erholsame Weihnachten!«

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