23. Oktober 2018, 22:06 Uhr

Nein heißt Nein

23. Oktober 2018, 22:06 Uhr
Stellen das Projekt vor: Miriam Vermeil (l.) von Wildwasser, Florian Schmidt von Pro Familia und Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch. (Foto: prw)

Wenn Kinder stark sind, fällt es ihnen leichter, Nein zu sagen. Ein »Nein« erfordert Stärke. Damit sich Kinder vor sexuellem Missbrauch schützen können, müssen sie ihre Rechte kennen und wissen, wo sie selbst Grenzen ziehen können. Sozialdezernentin und Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch macht auf ein neues Projekt aufmerksam, das genau an diesem Punkt ansetzt.

»Es gibt auch bei uns in der Wetterau Kinder, die beispielsweise verbale Belästigungen, exhibitionistische Handlungen, sexuelle Berührungen oder sogar Vergewaltigungen meist über einen längeren Zeitraum erleben oder erdulden müssen. Nein heißt Nein, dass ist ein Grundrecht der Willensbekundung, das selbstverständlich auch für Kinder gilt«, so Stephanie Becker-Bösch. »Gerade an diesem Punkt ist es unsere Aufgabe, Kinder stark zu machen, damit ihr Nein auch als Nein gehört und verstanden wird.«

Im Schuljahr 2018/2019 können Grundschulen im Wetteraukreis für die Schülerinnen und Schüler der zweiten und vierten Klassen Selbstbehauptungsworkshops zur Prävention sexualisierter Gewalt kostenfrei in Anspruch nehmen. Das Angebot wird von Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle Wildwasser Wetterau und einem Mitarbeiter von pro familia Friedberg durchgeführt.

Alle Kinder erreichen

Ziel des Angebotes ist, Jungen und Mädchen in ihrem Selbstwertgefühl zu stärken, sie über Grenzüberschreitungen zu informieren und aufzuzeigen, wie sie sich vor Übergriffen schützen können. Zusätzlich zu der Schulklassenarbeit werden die Eltern und Lehrkräfte, die für den Schutz der Kinder verantwortlich sind, durch Informationsabende in den Schulen in einer präventiven Erziehungshaltung geschult und zur Umsetzung im Alltag angeregt.

»Grundschulen bieten ideale Voraussetzungen für die Prävention sexualisierter Gewalt, da hier nahezu alle Kinder erreicht werden können«, erläutert Becker-Bösch.

Offizielle Statistiken wie die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) berichten jährlich von mehr als 14 000 Kindern in Deutschland, die Opfer von sexuellem Missbrauch werden. Drei Viertel der Opfer seien weiblich. Allerdings bildeten solche Statistiken nur einen Teil des Phänomens »Sexueller Missbrauch« ab und unterschätzen das Gesamtausmaß stark, da sie nur die angezeigten Fälle erfassen. Nationale und internationale Dunkelfeldstudien (Befragungen, die die stattgefundenen, aber nicht angezeigten Delikte erfassen) berichten, dass 15 bis 30 Prozent aller Mädchen und fünf bis 15 Prozent der Jungen in ihrer Kindheit Opfer von sexuellem Missbrauch werden.

Für das Schuljahr 2018/2019 übernimmt der Wetteraukreis die Kosten für zehn Schulklassenveranstaltungen und jeweils einen Elternabend pro teilnehmender Schulklasse im laufenden Schuljahr. Schulen, die das Angebot in Anspruch nehmen möchten, können sich bei Wildwasser Wetterau informieren und Termine vereinbaren: In der Burg 18, 61169 Friedberg, Telefon: 0 60 31/6 40 00, E-Mail: info@wildwasser-wetterau.de.

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