Schlitzohr auf der Bühne

20. März 2018, 20:48 Uhr
Kappe auf und Utensilien dabei: Ohne seine Requisiten geht bei Zauberer Thomas Fröschle nichts. (Foto: hkr)

Thomas Fröschle alias Topas ist in Bad Nauheim kein Unbekannter. Seit seinem Auftritt als Moderator des Neujahrsvarietés der Ovag hat Fröschle seine Fangemeinde. Jetzt war der Comedian mit einer Premiere im Theater am Park: Mit seinem neuen Programm »Ende Legende« nimmt der Zauberkünstler, der als Magier und Meister der Manipulation seit mehr als 30 Jahren für gute Laune auf hohem Niveau sorgt, sein ureigenes Thema auf: Nichts ist so wie es scheint, und das macht auch noch Spaß.

Die Täuschung ist sein Thema, und Thomas Fröschle lüftet mit seiner »investigativen Comedy« das Geheimnis hinter der Wahrheit. Es ist nicht damit getan, dass ein Vogel Strauß kein »Po-Atmer« ist, nur weil dieser den Kopf in den Sand steckt. Es ist auch nicht korrekt, dass »Olympia-Brot« aus dem Supermarkt zur »End-Schleunigung auf dem Klo« führt. Und warum »Bauchspaltenauffüllung durch Nuss-Nugat-Creme« zum schlanken attraktiven Body führen soll, kann Fröschle auch nicht erklären. Alles Mythen des Alltags, Dinge, die wir glauben oder als wahr hinnehmen.

Mit Erschrecken und »eingefrorenen Gesichtszügen« akzeptieren wir dann auch schon mal widerwillig die Wahrheit, ein »psychologischer Trick im Kopf«. Fröschle hilft dabei. Seine Beispiele aus dem Alltag sollen den Blick schärfen, mit viel Humor und noch mehr Witz. Der Push-Up-BH ist genauso manipulativ wie hilfreich, die Wahrheit ist bekannt, das Ich akzeptiert die Tatsache, dass geschummelt wird – keiner hat einen Nachteil.

Auch die Breitenwirkung der »Romantik im Internet« ist enorm, denn in Sache Liebe verlieben sich alle elf Minuten Singles, während statistisch alle neun Minuten Trennungen vollzogen werden. Wahrheiten akzeptieren wir, wenn diese gefällig sind, Unangenehmes reden wir willentlich schön, solang kein Schaden entsteht.

Aus eigener Erfahrung steuert Fröschle den Sketch »Soundcheck« bei. Als Rocker an allen tragenden Instrumenten einer fiktiven Metall-Band liefert sich der Musiker mit dem Tonmeister ein Duell für den richtigen Sound. Fröschle gibt alles, als Drummer feiert er den Beat, die E-Gitarre quietscht und die Bass-Gitarre rumst durch das Theater: Ein Musiker im Ganzkörpereinsatz bis die Bühne bebt.

Gott ist ein Pizzabäcker

Am Ende muss er aber doch nur das Volkslied »Rosamunde« zart anstimmen, Wunsch und Wirklichkeit gehen auseinander und doch ist der Entertainer zufrieden.

Teil eines Fröschle-Programmes ist es immer auch, ganz im Sinn von »Ende Legende«, Zaubertricks zu erklären und mit schlitzohrigen Zwischenkommentaren das Publikum zu begeistern. Mit geschickten Taschenspielertricks verschwinden Kekse, die in der Packung wieder auftauchen (oder auch nie verschwunden waren). Warum Playmobil nur für Kinder Ersatzwelten sind, erfährt der Gast gleich auch noch mit. Fröschle spricht sich für Schulen aus, die nicht wie Frauengefängnisse aussehen, und gegen die »Flach-Erdler«, eine religiös motivierte Glaubensgemeinschaft, die an die Erde als Scheibe glaubt, weil Gott Pizzabäcker ist.

Täuschung und Illusion sind Fröschles Leidenschaft. Seine Tricks erzeugen Staunen. Fröschle liebt sein Metier als Zauberer, immer ganz nah am Publikum.

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