Jubiläum 1200 Jahre

Schwalheim – ein Dorf, das feiern kann

Nach intensiver Vorbereitung war die Schwalheimer Mehrzweckhalle beim Kommersabend am Samstag festlich geschmückt und voll besetzt. Anlass dafür war das 1200-jährige Dorfjubiläum.
22. August 2017, 10:00 Uhr
Rechts erinnern Christiane Wien und Bruno Ludwig an den Brunnenkrawall von 1862.

Historische Schwalheimer Ereignisse waren vorzüglich eingepackt in heitere Szenen. Schwalheim hat drei Tage lang sein 1200-jähriges Jubiläum gefeiert.

»Das Gremium hat sich vorab zu gut 25 Sitzungen getroffen«, sagte Festausschuss-vorsitzender Alexander von Bischoffshausen. »Viele Ideen wurden seit März 2016 aufgebaut und wieder verworfen.« Letztendlich stand ein würdiges Programm auf festen Beinen, dazu wurde den Gästen das Schwalheimer Buch präsentiert.

Der Chor der Wettertalschule eröffnet den Festabend.
Der Chor der Wettertalschule eröffnet den Festabend.

Was die Umsetzung des Festwochenendes betraf, so sparten die Gäste, darunter zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft, nicht mit Lob. Musikalisch sorgten der Chor der Wettertalschule, Victoria Englert am Klavier, Solistin Dilara Sengül mit wunderbarer Stimme und nicht zuletzt der Gemischte Chor Schwalheim für Unterhaltung. Bereits am Freitag hatten die Schwalheimer ihr Jubiläum mit einer Zeltdisco eingeläutet. Bis in die Nacht wurde ausgiebig gefeiert (die WZ berichtete). Am Sonntag standen Frühschoppen und Musik auf dem Programm.

Die Historie Schwalheims sowie die Bedeutung von Dorfgemeinschaften standen schließlich beim Festakt immer wieder im Mittelpunkt. »Wo findet Gemeinschaft noch statt?«, fragte Schirmherr und Landtagspräsident Norbert Kartmann. »Dorf ist Heimat.« Die Dorfgemeinschaften hier seien geprägt vom Vereinsleben und vom Ehrenamt. Der Ortsbeirat agiere dazu als Bindeglied zwischen Bürgern und Verwaltung. Und doch stünden auch Dörfer vor ständigen Veränderungen. In Schwalheim leben heute dreimal so viele Menschen wie vor 200 Jahren. Dörfer müssten lebenswert bleiben, für die nächste Generation, für die Menschen, die sich hier engagieren.

 

Einsatz mit der Luther-Marionette

 

Schon bei der Wahl ihrer Moderatoren traf der Festausschuss genau ins Schwarze. Mit Witz und Charme führten Alexander Jung und Thomas Emich durch den Abend. »Wie war das denn so die letzten 1200 Jahre, wenn in Schwalheim gefeiert wurde?«, fragte Emich. Es wurde gegessen, getrunken, gesungen und gelacht. »Gäste wurden eingeladen, und die wollten immer was sagen, und immer das gleiche«, leitete Jung zu den Grußworten der Ehrengäste über. »Das haben wir vorher gewusst, wir lassen es drauf ankommen.

« Landrat Joachim Arnold konterte als erster Redner, schlug vor, das Jubiläumsgeschenk zu überreichen und wieder zu gehen. Er ging dann aber doch auf die Zukunftsgestaltung der Dörfer ein und lobte die Gastfreundschaft.

Mit Humor gratulierte auch Bürgermeister Armin Häuser, indem er die Eingemeindung von 1972 ansprach. »Wir haben die Schwalheimer bekommen, nicht die Friedberger.« »Wir sind freiwillig gekommen«, ließ Thomas Emich im Anschluss mit einem Schmunzeln verlauten.

Alexander Jung (l.) und Thomas Emich, zwei neue Stars am Moderatoren-Himmel, stehen gemeinsam mit den beiden Brunnenmädchen Lara Fieberg und Antonia Dallwitz auf der Bühne.
Alexander Jung (l.) und Thomas Emich, zwei neue Stars am Moderatoren-Himmel, stehen gemein...

Lob gab es auch von Stadtverordentenvorsteher Gerhard Hahn, ehe Ortsvorsteher Klaus Englert, ein echter Schwalheimer Bub, historische Ereignisse ansprach. In szenischen Darstellungen wurden gleich mehrere davon zum Besten gegeben. In die unterschiedlichen Rollen schlüpften Alexander Jung als Mönch Eberhard, Gerold Hackener und Thomas Ratz als Ritter (Szene Adolf von Nassau), Dieter Hahn und Thomas Emich (Bürgermeister Reimer und Pfarrer Engel), Christiane Wien und Bruno Ludwig (Brunnenkrawall) und der Ortsbeirat (Gemeinderatssitzung zur Eingemeindung). Des Weiteren bot Roland Richter mit seiner Martin-Luther-Marionette (Zimmertheater) eine Szene und stellte zugleich die Frage: War der Luther nun in Schwalheim oder nicht?

Ob Luther das Schwalheimer Wunderwasser probiert hat, weiß man bis heute nicht. Eines weiß man nach dem Wochenende aber ganz sicher: Die Schwalheimer wissen, wie man ein Jubiläum richtig feiert.

 

Das 496 Seiten starke Buch »1200 Jahre Schwalheim«, herausgegeben vom Arbeitskreis Geschichte, ist in der Steinmühle in Schwalheim und in der Buchhandlung am Park erhältlich.

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