Roboter »Gelle« hilft beim Morsen

24. Januar 2018, 20:17 Uhr
Großes Interesse weckt der Flohmarkt-Stand von Claudia Friedberg. Sie hat viele neuwertige Funk- und Zusatzgeräte im Angebot. (Foto: Alexander Hitz/pv)

Werner und Karlheinz sitzen in der »VIP-Lounge« und blicken bei einem Kaffee über das Flohmarktgetümmel. Dabei fachsimpeln sie über Radioröhren, die sie an einem der 25 Stände des Flohmarkts der Wetterauer Funkamateure in der Schwalheimer Mehrzweckhalle erstanden haben. Zwar haben Transistoren und hochintegrierte intelligente Schaltkreise die Röhre längst aus der meisten modernen Elektronik verdrängt, dennoch sind Röhren gefragt – nicht nur bei Funkamateuren. Auch in Audio-Verstärkern finden Röhren nach wie vor Anwendung und Liebhaber.

In der Schwalheimer Halle wurden auf über 50 Tischen Gebraucht- und Neuwaren rund um die Funktechnik angeboten. Neben Amateurfunkgeräten, Antennen und Zusatzgeräten wie Modems, Mikrofone oder Messgeräte werden Kleinteilen wie Steckverbinder, Koaxialkabel und Werkzeuge verkauft. Waren sich Käufer unsicher beim Kauf, konnten sie Funkgeräte auf einem von Olaf Antpöhler und Olaf Heins installierten Funkmessplatz auf technische Daten und Funktionen überprüfen lassen. Dieses Angebot wurde rege genutzt.

Den Amateurfunk aus einem ganz anderen Blickwinkel beleuchtete Reinhard Blaschke. Er baut mit Schülern kleine elektronische Gimmicks aus Reststoffen. So entstehen beispielsweise elektronische Kerzen aus leeren Chipsdosen, beleuchtete Minions aus leeren Ü-Eier-Dosen oder Handyhalter aus alten Disketten. Dabei ist der kleine sprechende Roboter »Gelle« sein Begleiter, der bei Morseübungen behilflich ist. Überrascht ist Blaschke immer über die Faszination, die das Morsen auf Kinder ausübt: »Sie lernen das unheimlich schnell.« Wie viele »Morsediplome« er schon an Schüler ausgegeben hat, kann er nicht sagen. »Es sind unzählige«, lacht er.

Der erste Flohmarkt im Jahr, der von den Funkamateuren des Ortsverbandes Wetterau im Deutschen Amateur Radio-Club veranstaltet wird, ist eine feste Größe bei den Fans geworden. »Aus ganz Hessen und angrenzenden Bundesländern finden Funkamateure und Hobbyfunker den Weg zu uns nach Schwalheim«, freut sich Ortsverbandsvorsitzender Ralf Schiffner.

Funk statt Navi

Bei der Organisation hat der rund 80 Mitglieder zählende Ortsverband allerhand zu tun, etwa am Funkmessplatz oder bei der Bewirtung in der sogenannten VIP-Lounge auf der Zuschauertribüne. Ebenso gehört bei den Funkamateuren eine Einweisungsstation zum guten Ton, die Besuchern per Funk Hilfestellung bei der Anfahrt geben kann. Dazu bauen die Funkamateure eigens eine mobile Relaisfunkstelle auf einer Anhöhe in der Nähe von Schwalheim auf.

Gegen 12 Uhr lichtet sich der Besucherstrom. Dann werden letzte Schnäppchen gemacht. Beim Rausgehen sind Werner und Karlheinz auf Peter getroffen. Auch er hat sich zwei Röhren gekauft. Allerdings will er etwas ganz anderes damit machen: »Ich werde sie einfach nur auf einen Sockel montieren und beleuchten, das sieht hübsch aus.«

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