26. April 2017, 19:57 Uhr

Schwert und Kaiserbrief

26. April 2017, 19:57 Uhr
Johannes Kögler mit dem Abguss des Lutherbildnisses von 1540, daneben der grüne Luther von Ottmar Hörl. (Foto: lod)

»Uns geht es um die ganzen 500 Jahre von 1517 bis heute.« So beschreibt Johannes Kögler, der Leiter des Wetterau-Museums, die Intention der Sonderausstellung »Luther, die Reformation und die Wetterau«, die am Freitag, 28. April, eröffnet wird. Die Ausstellung ist eine Kooperation des Museums mit dem Evangelischen Dekanat Wetterau. Das Konzept hat Kögler entwickelt, unterstützt unter anderem von Pfarrer Dr. Ulrich Becke aus Bad Nauheim. Beim Verfassen der Texte halfen Lothar Kreuzer, Vorsitzender des Geschichtsvereins Friedberg, und dessen Vorgänger Hans Wolf mit. Die Ausstellung findet in den beiden Sonderausstellungsräumen im Erdgeschoss sowie in einem Teil des ersten Stocks statt, in dem bisher bereits auf Luthers Besuch in der Kreisstadt eingegangen worden ist.

Kögler: »Die Besucher sollen einen Gang machen von der Gegenwart bis in die Reformationszeit zurück.« So steht den Besuchern nach dem Betreten des ersten Sonderausstellungsraums eine Vitrine quasi im Weg. Zu sehen sind aktuelle Beiträge zur Reformation, wie die Luther-Playmobilfigur und Luther-Plätzchen.

Zeitung aus dem 19. Jahrhundert

Gezeigt werden hier auch zwei Sonderausgaben der »Illustrierten Zeitung« zum 400. Geburtstag Luthers 1883 und zum 400. Reformationsjubiläum 1917. Neben der Eingangstür ist zweimal Luther zu sehen, einmal als moderne grüne Plastik, geschaffen von Künstler Ottmar Hörl. Zum anderen wird an der Wand daneben ein Abguss eines Reliefs mit dem Konterfei Luthers hängen. Es entstand im Auftrag von Luthers Ehefrau Katharina von Bora zu dessen Lebzeiten im Jahre 1540 für ein Portal. Das Original ist im Lutherhaus in Wittenberg zu sehen.

»Gegenüberstellungen wie diese findet man in der Ausstellung immer wieder«, sagt Kögler. Gezeigt werden eine ganze Reihe von Reformatorenportraits aus Wetterauer Kirchengemeinden. Diese gehörten bereits zu einer Ausstellung des Evangelischen Dekanats.

Im zweiten Raum reicht die Zeitreise zurück bis ins 16. Jahrhundert. Texttafeln mit Themen wie »Die Reformation in der Wetterau« oder »Reformation und Bildung« warten auf die Besucher – ebenso wie zahlreiche Bücher und Dokumente im Original oder als Faksimile beziehungsweise Reprints. Darunter befinden sich die Originalpläne des Luther-Fensters in der Stadtkirche. Dies sind Leihgaben des Zentralarchivs der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) in Darmstadt und aus dem Archiv des Glasmaler-Ateliers Linnemann, in dem die Hälfte der Stadtkirchenfenster entworfen worden sind. Nicht fehlen darf ein Abdruck des Briefes an Kaiser Karl V., den Luther am 28. April 1521 in Friedberg geschrieben hat. Der Brief gehört zum Weltdokumentenerbe.

Neu konzipiert und erweitert wurde der Bereich im ersten Stock des Museums rund um das vermeintliche Luther-Schwert. Drei Texttafeln beschäftigen sich mit dem Reichstag in Worms sowie mit Reichsherold Kaspar Sturm, dessen Familie vom 16. bis 19. Jahrhundert in Friedberg gelebt hat, sowie mit der Geschichte des Luther-Schwerts. Dem stehen Exponate aus der Nach-Reformationszeit gegenüber, die aus der Stadtkirche stammen.

Die Ausstellung ist von Samstag, 29. April, bis zum 25. Juni während der Öffnungszeiten des Wetterau-Museums (Haagstraße 16) dienstags bis freitags von 9 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

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