Taunuskrimi

Taunuskrimi im ZDF: Rosbach ermittelt mit

Mit Spannung hatte man in Rosbach auf die Ausstrahlung des ZDF-Taunuskrimis »Im Wald« von Nele Neuhaus gewartet, war doch ein Teil der Szenen hier gedreht worden. Beim »Public Viewing« gab's manchen »Aha«-Effekt.
04. Januar 2018, 12:59 Uhr
Liebstes Motiv der Kamera war das Alte Rathaus und der Röhrenbrunnen. (Foto: lh)

Für den neuesten Taunuskrimi – übrigens der achte seiner Art – war aus Rosbach kurzerhand »Waldhain« geworden, im Film der Heimatort von Hauptkommissar Oliver von Bodenstein, dem Ermittler in einer kaum enden wollenden Mordserie ebendort.

Der örtliche Gewerbeverein und der Magistrat der Stadt hatten zum »Public Viewing« ins Alte Rathaus eingeladen, jenem Ort, wo sich das Filmteam zu den Dreharbeiten eingefunden hatte. Hatten am ersten Fernsehabend noch knapp 30 Zuschauer den Weg dorthin gefunden, so waren am Mittwoch zum zweiten Teil nur rund ein Dutzend gekommen.

»Aha«-Effekt: Vor diesem Fenster gab’s die Auflösung des Falls.
»Aha«-Effekt: Vor diesem Fenster gab’s die Auflösung des Falls.

Das mag zum Teil dem ungemütlichen Wetter geschuldet sein, aber es gab noch weitere Gründe dafür, dass so viele Plätze leer blieben: »Mir war der gestrige Teil zu verworren«, meinte eine Zuschauerin. Etliche Szenen seien viel zu lang gewesen, und von Rosbach habe man nur wenig gesehen. »Da kann ich gut verstehen, dass heute so wenige gekommen sind.« Von den zwei oder drei Rosbacher Statisten, die im Film mitgespielt hatten, habe sie keinen wiedererkannt. »Einer von ihnen saß heute im Publikum, aber der ist gleich nach Filmende gegangen«, wusste sie.

Organisatorin und Gewerbevereinsvorsitzende Monika Trütschel vermisste, dass Rosbach bei den Luftaufnahmen so gut wie gar nicht vorgekommen war. »Meist hatte man das Alte Rathaus oder den historischen Röhrenbrunnen als Motiv gewählt, was ja auch nicht so verkehrt ist«, meinte sie. Ober-Rosbach habe einen wunderschönen Ortskern, der durch den Film vielleicht auch wieder mehr Beachtung fände. Letzteres wünschten sich auch ihre Platznachbarn.

Rege Debatte nach Filmende: »Hier sind heute weniger Leute gekommen, als Tote im Film waren.«
Rege Debatte nach Filmende: »Hier sind heute weniger Leute gekommen, als Tote im Film ware...

Das Rathaus und die Kirchenmauer, das Haus von Team-Sport Dittrich (im Film eine Bäckerei) oder das Trauzimmer wurden trotz der teils nur kurzen Einblenden sofort identifiziert, und der Röhrenbrunnen löste immer wieder ein leises »Aha« aus. »Die Leute vom Bauhof hatten extra eine Fernbedienung zum Ein- und Ausschalten installiert, weil das Wasser mal laufen und mal nicht laufen sollte«, berichtete Marion Hallwirth von der Stadtverwaltung. Bei der Pressekonferenz im Fernsehfilm, bei der die Aufklärung der Mordfälle bekanntgegeben wurde, schauten sich einige Zuschauer grinsend an. »Die Schauspieler sitzen vor genau dem gleichen Fenster, wo wir jetzt sitzen«, stellte einer fest.

Er gehörte zu jener Hälfte der Anwesenden, für die ein Krimi-Abend eine willkommene Freizeitgestaltung ist. Die anderen waren nur gekommen, weil Rosbach als ZDF-Drehort ausgewählt worden war. »Vor allem in der letzten halben Stunde war viel von Rosbach zu sehen«, war man sich einig. Magistratsmitglied Norbert Schön meinte: »Vielleicht hat der Film unseren sehenswerten historischen Ortskern ja ein bisschen aufgewertet.«

Info

Quotenbringer

(dpa). Was die Quote anging, war der ZDF-«Taunuskrimi« nicht zu schlagen. Den ersten Teil hatten am Dienstag schon 6,98 Millionen Menschen eingeschaltet. Der Abstand zur Konkurrenz war am zweiten Abend sogar noch größer: Im Schnitt 7,46 Millionen Zuschauer verfolgten ab 20.15 Uhr »Im Wald (2) – Ein Taunuskrimi« mit Tim Bergmann und Felicitas Woll als Ermittlerteam, der auf dem gleichnamigen Bestseller von Nele Neuhaus basierte. Die Konkurrenz zur besten Sendezeit erschien nicht einfach: Bei RTL startete zeitgleich die 15. Staffel von »Deutschland sucht den Superstar«. Die Castingshow interessierte 4,26 Millionen Zuschauer. Platz drei zur besten Sendezeit ging an den ARD-Film »Zur Hölle mit den anderen«, den 3,43 Millionen sahen. Im Schnitt liegt das ZDF in den ersten drei Tagen 2018 unter den deutschen Fernsehsendern mit einem Marktanteil von 15,6 Prozent klar auf Platz eins. Es folgt das Erste mit 10,6 Prozent vor dem privaten Marktführer RTL mit 8,3 Prozent.

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