08. November 2018, 17:07 Uhr

Nach Leichenfund

Nach Leichenfund: Rockenberger wieder auf freiem Fuß - Fokus auf Frau aus Büdingen

Nach dem Leichenfund bei Heusenstamm hat sich kein Indiz auf ein Gewaltverbrechen ergeben. Der Hinweisgeber ist wieder frei. Doch die Ermittlungen bringen andere brisante Details ans Licht.
08. November 2018, 17:07 Uhr
(Foto: dpa/Symbolbild)

Nachdem in einem Waldstück unweit von Heusenstamm-Rembrücken im Landkreis Offenbach am  Dienstagabend durch Polizei und Staatsanwaltschaft ein Leichnam aufgefunden wurde, konnte trotz intensivster Ermittlungen bislang kein dringender Tatverdacht eines Tötungsdelikts begründet werden.

Im Zuge der am Mittwoch durchgeführten Obduktion konnte die Todesursache wegen der fortgeschrittenen Verwesung des Leichnams nicht mehr festgestellt werden. Die Rechtsmediziner fanden auch keine Hinweise auf eine Gewalteinwirkung. Die aufwendigen toxikologischen Untersuchungen sind allerdings noch nicht abgeschlossen und werden wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen, wie die Staatsanwaltschaft Gießen mitteilt. Der Rockenberger Hinweisgeber gab an, dass er die Leiche im August verscharrt habe. Dem rechtsmedizinischen Gutachten zufolge sei das möglich, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen, Thomas Hauburger, auf Anfrage.

Außerdem muss die Identität des Toten noch mit einem DNA-Abgleich bestätigt werden. Auch wenn die bisherigen Ermittlungserkenntnisse mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit darauf hindeuten, dass es sich um einen seit einigen Wochen vermissten Mann aus Bad Nauheim handelt.

 

Ex-Frau soll Rockenberger massiv misshandelt haben

Die Beschuldigten, ein 45-jähriger Rockenberger sowie seine 39-Jährige Ex-Frau und Ehefrau des Toten, wurden am Mittwoch von der Polizei vernommen. Dabei erklärte der Rockenberger, dass er den Leichnam gemeinsam mit seiner Ex-Frau in dem Waldgebiet abgelegt habe. Der 45 Jahre alte Bad Nauheimer sei zuvor in der Wohnung der 39-Jährigen in Büdingen aus ungeklärter, aber seiner Ansicht nach natürlichen Ursache verstorben.

Die 39-Jährige, mittlerweile anwaltlich vertretene Büdingerin bestreitet aktuell jegliche Beteiligung. Im Rahmen einer Wohnungsdurchsuchung bei beiden Beschuldigten konnten die Ermittler ein Tablet, Handys und diverse Unterlagen sicherstellen. So könne die Kommunikation ausgewertet werden, erklärte Staatsanwalt Hauburger. Es lasse sich überprüfen, inwieweit man sich ausgetauscht habe. Und: Gab es vielleicht eine Kommunikation mit dem später Verstorbenen? Die Auswertung dauere ebenso wie weitere Ermittlungen an, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Auswertung dauert ebenso wie weitere Ermittlungen an. 

Der 45 Jahre alte Rockenberger wurde zwischenzeitlich wieder auf freien Fuß gesetzt. Anders als die Büdingerin. Sie wurde am Donnerstagnachmittag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Gießen dem Haftrichter beim Amtsgerichts Friedberg vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl, da die einschlägig vorbestrafte Frau im dringenden Verdacht steht, den Hinweisgeber, also ihren Ex-Ehemann, in der Vergangenheit dreimal massiv körperlich misshandelt zu haben. Der Tatverdacht beruht insbesondere auf den Schilderungen des Hinweisgebers und dem dokumentierten Verletzungsbild.

Wieso verscharrt man jemanden, wenn er eines natürlichen Todes gestorben sein soll? Darauf wollte der Staatsanwalt aus ermittlungstaktischen Gründen nicht antworten. Und welche Strafe steht auf das Verscharren einer Leiche? Das sei »nicht ohne weiteres strafbar«, sagte Hauburger. Nach dem hessischen Friedhofs- und Bestattungsgesetz handele es sich um eine Ordnungswidrigkeit, solange die Totenruhe nicht gestört worden sei – Stichwort Leichenschändung. Von einer Strafvereitelung könne man nur dann sprechen, wenn man eine Tat nachweisen könne. Das sei aber derzeit nicht der Fall.

Hauburger betonte, dass die Haftvorführung der 39-Jährigen nicht im Zusammenhang mit dem Leichenfund erfolgte.

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