24. Januar 2019, 21:41 Uhr

Sie machen Kunst im Doppelpack

24. Januar 2019, 21:41 Uhr
Sie lieben die Staffelei: Ingrid Strohkark (l.) und Nicole Wächtler bilden zusammen das Künstlerinnen-Duo »2-mal Malerei«. (Foto: ihm)

Wie ist es, als Künstlerinnen-Duo zu arbeiten? Bei Ingrid Strohkark und Nicole Wächtler klappt es vermutlich deshalb so gut, weil die beiden viel gemeinsam haben. Und weil das, worin sie sich unterscheiden, die perfekte gegenseitige Ergänzung darstellt. Zusammen sind sie das Duo »2-mal Malerei«.

»Ich habe bereits als Kind gern gemalt und gebastelt. In der Schule hatte ich Kunst-Leistungskurs«, erzählt Wächtler. Sie habe dabei das Glück gehabt, von Künstlern unterrichtet zu werden. Glück deshalb, weil jene einen anderen Blick auf die Kunst gebracht hätten. Später studierte Wächtler Design in Darmstadt und Mailand.

Ihr Anliegen ist etwas anderes, mit folgender Vorgeschichte: »Ich habe für meine Diplomarbeit einen Tunnel gestaltet, der von einem Krankenhaus zu einer Kinderklinik führte.« Dabei habe sie, die zuvor auch ein Medizin-Studium erwogen hatte, stark die heilende Wirkung von Farben erforscht. Ihr gefiel, Räume zu gestalten, in denen es Menschen besser geht.

Dieses Thema habe sich schließlich ausgeweitet. »Denn wenn man durch Frankfurt läuft, kann man vieles verändern«, konstatiert die 47-Jährige. Mittlerweile stellt sie Stadtteil-Projekte auf die Beine, wobei sie Gruppen einbezieht, oft junge Menschen: »Das macht nicht nur Orte schöner, sondern man bringt Menschen zusammen.«

Ingrid Strohkark malte als Kind ebenfalls viel. »Ich habe die Kunst gebraucht, um das eigene Innere auszudrücken«, schildert die 52-Jährige. Sie habe gemerkt, frei zu sein, wenn sie andere Wege geht. »Man kann beim Malen ausdrücken, was man nicht in Worte fassen kann – das stärkt.«

Poesie der Orte

Mit Kunst lerne der Mensch, seinen eigenen Ausdruck zu finden und dazu zu stehen. Denn wer mit seinen Projekten an die Öffentlichkeit trete, offenbare etwas von sich.

Strohkark studierte Landschaftsarchitektur: Zeitweise war dies in Paris, wo auch sie Künstler als Lehrer hatte. Die freier waren, weil sie sich nicht so an Vorgaben hielten. »Sie befassen sich eher mit der Poesie des Orts und nicht so sehr mit Dingen wie dem ›Straßenbegleitgrün‹.« Strohkark merkte: »Dieser Ansatz ist das, was ich machen will.«

Die zwei Bad Vilbelerinnen fanden sich durch den Waldorf-Kindergarten, den seinerzeit ihre Kinder besuchten. »Wir kamen morgens beide in Malsachen zur Kita, und so kamen wir in Kontakt«, berichten sie. Wächtler trat in den Kunstverein ein.

Beide Frauen waren hauptberuflich bereits eigenständige Künstlerinnen. Nun beschlossen sie, sich zusammenzutun. Dabei liegt ihr Augenmerk besonders auf Kunst im öffentlichen Raum. »Wenn wir das Konzept erarbeiten, telefonieren wir oft. Da geht es wie bei Ping-Pong-Bällen hin und her.« Jedes Projekt ist ein eigenes Konzept für sich, das zur Gegebenheit passen muss. Bevor sich die Künstlerinnen an die Umsetzung machen, befassen sie sich daher mit der »Poesie des Ortes«. Ein Beispiel ist das Stromverteiler-Haus am Rewe-Markt, das ein bunt gestaltetes Willkommen ist.

Neu im Vorstand

Seit kurzem sind sie Vorstandsmitglieder des Kunstvereins, wo sie die Projekte mit Schulen und Kitas übernehmen und ausbauen wollen. Zu den Vorhaben gehört es unter anderem, die Fassade der Kunstschule in der Frankfurter Straße 75 neu zu gestalten.

Aber nicht immer geht es um Malerei bei »2-mal Malerei«. Es gibt auch das Projekt »Connecting People«, gefördert von der Kulturregion Region-Main. Eine multikulturellen Mehrgenerationengruppe, bestehend aus Kindern und Erwachsenen, wird Puppen bauen und ein selbstgeschriebenes Theaterstück aufführen. Wer will, kann sich anschließen.

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