Streit um Pferdehaltung

Truckerin macht Kaufangebot für Pony »Lord«

Seit Jahren kümmert sich Annette Ullrich um das Pony »Lord«, das einsam auf einer Koppel in Rödgen steht. Sie würde das Tier gerne kaufen, um es artgerecht zu halten. Doch die Eigentümerin lehnt ab.
12. März 2018, 11:00 Uhr

Von Bernd Klühs , 1 Kommentar
Pony »Lord« hat viele Freunde. Eine Truckerin aus Pforzheim würde das Pferd am liebsten kaufen. (Foto: nic)

In Rödgen gibt es viele Tierfreunde, denen die Pferdehaltung von Hermine Schank (Name geändert) ein Dorn im Auge ist (WZ vom 6. März). Zu den Kritikern gehört auch die Truckerin Annette Ullrich aus Pforzheim. Sie kam vor etwa zwei Jahren zufällig im Dorf vorbei und verliebte sich sofort in das Pony »Lord«, das einsam auf einer Koppel neben der Brückenstraße steht. Nach dem Presseartikel wiederholt sie ihr Angebot an die Eigentümerin, das kleine Pferd zu kaufen, um es in Zukunft artgerecht zu halten.

Pferde sind Herdentiere, die kann man doch nicht allein auf einer Koppel halten

Annette Ullrich

Annette Ullrich ist als Lkw-Fahrerin in ganz Europa unterwegs, steht ihre Frau in einem von »harten« Männern dominierten Beruf. Deshalb haben bereits zwei private Fernsehsender über die Pforzheimerin berichtet. Wenn es um Pferde geht, kommt allerdings die weiche Seite der Truckerin zum Vorschein. »Seit meinem siebten Lebensjahr habe ich mit Pferden zu tun. Ob eine Haltung artgerecht ist oder nicht, kann ich durchaus beurteilen«, sagt die selbstbewusste Frau. Als sie vor gut zwei Jahren in Ockstadt Freunde besuchte, fiel ihr das Pony von Hermine Schank bei einer Autofahrt durch Rödgen sofort auf. »Pferde sind Herdentiere, die kann man doch nicht allein auf einer Koppel halten.« Die Weide sei schlammig und rutschig gewesen, sie habe dem Tier erst einmal Futter gebracht. Bei einem anderen Besuch habe verschimmeltes Heu im Unterstand gelegen. Weil sich einige Leute um das Tier kümmerten, stehe es trotzdem gut im Futter.

Seit der ersten Begegnung kümmert sich Annette Ullrich um »Lord«, wobei sie selbst nur selten vorbeischauen kann. Sie bekommt Unterstützung von zwei weiblichen Jugendlichen aus Bad Nauheim, von den Nachbarn der Weide und von einem Landwirt aus Reichelsheim.

 

Hoffen auf Umdenken

»Ich habe mehrfach mit der Halterin gesprochen – vergeblich«, erzählt die Lkw-Fahrerin. Angebote, Tierarzt- und Hufschmied-Besuch zu bezahlen, habe Frau Schank ebenso abgelehnt wie eine Kaufofferte. Die Pforzheimerin wäre bereit, zwischen 300 und 500 Euro für das 23 Jahre alte Pferd zu bezahlen. Sie würde es entweder bei dem Landwirt in Reichelsheim unterbringen, der mehrere Pferde hat, oder in einem Ponystall. Vor allem Variante zwei wäre laut Annette Ullrich ideal, weil es dort eine Hengst-Herde gibt, in die sich »Lord« einreihen könnte.

Trotz aller Absagen hofft die Truckerin weiter auf ein Umdenken von Hermine Schank. Oder auf ein Eingreifen des Veterinäramts. Die Behörde hat zwar bei der Haltung von »Lord« und anderer Pferde von Hermine Schank Verstöße gegen das Tierschutzgesetz ausgemacht, für ein Verbot, Pferde zu halten, reiche das aber nicht aus.

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