01. Dezember 2018, 06:00 Uhr

Hertel-Kritik

Replik der Gollacker-BI »Klare Kante – aber gegen die Bürger«

Nach der Ankündigung von Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel, in Sachen Gollacker nun klare Kante zeigen zu wollen, hat die Bürgerinitiative (BI) Gollacker zurückgeschossen.
01. Dezember 2018, 06:00 Uhr

Von David Heßler , 1 Kommentar
Fahrt ins Ungewisse: Noch müssen für das Baugebiet am Gollberg einige Schwellen überwunden werden. (Foto: udo)

Der Stillstand, für den Hertel die Oppositionsparteien CDU, Grüne und FDP und auch die beiden Bürgerinitiativen gegen Bauvorhaben in der Stadt mit verantwortlich macht, sei »wesentlich durch das eigene Nichtstun verursacht«, urteilt BI-Sprecher Armin Schwenk.

Er kritisiert, dass die Verhandlungen mit dem Besitzer der überwiegenden Flächen des Gollackers, Investor Dr. Claus Fischer aus Bad Vilbel, offenbar bereits weit fortgeschritten sind – obwohl Hertel und die rot-rote Koalition bei der Vorstellung der Machbarkeitsstudie noch betont hätten, man wolle die Ergebnisse und die Zusicherung der Wirtschaftlichkeit abwarten, bis weitere Schritte eingeleitet werden. Schwenk: »Da werden die Bürgerinnen und Bürger doch ein weiteres Mal hinters Licht geführt. So kann ›klare Kante‹ nicht funktionieren. Nicht gegen die Bürger muss ein Bürgermeister handeln, sondern mit ihnen!«

BI habe Gespräch gesucht

Die BI (wie auch die Opposition) fordert weiter die Offenlage der gesamten Machbarkeitsstudie der Baulandoffensive Hessen, samt aller zugrundeliegenden Daten. Der Vorwurf steht im Raum, Hertel habe auf das Ergebnis, die Erschließung sei wirtschaftlich, eingewirkt. Das nur in Auszügen veröffentlichte Material – das laut Schwenk erst auf Druck der BI auf die Homepage der Stadt gestellt wurde – reiche für eine Beurteilung nicht aus.

Auch den Vorwurf Hertels, seine Gesprächsangebote seien ignoriert werden, will der BI-Sprecher nicht stehen lassen. »Seit Monaten suchen wir als Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt das Gespräch und haben immer wieder unsere Gesprächsbereitschaft signalisiert.« Doch es gebe keinen Austausch mit den Betroffenen. Dabei seien die Bürger an einer sinnvollen Entwicklung Niddatals interessiert und würden »gerne in einen offenen und vertrauensvollen Dialog gehen«. Gerade kritische Projekte für die Stadtentwicklung müssten öffentlich diskutiert werden, findet Schwenk.

Die Meinung der BI zum Gollacker steht dagegen fest: Die Bebauung sei unwirtschaftlich. Etliche Kostenblöcke würden nicht berücksichtigt, das Baugebiet vernichte Ackerland, zersiedele die Landschaft und zerstöre die gewachsenen Struktur des Stadtteils Assenheim. Der Regionale Flächennutzungsplan weise bewusst nur einen kleinen Teil des Gebietes als mögliches Bauland aus und den überwiegenden Rest als Vorranggebiet für Landwirtschaft sowie Vorbehaltsgebiet für besondere Klimafunktionen und den Grundwasserschutz. Neben der Hochwasser- und Verkehrsproblematik prangert Schwenk Hertels »Verharmlosung der Kindergartensituation« an. Der Bürgermeister behauptet, Pläne für die Erweiterung der städtischen Kita liegen bereits seit längerem in der Schublade. Laut Schwenk »ein Schlag ins Gesicht aller Eltern, die heute schon auf der Warteliste stehen oder ihre Kinder von Assenheim nach Ilbenstadt oder Kaichen bringen müssen«. Gerade sei der Bau einer Containeranlage in Kaichen wieder verschoben worden.

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