01. Juli 2018, 06:00 Uhr

Auch Mädels

So viele Motorradfahrer wie noch nie

In der Wetterau fahren 17 262 Motorräder, Roller, Quads oder Trikes – so viele wie noch nie. Fuhr Opa noch mit der Zündapp zur Arbeit, weil er sich kein Auto leisten konnte, so sind es heute überwiegend Spaß-Objekte: Der Trend ist ungebrochen.
01. Juli 2018, 06:00 Uhr
Immer mehr Menschen in Deutschland fahren in ihrer Freizeit Motorrad – auch im Wetteraukreis (Foto: dpa)

Die Zahl der Krafträder hat 2018 bundesweit einen neuen Höchststand erreicht: 4,37 Millionen. 57 Krafträder pro 1000 Einwohner gibt’s im Wetteraukreis. In absoluten Zahlen: 17 262 Maschinen. Damit lag laut Kraftfahrt-Bundesamt der Gesamtbestand an Motorrädern, Rollern, Trikes, Quads und Co Anfang 2018 im Kreis um 36 Maschinen über dem des Vorjahres – und gleichzeitig auf neuem Höchstwert.

Die Maschinen sind dabei längst nicht mehr nur Männersache: Mit einem Frauenanteil von 13,4 Prozent liegt der Wetteraukreis in der »Bundesliga der Motorrad-Mädels« in der Mitte, auf Platz 202. Spitzenreiter unter 400 Städten und Kreisen ist das bayerische Ansbach mit 16,8 Prozent.

 

Laute und leise Typen

 

Die Zahl der »Mädels mit Maschinen« wächst bundesweit. Die Zahl der Männer auch. Dabei gibt es laute und leise Typen. Da die leisen kaum auffallen, prägen inzwischen die lauten das öffentliche Bild der Biker: Österreicher wollen lärmende (deutsche) Zweiradler genauso vertreiben, wie Ostwestfalen oder Südpfälzer. Die Forderung: Fahrverbote, mindestens Tempobeschränkungen. Was den Wetteraukreis angeht: Die Zahl derer, die auf Zweirädern ihren Spaß suchten, stieg um 60. Die Zahl der Dreiräder liegt bei 186 (Vorjahr: 175). Bei den Quads sind 562 registriert (Vorjahr: 597).

Noch sind 86,6 Prozent der Fahrer Männer. Doch die Zeiten, als Frauen als Sozia nur »bella figura« auf der Maschine machten, sind vorbei. Bundesweit wächst die Zahl der Frauen mit eigenem Zweirad von Jahr zu Jahr. 2018 wurden jetzt 581 926 Mädels mit Maschinen gezählt. In der Wetterau sind es 2308, die 14 954 Männern gegenüberstehen.

Dazu hat die Licher Zweirad- und Quad-Händlerin Sabine Zwanzger beobachtet: »Von unseren E-Motorrädern sind die Jungs begeistert. Vor allem von der Leistung. Aber es brummt und stinkt nicht, deshalb werden sie eher vom umweltorientierten Ingenieur gekauft, als von einem echten Biker«.

 

Krachlimit beschäftigt Gerichte

 

Anderen stinkt es gewaltig: Anwohner an motorradfreundlichen Strecken haben denn auch kein Verständnis für Kindsköpfe auf knatternden Krachmachern an sonnigen Sommernachmittagen. Der Knackpunkt: Kradfahrer können bei Tempoüberschreitungen ein Bußgeld bekommen, ein Krachlimit gibt’s nur eingeschränkt. Laute Maschinen sind nach den derzeitigen Vorgaben für die Betriebserlaubnis sogar zulässig (sie müssen nur auf dem Prüfstand leise sein) und Hersteller und Bastler nutzen das aus.

Das Thema beschäftigt die Gerichte: So musste eine Streckensperrung für Motorradfahrer auf der Nordhelle (L 707) aufgehoben; die Verbotsschilder wieder entfernt werden. Der Bundesverband der Motorradfahrer hatte Einspruch eingelegt und sieht sich durch das Urteil in seiner Rechtsauffassung bestätigt, dass »Streckensperrungen für Motorräder in der Regel rechtswidrig sind«.

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