09. August 2017, 08:00 Uhr

Weltrekorde

Patrick Sinner will zwei Domino-Weltrekorde brechen

Patrick Sinner und sein Team brauchen vor allem eines: eine ruhige Hand. Über 500 000 Dominosteine bauen sie derzeit in Nidda auf. Am Freitag sollen sie fallen.
09. August 2017, 08:00 Uhr

Bloß keine falsche Bewegung! Bloß nichts fallen lassen! Auch zittern, stolpern oder stürzen wäre schlecht. Denn dann könnte der Traum, den Patrick Sinner auf Kefenrod hat, binnen weniger Sekunden zerplatzen. Unaufhaltsam. Stein für Stein. Am Freitag sollen hier, in der Sporthalle der Mittelstufenschule in Nidda, gleich zwei Weltrekorde gebrochen werden. Der für den größten fallenden Dominosteinkreis und der für die größte Pyramide. Millimeterarbeit ist gefragt bei Sinner und seinem Team. Tief durchatmen, dann erst den nächsten Stein platzieren. Konzentration pur.

Derzeit sind 15 Helfer, Aufbauer und Techniker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz dabei, die Hunderttausenden Dominosteine aufzustellen. 77 777 von ihnen in einem Kreis. »Dieser weltgrößte Dominokreis mit einem Durchmesser von sieben Meter fällt in drei Sekunden«, beschreibt Sinner die Vorbereitungen für den geplanten Weltrekord. »Der bisherige Rekord in den USA liegt bei 76 017 Steinen.«
 

 
Fotostrecke: Stein für Stein: So sehen die Vorbereitungen für die Domino-Weltrekorde aus

 

Die größte Domino-Pyramide

 

Außerdem werde versucht, die größte Domino-Pyramide mit 8003 Steinen und einer Höhe von 3,12 Meter aufzubauen. Dies sei eine besondere Herausforderung, da die Steine nur gestapelt und ohne Klebstoff aufgebaut würden. »Wir brauchen zwei Tage für den Aufbau«, sagen Lukas Prinz und Justin Kühn, die sich bereits auf Kästen stellen müssen, um die nächsten Etage schon Steinen aufzubauen. Insgesamt sollen am Freitag über 500 000 Steine fallen. Bisher sind 537 938 Steine im Jahr 2015 für die größte deutsche Kettenreaktion verwendet worden. Für den Event habe er ein halbes Jahr Vorlaufzeit einplanen müssen, sagt Sinner. Und 12 Tage für den Aufbau. Unterstützung habe er von Freunden und Großeltern erfahren.

Patrick Sinner arbeitet am Aufbau eines fotorealistischen Gemäldes. 	(Foto: geo)
Patrick Sinner arbeitet am Aufbau eines fotorealistischen Gemäldes. (Foto: geo)

Die Veranstaltung selbst fände im Rahmen des Jubiläums von »1200 Jahre lebendiges Nidda« statt, erklärt Sinner, der dank der Unterstützung des Wetteraukreises und Bürgermeister Hans-Peter Seum die Halle kostenlos zur Verfügung gestellt bekommt. Die Veranstaltung unter dem Motto »World of Art« bietet verschiedene künstlerische Motive. Zu sehen gibt es eine fernöstliche Kulisse mit Tempel und Unterwasserbecken.

Der weltgrößte Dominokreis mit einem Durchmesser von sieben Meter fällt in drei Sekunden

Patrick Sinner

Ein Motiv aus dem Bereich der Literatur wird mit Goethes »Erlkönig« umgesetzt. Verse des Gedichtes werden auf Bannern ausgerollt. Echte Tannenbäume stehen im Hintergrund. Eine Reitersilhouette aus Dominosteinen wirkt bedrohlich. Der Wald wird mit Bodennebel und gedimmtem Licht in Szene gesetzt. Es gibt das Motiv »Der Verrat der Bilder« von René Magritte. Eine Attraktion sind selbst leuchtende Steine. Außerdem werden Bilder gemalt, in dem Farben aus zwei Meter Höhe auf ein weißes Tuch regnen. Das mit Dominosteinen nachgebaute Gemälde der Mona Lisa steht auf einem 3,25 Meter hohen Holzgerüst. Andreas Englisch, Schreinermeister aus Hitzkirchen, hat für das Holzgstell über 2000 Schrauben verarbeitet.

 

Anstoß aus vier Metern Höhe

 

Eine besondere Herausforderung erwartet Aufbauer Justin Kühn aus Selters. Er muss innerhalb von 20 Sekunden eine Lücke schließen. Wenn er das nicht schafft, bleiben etwa 15 000 Steine stehen. Unterstützt wird Sinner von einem Technik-Team aus Österreich und der Schweiz. Das Team rückt die Halle mit 400 Meter Traversen und 70 Scheinwerfern in das rechte Licht. Den Anstoß mit einem LED-Ball für das »Rewe Rainer Lapp Domino Event« wird Rainer Lapp aus vier Meter Höhe vornehmen.

Lukas Prinz (knieend) und Justin Kühn bauen die Weltrekord-Pyramide auf. 	(Foto: geo)
Lukas Prinz (knieend) und Justin Kühn bauen die Weltrekord-Pyramide auf. (Foto: geo)

Die notarielle Beurkundung der Rekorde übernimmt Notar Richard Trunk aus Bindsachsen. Olaf Kuchenbecker vom Deutschen Rekord-Institut überprüft die Rekorde. »Wir stehen mit zehn Rekorden im Guiness-Buch«, sagt Sinner. Mittlerweile sind 800 000 Dominosteine in seinem Besitz. Vorab entwirft er einen Plan am Computer, um die Motive und Sonderbauten maßstabgerecht in der Halle abbilden zu können. Schwarze und weiße Dominosteine verwendet er am häufigsten. »Von 500 000 Steinen sind 20 Prozent weiß«, sagt Sinner.

Pyrotechniker Florian Linn aus Dreieich, ist für die Feuersäulen am Tempel verantwortlich. Im Weltrekordkreis werden Fontänen gezündet und Luftschlangen auf das Bildmotiv geschossen. Während der Urkundenübergabe soll es Glitter regnen. Moderiert wird die Veranstaltung von Jonas Schreiner aus Oberau. Einlass in die Halle ist am Freitag, 11. August um 20.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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