Nachdenken und schmunzeln

05. Februar 2018, 19:26 Uhr
Mit bayerischem Tonfall: Dieter Körber als Karl Valentin. (Foto: pv)

Unter dem Titel »Kabarett am Kreuzweg der Literatur« bot der Karbener Literaturtreff im sehr gut besuchten »Kuhtelier« seinen Besuchern ein Unterhaltungsprogramm auf hohem Niveau. Nach der Begrüßung der Gäste durch den Vereinsvorsitzenden, Hans-Martin Thomas übernahm der Organisator des Abends, Dieter Körber, die Moderation und führte durch das Programm.

Nach seiner kurzen Einführung in die Geschichte des literarischen Kabaretts stimmte Nicola Piesch die Besucher mit dem Chanson »Ich bin so unmusikalisch« in professioneller Interpretation auf den heiteren Abend ein. Sie begleitete das Abendprogramm mit den Chansons »Kann denn Liebe Sünde sein«, »Raus mit den Männern aus dem Reichstag«, »Jonny, wenn du Geburtstag hast« und »Sex is a wonderful habit« in brillanter Darbietung.

Das literarische Programm eröffnete Hans Kärcher mit dem, die Geschichte von Jonas und dem Wal persiflierenden Gedicht »Der Walfisch« von Johann Wilhelm Gleim, einem Zeitgenossen Goethes. Nach der leichten Ironie Gleims folgte das sozialkritische Gedicht »Die Weber« von Heinrich Heine engagiert rezitiert von Hans-Martin Thomas. Nachfolgend hat sich Renate Gasser den Gedichten Frank Wedekinds sensibel gewidmet. Es folgte die lyrische Ironie von Ernst von Wolzogen, dem Gründer des ersten literarischen Kabaretts 1901, »Uns’re lieben Sachsen« in sächsischer Mundart vorgetragen von Dieter Körber. Heiterkeit der Besucher erzeugte Barbara Metz mit den Gedichten von Alexander Moszkowski »Die Berliner Elektrische« und »Überall Bakterien«. Hier wurden die Unzuverlässigkeit von Bahnen und die hysterisierte Angst vor Bakterien karikiert. Mit Verve und ausgeprägtem Sprachgefühl rezitierte Almut Rose »Morgenstern Gedichte«.

Einfühlsam nahm sich Rosie Kärcher den Gedichten von Joachim Ringelnatz an. Es folgte Dieter Körber, der mit bayerischem Tonfall Karl Valentin und seinem skurrilen Bericht vom Theaterbesuch im Münchner Gärtnertheater Stimme gab.

Ingrid und Robert Axt lasen in abgestimmtem Miteinander Texte des berühmten Emigrantenkabaretts »Die Pfeffermühle«, gegründet von Erika Mann. Fröhliches Gelächter erzeugte Barbara Metz mit dem Text von Wolfgang Neuss »Innere Führung – Kettenreaktion«, in dem eine Befehlskette der Bundeswehr persifliert wurde. Almut Rose schloss sich an, mit einem ausdrucksstark vorgetragenen Text, vom Altmeister des Humors Kurt Tucholsky. Er empfiehlt darin unsere floskel- und phrasenreiche Umgangs- und Alltagssprache einmal mitzustenografieren, damit das eigene Unvermögen zur sinnvollen Kommunikation offensichtlich wird. Schwungvoll folgte Claudia Weishäupl mit dem in Frankfurter Dialekt geschriebenen Chanson »Für eine Frankfurterin« von Tucholsky, eine Hommage an die Schauspielerin Ida Wüst. Schmunzelnde Nachdenklichkeit erzeugten Rosie Cordsen-Enslin und Walter Enslin mit Aphorismen bekannter Geister. Die Interpreten von Loriot-Sketchen Ingrid Axt und Fritz Böhner ernteten für ihre Darstellungen reichlich Lacher.

Zum Abschluss war ein Text des Meisters des modernen Kabaretts, Dieter Hildebrandt, gewählt worden, den Hans-Martin Thomas vortrug.

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