19. April 2018, 14:45 Uhr

Baugebinn

Straßen für 4 Millionen Euro

In Reichelsheim stehen die Zeichen auf Erneuerung. Mehrere Straßen werden saniert oder gebaut. Bürgermeister Bertin Bischofsberger spricht vom größten Bauprogramm der Stadtgeschichte.
19. April 2018, 14:45 Uhr
Blick auf das frühere Raiffeisengelände: Die alte Ladestraße vom Bahnhof entlang des Netto-Marktes bis zur Bad Nauheimer Straße soll durchgebaut, die Bushaltestelle von der Bank an den Bahnhof verlegt werden. Ein Investor hat zudem Interesse an den Grundstücken angemeldet, stellt sich einen Mix aus Gewerbe und Wohnen vor. Auch ein Ärztehaus könnte hier entstehen. (Fotos: Kaufmann)

Ein Ärztehaus mitten in Reichelsheim neben dem Netto? Daneben eine Eisdiele mit Wohnungen darüber? Vielleicht noch eine Apotheke nebenan? Laut einem Investor durchaus vorstellbar, berichtet Bürgermeister Bertin Bischofsberger (CDU). Aktuell führe die Stadt entsprechende Gespräche, fest stehe allerdings noch nichts.

Was allerdings feststeht: Die Stadt baut und saniert in großem Umfang Straßen. Die Raiffeisenstraße – die Verlängerung der Bahnstraße – im Zentrum der Kernstadt soll Anfang Juni fertiggestellt sein. Sie wird an die Bad Nauheimer Straße angeschlossen und von beiden Seiten aus befahrbar sein. Auch die Busse sollen künftig nicht mehr an der Bank, sondern direkt am Bahnhof halten.

»Wie konnten die Straße nicht früher machen, weil wir ein Grundstück auf dem Gelände nicht hatten«, berichtet Bischofsberger. Eine Erbengemeinschaft wollte lange Zeit nicht verkaufen. Inzwischen gehört das Areal komplett der Stadt.

 

Preise verändern sich stark

 

Im Anschluss an den Bau der Raiffeisenstraße soll die Sudetenstraße saniert werden. Der Kanal wird erneuert, Wasserleitungen und Hausanschlüsse möglicherweise auch. Beides müsse überprüft werden, sagt der Rathauschef. Auch der Bürgersteig werde neugemacht. Beginn der Arbeiten soll nach der Sommerpause sein. Mitte Mai werde zudem die Sanierung der Langeweidstraße in Dorn-Assenheim abgeschlossen sein. Sie wird ebenfalls grundhaft erneuert. Zudem beginnen aktuell die Arbeiten an der Infrastruktur im Neubaugebiet von Weckesheim. Kanäle werden verlegt, Straßen aus dem Boden gestampft. »Es gab noch nie so viel Straßenbau in Reichelsheim wie derzeit«, sagt Bischofsberger.

Die Maßnahmen hätten ein Volumen von insgesamt 4 Millionen Euro. Wie viel Sanierung und Bau einzelner Straßen jeweils die Stadt und die Anlieger kosten wird, möchte der Bürgermeister nicht sagen. »Ich möchte nicht für Irritationen sorgen« begründet er. Das Aufdröseln der Kosten sei schwierig. »Verschiedene Maßnahmen laufen nicht über uns, sondern über die Hessische Landgesellschaft.« Nicht immer würden Anlieger belastet, etwa in der Raiffeisenstraße, wo es solche schlichtweg nicht gibt. Hinsichtlich der Sanierung der Langeweidstraße würden 50 Prozent der Kosten von der Stadt getragen, 20 Prozent trage der Kreis, den Rest die Anlieger.

 

Ratenzahlung möglich

 

In Reichelsheim gelten einfache Straßenbeiträge. Das heißt, Anlieger zahlen einmalig dann, wenn die Straße vor ihrer Haustür saniert wird. Protest wie in anderen Kommunen, wo Bürger sich für die Einführung wiederkehrender Straßenbeiträge stark machen, gebe es nicht. »Die Anlieger werden mindestens ein Jahr vorher über die Sanierung unterrichtet, sie erfahren, was gemacht wird.« Kosten konkret vorher zu sagen, sei nicht leicht. »Die Preise im Straßenbau verändern sich erheblich.« Zumal von der Vorstellung bis zur Umsetzung einer Maßnahme zwei Jahre ins Land gehen könnten. Damit die Anlieger etwas besser planen können, werde ihnen eine Preisspanne genannt. Die Stadt versuche zudem, die Zahlung sozial verträglich zu gestalten, es gebe die Möglichkeit der Ratenzahlung und der Stundung.

Infobox

Jedes Jahr Sanierung vorgesehen

Vor einigen Jahren haben Reichelsheims Kommunalpolitiker einen Grundsatzbeschluss gefasst: »Die Stadt stellt jährlich 200 000 Euro in den Haushalt ein, um die grundhafte Sanierung der Straßen abzuarbeiten und einen Sanierungsstau aufzuheben«, sagt Bürgermeister Bertin Bischofsberger. Mit Mitgliedern des Bauausschusses seien damals sämtliche sanierungsbedürftige Straßen im Stadtgebiet begutachtet und im Anschluss eine Prioritätenliste erstellt worden. Diese Liste werde nun nach und nach abgearbeitet. Wird einmal nicht saniert, werde das Geld in den Folgehaushalt übertragen. (lk)

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