Tierisches Drama

Küken-Unfall auf dem Großen Teich in Bad Nauheim

Das war eine brenzlige Situation am Sonntag auf dem Großen Teich im Bad Nauheimer Kurpark. Die Geschichte ging gut aus für das goldige Haubentaucherküken.
12. Juni 2018, 14:00 Uhr
Für das Haubentaucher-Küken ist die Geschichte gut ausgegangen. Das Erna-Ente-Team bittet Bootsfahrer allerdings darum, genügend Abstand zu Ufer und Inseln zu halten. (Foto: leo)

Ein Happy End hat es am Sonntagnachmittag für die am großen Kurparkteich ansässige Haubentaucherfamilie gegeben. Die hübschen Tauchvögel haben erst vor Kurzem Nachwuchs bekommen, doch kaum geschlüpft, ging eines der Kleinen verloren. Der rege Bootsverkehr erschwert den Haubentauchern die Jungenaufzucht. Oft fahren unvernünftige Besucher nah an Inseln und Ufer heran und stören die Wasservögel, die sich dort gerne im flachen Wasser aufhalten. Auch die Haubentaucher haben im Schutz der dicht bewachsenen Flachwasserzone vor der Insel ihr Refugium. Am Samstag wurde eines der Küken von seinen Eltern getrennt und stieß mit einem Boot zusammen. Besucher, die es retteten und zum Erna-Ente-Treff gaben, berichteten, dass es fast ertrunken sei.

 

Über Nacht bei der Pflegemutter

Zum Glück war dem Winzling nichts weiter passiert, und er überstand die Nacht bei seiner Pflegemutter unbeschadet. Am nächsten Tag war er fit und aktiv und zeigte regen Appetit. Einer Zusammenführung mit seinen Eltern stand nun nichts mehr im Wege.



Mitglieder des Erna-Ente-Teams fuhren mit dem Boot zur Insel, wo sich ein Haubentaucher mit den beiden Geschwistern im flachen Wasser aufhielt. Das zweite Elterntier kam einen Moment später dazu, es hatte einen kleinen Fisch für den Nachwuchs gefangen. Angesichts der Personen, die sich ihnen langsam näherten, waren die Haubentaucher misstrauisch und blieben auf Abstand. Das Küken piepste fleißig, doch allein fand es den Weg zurück nicht. Stattdessen blieb es bei seiner Pflegemutter – das war immerhin besser, als wieder ganz allein zu sein.

 

Erfolgreiches piepsen

Mehrmals entfernten die Haubentaucher sich wieder, doch das anhaltende Piepsen des Kükens lockte sie immer wieder zurück. Dann endlich fasste sich einer der Haubentaucher ein Herz, schwamm auf das Boot zu und rief nach dem Küken. Als der Abstand zwischen den beiden schrumpfte, wusste das Küken endlich wohin und steuerte zielstrebig auf den rufenden Altvogel zu. Dieser nahm das verlorene Baby sogleich auf den Rücken und schwamm zurück zu seinem Partner, der die anderen beiden Jungtiere versteckt im Rückengefieder trug. Die Zusammenführung war geglückt. Eine Erleichterung für das Erna-Ente-Team, denn sicher war das keineswegs.

 

 

Flausch-Gefieder gefährdet Küken

Kleine Haubentaucher können zwar von Anfang an schwimmen, doch ihr extrem weiches Gefieder saugt sich schnell mit Wasser voll. Das erschwert es den Kleinen, sich an der Oberfläche zu halten, sodass sie durchaus ertrinken können. Deshalb und zum Schutz vor Feinden tragen Haubentaucher ihre Jungen auf dem Rücken, bis sie besser schwimmen können. Wären die Eltern nicht nah genug an das Boot herangekommen, um das Küken aufzusammeln, hätte die Rückführung nicht geklappt. Zum Glück aber zeigten sie genug Mut und nahmen den Zwerg wieder auf. Wenn die Eltern nun Vorsicht walten lassen, steht einer erfolgreichen Jungenaufzucht nichts mehr im Wege. Sie finden im Teich genügend Insekten und kleine Fische.

 

In zehn Wochen werden die Kleinen selbst Fische fangen

In ein paar Wochen, wenn der Nachwuchs immer mehr Futter braucht, werden beide Elterntiere auf die Jagd gehen. Dann schwimmen die Jungen laut rufend auf dem Teich, bis Mutter oder Vater Beute gemacht haben und sie zu sich locken. In zehn Wochen werden die jetzt noch winzigen, schwarz-weiß gestreiften Küken groß sein und selbst tauchen und Fische fangen können. Die Haubentaucher haben bereits vor zwei Jahren erfolgreich drei Junge großgezogen.

Damit auch dieses Jahr alles gut geht, bittet das Erna-Ente-Team alle Bootsfahrer, mehrere Meter Abstand von den Inseln und Uferbereichen zu halten. Auch wenn nicht überall abgesperrt ist, stört jede Annäherung die Tiere, die ihre Jungen hüten. Neben den Haubentauchern halten sich dort auch Gänse und Enten mit Nachwuchs auf. Wer etwas Abstand hält und ein Fernglas mitbringt, kann die Tiere sehen, ohne sie aufzuschrecken, und die Küken in aller Ruhe beobachten.

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