20. November 2018, 20:12 Uhr

Sprachenvielfalt im Pitzer-Zentrum

20. November 2018, 20:12 Uhr
Aus vielen Ländern dieser Erde stammt der Lesestoff, den die Vorleser – hier mit Bürgermeister Klaus Kreß (l.) – in der Pitzer-Begegnungsstätte zu Gehör bringen. (Fotos: cor)

Hessenweit engagieren sich gut 1000 aktive Leselernhelfer, etwa 1400 Kinder kommen so in den Genuss einer individuellen Leseförderung. Zehn dieser Helfer haben sich in Bad Nauheim zum Mentor ausbilden lassen und wurden am Samstag beim Internationalen Lesecafé des Freiwilligenzentrums (FWZ) mit einer Teilnehmerurkunde geehrt. Gewürdigt wurden auch Vorlesepaten und Lesescouts. Dazu ging es zum bundesweiten Vorlesetag in Geschichten einmal um die ganze Welt.

Die Fähigkeit zu lesen, beginnt mit dem Vorlesen in der Kindheit. Das FWZ Bad Nauheim hat es sich zum Ziel gesetzt, die Sprach- und Lesekompetenz von Kindern zu fördern. Ehrenamtliche Lesepaten wecken bei Kindern die Neugierde auf Texte und stellen somit zugleich wichtige Weichen, die für die Entwicklung des Kindes von zentraler Bedeutung sind, wie die Vorsitzende des FWZ, Ingrid Schmidt-Schwabe, den Anwesenden in der Pitzer-Begegnungsstätte erklärte. Auch die Leselernhelfer haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Horizont der Kinder zu erweitern. Mit Unterstützung des Vereins Mentor Hessen haben sich zehn Bürger der Kurstadt ausbilden lassen, um Sprach-, Lese- und Schreibkompetenzen von Kindern individuell zu fördern.

Der Landesvorsitzende von Mentor Hessen, Georg Kowalski, erläuterte das Konzept des Vereins. Demnach besuchen Mentorinnen und Mentoren die Kinder regelmäßig zu Lesestunden in der Schule. Wichtig dabei sei Kontinuität und Ausdauer sowie Verständnis für die Kinder. Dem FWZ überreichte Kowalski eine Kiste prall gefüllt mit neuem Lesematerial. Auch die jungen Lesescouts der Wettertalschule sind bereits erfolgreich am Start. Als Dankeschön erhielt der engagierte Nachwuchs Buchpräsente. Bürgermeister Klaus Kreß und Stadtverordnetenvorsteher Gerhard Hahn betonten in ihren Grußworten, dass es wichtig sei, Kinder früh zu fördern, um Lese- und Schreibkompetenzen zu entwickeln und die Kinder für diese zu begeistern.

Von Russisch bis Kirgisisch

Erneut konnte das Freiwilligenzentrum zum Vorlesetag einige Bürger gewinnen, die in ihrer Muttersprache Geschichten vortrugen. In diesem Jahr wurden die Zuhörer nach Russland, Griechenland, Polen, Brasilien, Indien, Kasachstan und Kirgisien entführt. Vorab präsentierten die jungen Lesescouts Charlotte Ernst und Severin Jäger eine deutsche Geschichte.

Gesanglich leitete Bassbariton Valeri Volkov mit seinem Enkel Ilja die Reise nach Russland ein, ehe Ehefrau Natalie Volkova vom dortigen Winter berichtete, der für deutsche Gäste viele »typisch russische« Überraschungen bereithielt und am Ende zu einem ungewöhnlichen, schönen Fest führte. Despina Aslanidou richtete in ihrer griechischen Geschichte den Blick auf Orpheus und Eurydike, ehe Michal Karasek seine Lieblingsgeschichte »Die Lokomotive« in polnischer Sprache vortrug und damit nicht nur seinen Sohn erheiterte. Nach Brasilien entführte Thayna Garcia de Araujo die Zuhörer mit einer Legende aus den Flüssen des Amazonasbeckens. Kunal Purohit nahm die Zuhörer mit nach Indien, ehe zum Abschluss Asal Sairaan-Damir und Ehemann Azamat Damir ihre Geschichten auf Kasachisch und Kirgisisch vortrugen.

Die musikalische Umrahmung gestaltete die Gruppe »Grenzenlos« aus Dreieich. Hinter »Grenzenlos« steckt ein Projekt, das vor gut zwei Jahren entstand, wie Mitinitiatorin Sonja Arnold erklärte. Die Gruppe besteht aus Flüchtlingen, die von dem Konzert-Gitarristen Sadegh Moazzen betreut werden. Angeleitet von Musiklehrern werden Eigenkompositionen mit bekannten Lieder arrangiert. Heraus kommt Musik, die verbindet und Brücken baut.

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