14. April 2019, 18:12 Uhr

Bier

Licher Privatbrauerei: Was hinter der neuen Sorte »Hessenquell« steckt

Mit Hessenquell Landbier, der neuen Sorte aus dem Hause »Licher«, setzt die Privatbrauerei auf Tradition. Und hat durchaus große Pläne.
14. April 2019, 18:12 Uhr
Hessenquell Landbier: Mit dieser süffigen Spezialität im Retro-Look nimmt Licher eine junge Zielgruppe ins Visier. (Foto: us)

Hessenquell: So hieß das Bier, das 1923 nach der Fusion der Brauereien Ihring und Melchior am Hardtberg in Lich gebraut wurde. Jetzt hat die Licher Privatbrauerei die traditionsreiche Marke zu neuem Leben erweckt. Seit vergangener Woche ist Hessenquell Landbier auf dem Markt, und bei Licher zeigt man sich mit dem Start sehr zufrieden. »Die Resonanz ist gut«, versicherte Geschäftsführer Holger Pfeiffer bei der Vorstellung der neuen Bierspezialität, die einer lieben Bekannten ein Comeback beschert. Auf dem Etikett prangt ein Hessenmädchen mit rotem Mieder und Schwälmer Haube – eine Reminiszenz an das allererste Logo der fusionierten Brauerei: eine kompakte weibliche Figur in hessischer Tracht, die das M von Melchior und das große I von Ihring in sich vereinte. Eine zierlichere Variante schmückte noch 2013 die Licher Flaschenetiketten, dann wurde sie vom Eisvogel, dem überregionalen bekannteren Markenbotschafter von Licher, verdrängt. Beim Hessenquell kommt das Mädchen nun zu neuen Ehren.

Mit dem Landbier wollen die Licher dem Wunsch der Verbraucher nach Vielfalt Rechnung tragen. »Früher bestellte man »ein Bier« oder »ein Pils«, sagt Holger Pfeiffer. Das habe sich geändert. »Man interessiert sich für das Produkt und man spricht darüber.«

 

Weniger Hopfen als Pils

 

Es klingt zunächst ein bisschen paradox, aber mit der Rückbesinnung auf die historische Marke und mit dem Retro-Design – Hessenquell wird in der traditionellen Euro-Flasche abgefüllt – nimmt »Licher« eine junge Zielgruppe in den Blick. »Tradition und Regionalität, das ist der Trend«, weiß Pfeiffer. Und deshalb saßen im Marketing-Team um Regina Feldmann, das gemeinsam mit den Brauern das Konzept für das neue Produkt entwickelt hat, lauter junge Mitarbeiter. Hessenquell Landbier sei aber keineswegs nur ein Ergebnis akribischer Marktanalyse, betont Pfeiffer. »Es hat Geschichte. Es ist etwas Eigenes und Echtes.«

Wie anno 1923 schmeckt das neue Produkt allerdings nicht. »Hessenquell war ursprünglich ein Pils«, berichtet Ulrich Peters, der Geschäftsführer Technik. Aber das gibt es schon im Portfolio, das klassische Licher Premium Pilsner beschert der Brauerei nach wie vor den stärksten Absatz. Also haben die Brauer vom Hardtberg die alte Marke als Landbier neu interpretiert. Das untergärige Hessenquell hat weniger Hopfen als Pils. Mit seinem süffigen Geschmack und seiner feinmalzigen Note soll es dem wachsenden Wunsch der Verbrauer nach milden Bieren Rechnung tragen. Peters jedenfalls zeigt sich begeistert: »Wunderbar zu trinken und ein guter Begleiter zu vielen Gerichten.«

In den Getränkemärkten der Kernregion ist Hessenquell Landbier seit dem 1. April zu haben. Peu à peu soll der Vertrieb auf ganz Hessen ausgedehnt werden. Die Einführung in der Gastronomie steht noch am Anfang. Bis zu den Maifeiertagen will man aber noch ein gutes Stück voran kommen. »Wir gehen dahin, wo die jungen Leute sind«, sagt Peters. Im Umfeld von Food-Trucks oder Regio-Burgern beispielsweise soll Hessenquell Landbier ausgeschenkt werden. Zunächst übrigens nicht gezapft, sondern aus der Flasche. Und in einen speziellen Seidel, auf dem das rote Hessenmädchen prangt.

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