Lärmschutz

Lücke in Friedberger Lärmschutzwand

Die Schallschutzwände am Bahnhof sollten am besten begrünt werden. Das hat der Ortsbeirat der Friedberger Kernstadt vorgeschlagen. Es wird eine Lücke in der Wand geben.
10. August 2018, 14:00 Uhr
Die Lücke im Schallschutz zwischen Parkhaus und Bahn-Stellwerk wird geschlossen. Wie die Wände nachher aussehen – ob künstlerisch bemalt oder hinter Büschen verborgen –, steht noch nicht fest. (Foto: Nici Merz)

Die Schallschutzwände, die auf der nordwestlichen Seite des Friedberger Bahnhofsgeländes aufgebaut werden, sollen eine graugrüne Farbe erhalten. Möglich wären auch grün-beige Töne. Wirklich schön sei keiner der beiden Farbtöne, sagte die Stadtverordnete Evelyn Weiß (SPD) im Ortsbeirat der Kernstadt. Carl Cellarius (Grüne) schlug daher ganz im Sinne des Namens seiner Partei vor, die Schallschutzwände zu begrünen. Dafür erntete er Zustimmung, es gab aber auch Bedenken gegen dieses Vorgehen.

Im kommenden Jahr sollen die Schallschutzwände auf einer Länge von 1067 Metern aufgebaut werden. Sie sollen die Lärmbelastung durch den Zugverkehr auf den entsprechenden Abschnitten halbieren. Erfahrungsgemäß sind die Wände aber kaum aufgestellt, da machen sich bereits Sprayer an ihnen zu schaffen. Das Ergebnis ist in vielen Fällen deutlich ansehnlicher als die kahlen Wände, in vielen anderen aber auch nicht. Die Stadtverordnetenversammlung beauftragte deshalb den Magistrat, sich Gedanken zu machen, wie man wilde Schmierereien verhindert – und stattdessen vielleicht Graffiti-Künstlern ein Forum gibt.

 

Mittel gegen Schmierereien

 

Auch die Bahn betrachtet die künstlerische Gestaltung der Wände als probates Mittel gegen unerwünschte Graffiti. Die Kosten müsste aber die Stadt übernehmen, teilt die DB mit. Eine künstlerische Gestaltung sei zudem nur auf einer rund 155 Meter langen Teilstrecke der 1067 Meter sinnvoll: vom Parkhaus in der Alten Bahnhofstraße entlang der Haagstraße bis zum Haingraben, also exakt jenes Stück, wo nach den ersten Plänen eine Lücke in der Wand bestehen bleiben sollte. An anderen Stellen sei dies nicht möglich und auch nicht sinnvoll: Hecken, Böschungen oder das Parkhaus selbst schirmen die Wände ab.

 

Kein Schallschutz auf der Brücke

 

Clematis, Wilder Wein und Efeu – eine Begrünung biete sich an, sagte Cellarius. Eine künstlerische Gestaltung hingegen sei Geschmacksache. Timo Haizmann (UWG) stellte die Frage, wer für die Pflege aufkomme. »Nicht die Bahn«, erinnerte Stadtrat Dr. Olaf Osten (CDU). Silvia Elm-Gelsebach (FDP) schlug vor, Graffiti-Künstler aus den Nachbarstädten einzuladen. Begrünung und/oder künstlerische Gestaltung – eine letztgültige Entscheidung steht noch aus. Klar ist, dass auf der Eisenbahnbrücke über das Rosenthal keine Schallschutzwände aufgebaut werden können. Das hatte die Stadtverordnetenversammlung ebenfalls in ihrer Sitzung im Juni angeregt, laut Bahn ist das aber nicht möglich. Die »Brückenkappe« ist zu schmal, um eine der Fußplatten der Wände zu montieren: 13 Zentimeter fehlen. Außerdem sei die Brücke statisch nicht für die Aufnahme der Windlasten, die auf eine Schallschutzwand treffen, ausgelegt.

Auch andere Möglichkeiten, die Schallschutzwand über die 24 Hallen hinweg zu führen, scheiden laut Bahn aus. Die Alternativen (niedrige Lärmschutzwände, Schienenstegdämpfer) seien aufgrund der geringen Wirksamkeit nicht wirtschaftlich. »Die Hauseigentümer im Umfeld der Brücke haben die Möglichkeit, passive Schallschutzmaßnahmen an den Gebäuden in Anspruch zu nehmen«, sprich: Sie erhalten Zuschüsse für den Einbau von Schallschutzfenstern.

Info

Schallschutz in Friedberg

Von Januar bis April 2019 sollen entlang des Friedberger Bahngeländes Lärmschutzwände gebaut werden.Vorgesehen sind drei Wände mit einer Gesamtlänge von 1067 Metern. Sie verlaufen auf der westlichen Seite der Gleiskörper von der nördlichen Stadtgrenze bis zum Bahnhofsgelände. Der Schallschutz südlich des Bahnhofs soll im Zuge des S-Bahn-Ausbaus erfolgen. Ursprünglich war aus baulichen Gründen eine Lücke der Schallschutzwand in Höhe der Haagstraße geplant. Die Stadtverordneten legten ihr Veto ein, die Lücke wird nun geschlossen. Entlang der Strecke wurden Emissionswerte von 73 bis 95 Dezibel gemessen. Zum Vergleich: Telefone und Presslufthammer liegen bei 80 Dezibel. Die Wände sollen die Lärmbelastung halbieren. (jw)

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