45 000-Euro-Spende

Restaurierung der Basilika-Orgel beginnt

Die Restaurierung der historischen Onymus-Orgel in der Basilika kann beginnen. Sie wird bis zu einer halben Million Euro kosten und anderthalb Jahre dauern.
09. Juni 2018, 11:00 Uhr
Die Sanierung der Orgel beginnt in diesen Tagen.

Der Bund zahlt 150 000 Euro und auch die Stiftung Denkmalschutz beteiligt sich: Einen Scheck über 45 000 Euro wurde am Donnerstag beim Kaffee-und-Kuchen-Treffen der Seniorengemeinschaft der katholischen Pfarrei Sankt Peter und Paul von Hans Dohm als Vertreter der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) und Andreas Rehn als Repräsentant von Lotto Hessen an Pfarrer Bernd Richardt überreicht. Die Onymus-Orgel von 1735 gilt als Höhepunkt der Mainzer Orgelbaukunst.

Die Orgel der Kirche des ehemaligen Prämonstratenser-Regelkanoniker-Stifts gehört zu den über 190 Projekten, welche die private Denkmalstiftung dank Mitteln der Glücksspirale, der Rentenlotterie von Lotto, in Hessen fördern konnte. Laut Dohm ist die DSD vor gut 30 Jahren gegründet worden. Über 500 Denkmäler seien mit 500 Millionen Euro vor dem Verfall gerettet worden. Die Baudenkmäler seien die »steinernen Zeugen unserer Geschichte«, wie es Bundespräsident Richard von Weizsäcker formuliert habe.

Dohm erklärte die Bauform einer romanischen Kirche. Ursprünglich seien die Basiliken mit flachen Holzdecken gebaut worden. Der Basilika in Ilbenstadt sehe man noch deutlich an, dass sie erst nachträglich eingewölbt wurde. Die Evangelisten- und Apostelfiguren, die Kanzel und der Hochaltar seien im Barock in die Basilika gekommen. Bauwerke reagierten auf die jeweiligen Fragen der Zeit. Orgeln zählten seit Kurzem zum Weltkulturerbe.

Basilika 1159 geweiht

Das Kloster Ilbenstadt ist ein ehemaliges Chorherrenstift, das aus einem Männerkloster in Ober-Ilbenstadt und einem Frauenkloster in Nieder-Ilbenstadt bestand. 1122 schenkten die Brüder Gottfried und Otto von Cappenberg nach einer Begegnung mit dem heiligen Norbert von Xanten, dem Gründer des Prämonstratenser-Ordens und späteren Erzbischofs von Magdeburg, zum Verdruss ihrer Angehörigen ihre reichen Besitzungen dem Orden. Es wird vermutet, dies sei die Buße für ihre Mitwirkung an der Zerstörung des Sankt-Paulus-Doms zu Münster. Noch im gleichen Jahr wurde mit dem Bau der Basilika und des Klosters begonnen. Die Basilika wurde 1159 geweiht und feierte somit vor neun Jahren ihr 850-jähriges Weihejubiläum. Im Dreißigjährigen Krieg wurden Kloster und Kirche mehrmals geplündert und verwüstet. 1657 wurde das Kloster zur Abtei erhoben und die Klosteranlage in den folgenden Jahrzehnten durch barocke Neubauten erweitert. 1803 erfolgte im Zuge der Säkularisation die Auflösung der Abtei. Die Abteikirche war bereits vorher zur Pfarrkirche umgewidmet worden und wurde dadurch vor der Zerstörung bewahrt. 1929 wurde die Kirche zur päpstlichen Basilika, zur Basilica Minor erhoben.

Die ehemalige Abteikirche Maria, Sankt Petrus und Paulus wurde im spätromanischen Stil als Basilika errichtet, um 1500 wurde die Holzdecke gotisiert. Von 1681 bis 1699 schuf Johann Wolfgang Frölicher Skulpturen und Altäre sowie die Kanzel für die Klosterkirche.

Während der Restaurierung sorgt ein Continuo im Altarbereich für die musikalische Begleitung in den Gottesdiensten.

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