Seit Mitte 2017 leer

Ortsbeiräte und Lehrer für Reaktivierung des Jugendgästehauses »Hubertus«

Die Liste der Unterstützer für eine Reaktivierung des Jugendgästehauses »Hubertus« wird länger. Dort waren ab Ende 2015 junge Flüchtlinge untergebracht; seit Mitte 2017 ist die Einrichtung unbewohnt.
13. März 2018, 10:00 Uhr
Immer mehr Stellen fordern: Der Wetteraukreis sollte das frühere Jugendgästehaus »Hubertus« nicht verkaufen. (Archivfoto: nic)

Neben der Evangelischen Jugend im Dekanat Wetterau haben sich nun auch der Gesamtpersonalrat beim Staatlichen Schulamt und mehrere Butzbacher Ortsbeiräte für den Erhalt des Areals im Wald bei Bodenrod ausgesprochen.

Im Ortsbeirat von Münster wurde kürzlich die Historie des früheren Jagdhauses »Hubertus« dargestellt. Laut Christoph Müller wurde es Anfang 1900 von Ernst Sommerlad erbaut. Bis 1950 wurde es als Jagd- und Gasthaus betrieben. Er berichtete auch von dem 1943 im KZ Theresienstadt ermordeten jüdischen Mädchen Agnes Löwenstein, das als Pflegekind auf »Hubertus« lebte.

 

Keine (sichtbaren) schweren Mängel

 

Wie in der Sitzung bekräftigt wurde, wiesen das Wirtschaftshaus mit Speisesaal sowie die Schlaf- und Aufenthaltsräume zwar Gebrauchsspurten auf, es gebe aber keine (sichtbaren) schweren Mängel. Selbst die fast 50 Jahre alten Nur-Dach-Häuser seien in einem überraschend guten Zustand. Wolfgang Dittrich, Referent für gesellschaftliche Verantwortung im Dekanat und Mitglied des Jugendhilfeausschuss, sprach sich für den Erhalt aus. Ein Verkauf würde viele Nachteile mit sich bringen. Die steigende Zahl der Grundschüler und die knapp 30 000 neuen Wetterauer, die in den kommenden Jahren erwartet werden, würden eine Reaktivierung des Jugendgästehauses rechtfertigen. Genug Geld für eine Renovierung gebe es im Kreishaushalt ebenfalls.

Der ›Hubertus‹ ist ein Stück Heimat

Fazit im Ortsbeirat

 

Im Ortsbeirat wurde die Forderung nach einem zeitgemäßem Konzept laut, in dem Jugendarbeit und Jugendbildung im Vordergrund stehen. Jedoch sollte »Hubertus« auch anderen Gruppen als Ziel für Freizeitgestaltung, Fort- und Weiterbildung oder Kunst und Kultur offenstehen. Auch ein Premiumwanderweg könne am Haus entlangführen. »Der ›Hubertus‹ ist ein Stück Heimat«, war das Fazit der Teilnehmer.

Derweil hat sich der Gesamtpersonalrat der Lehrkräfte beim staatlichen Schulamt für den Hochtaunus- und den Wetteraukreis in einer Resolution für den Fortbestand von »Hubertus« ausgesprochen. Als Freizeit- und Bildungsstätte habe man in den Jahren 2008 bis 2015 jährlich zwischen 8000 und 11 000 Übernachtungen verbuchen können. 2014 sei das Haus noch zu 60 Prozent belegt gewesen. Die »einseitige Orientierung an Wirtschaftlichkeit« dürfe nicht die soziale Komponente eines Jugendgästehauses für die soziale Infrastruktur eines Landkreises vernachlässigen, heißt es in der Resolution.

Info

Zuschüsse für Umstellung

Der Wetteraukreis ist seit 2015 eine von drei Ökomodellregionen in Hessen. Das zunächst auf zwei Jahre befristete Projekt wurde nun verlängert. Es gibt Zuschüsse für Landwirte, die auf Bio umstellen. Maßgebend dafür ist das Hessische Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen (HALM). Gefördert wird der ökologische Landbau für eine Laufzeit von mindestens fünf Jahren. Die Förderung hängt von der Nutzung der Flächen ab. Sie beträgt etwa für Ackerland 260 Euro pro Hektar, für Dauergrünland 190 Euro pro Hektar, für Gemüse 420 Euro pro Hektar. Die Zuschüsse sind an die Einhaltung der Vorgaben in der Flächenbewirtschaftung sowie in der Tierhaltung gebunden. (prw)

 

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