11. Oktober 2018, 05:00 Uhr

DAB-Technik

Kein Rauschen mehr, das neue Radio ist digital

Es ist zum Verrücktwerden: Ausgerechnet, wenn das Lieblingslied läuft oder Blitzer erwähnt werden, rauscht das Radio. Bei DAB+ gibt’s das nicht. Aufs Digitalradio vertrauen immer mehr Wetterauer.
11. Oktober 2018, 05:00 Uhr

Von Erik Scharf , 1 Kommentar
Mit einem DAB+-Radio sind in der Wetterau über 30 Radio-Programme empfangbar. Das Digital-Radio verspricht einen kostenlosen und störungsfreien Empfang. Eine Internetverbindung wird nicht benötigt. (Fotos: dpa/pv)

Radio kann manchmal ziemlich nervig sein. Immer dann, wenn der Lieblingstitel läuft oder die Blitzer durchgesagt werden, rauscht es. Irgendwo ist das Signal gestört. Abwarten oder eine andere Frequenz ausprobieren? Der analoge Empfang hat seine Tücken. Auch deswegen hat die Digitalisierung das Radio erreicht – und scheint es allmählich zu erobern.

Die Technik heißt DAB und wird als Nachfolger der Ultrakurzwelle (UKW) bezeichnet. DAB steht für Digital Audio Broadcasting, also digitale Audioübertragung. Das Signal wird über Antennen übertragen und ist überall kostenlos und störungsfrei empfangbar– Internet wird nicht benötigt.

 

UKW-Radios verdrängt

Schon 1986 entschied die Europäische Ministerkonferenz ein digitales Hörfunksystem zu entwickeln. Seit 2004 sind die DAB-Geräte, die auch UKW-Sender und teilweise Internetradio empfangen, auf dem Markt. Der große Erfolg blieb aber aus. Erst als 2015 mit DAB+ eine Weiterentwicklung kam, ging der Absatz nach oben.

Eine der häufigsten Fragen der Wetterauer Kunden dreht sich um die Sendervielfalt, wie Andreas Kristen vom Elektro-Markt Expert Klein in Friedberg.berichtet. Derzeit sind in Hessen 33 Radio-Programme empfangbar, darunter alle Sender des Hessischen Rundfunks, aber auch private Sender wie Hit Radio FFH aus Bad Vilbel.

 

Wie ist der Empfang?

Eine weitere Frage, die den Kunden häufig unter den Nägeln brennt: Wie ist der Empfang? In der Wetterau ist das digitale Radio fast überall uneingeschränkt verfügbar. Laut einer Prognose von DAB+ kann lediglich in Nieder-Mörlen im Bereich zwischen der Frauenwaldschule und Am Erlensteg der Empfang in Gebäuden noch nicht funktionieren, das gilt auch für Teile von Ranstadt und Ortenberg.

Unterwegs ist die Wetterau mit DAB+ vollständig abgedeckt. So gibt es den Lieblingssender auch im Park, im Bistro oder beim Einkauf störungsfrei auf die Ohren. »Portable Geräte mit Batteriebetrieb gibt es schon ab 30 Euro«, sagt Kristen. Das teuerste Gerät bei Expert kostet 349 Euro.

 

Keine Frequenzsuche

Die Vorteile von DAB+: Mit einem Knopfdruck sind Senderwechsel möglich, die Frequenz-Suche ist nicht mehr nötig. Dazu bekommt man auf einem Display Senderinfos, Nachrichten, Details zur laufenden Musik und die Uhrzeit angezeigt.

Auch für das Auto gibt es DAB+-Radios, was besonders für Berufsfahrer interessant ist, die auch im hintersten Winkel der Republik nicht auf den heimischen Sender verzichten wollen. Jedoch ist DAB+ noch nicht serienmäßig und muss beim Autokauf als Zusatzleistung gebucht werden. Es gibt allerdings die Möglichkeit, das Autoradio mit einem Adapter sowie einer Scheiben- oder Dachantenne umzurüsten.

 

Klassische Radios bald verdrängt

In den Fachmärkten sind die klassischen Radios schon aus den Auslagen verdrängt. Bis das digitale Radio die Spitzenposition eingenommen haben wird, wird es aber noch dauern. Laut einer aktuellen Studie von »Die Medienanstalten«, der Dachmarke der 14 Landesmedienanstalten, hörten im Jahr 2017 noch 60 Prozent Radio über UKW, nur 22 Prozent über DAB+. Sechs Millionen Haushalte verfügten 2017 laut der Studie über ein digitales Radio.

Zwei Faktoren sprechen dafür, dass UKW die Spitzenposition an DAB+ verlieren wird. Erstens: Der Fachhandel vertreibt fast nur noch DAB+-Radios. Zweitens: Eigentlich sollte bis 2012 der analogen Hörfunk abgeschaltet werden. In Deutschland wurde die Frist aufgehoben, es gibt derzeit keine offiziellen Pläne der Bundesregierung, UKW flächendeckend abzuschalten. »Es kann in einem halben Jahr oder erst in drei Jahren passieren«, sagt Kristen. Sobald der Stecker gezogen wird, werden die klassischen UKW-Radios stumm bleiben.

Der Absatz im Fachhandel lässt noch zu Wünschen übrig: »Es könnten deutlich mehr sein. Viele haben von DAB noch nie etwas gehört«, sagt Kristen. Die Skepsis vor dem digitalen Radio verfliegt im Verkaufsgespräch aber schnell, wie Kristen sagt: »Den Kunden ist nur wichtig, dass sie ihren Lieblingssender hören können. Dann sind sie zufrieden.«

Info

Hier ist UKW Vergangenheit

Auf Helgoland und in Mittenwald (Kreis Garmisch-Partenkirchen) stellt Deutschlandradio als erster öffentlich-rechtlicher Anbieter auf DAB+ um. Die Programme Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova sind dort digital über Antenne empfangbar. Im November soll die analoge UKW-Ausstrahlung an beiden Orten abgeschaltet werden. Norwegen hatte als erstes Land der Welt im vergangenen Jahr die Radio-Übertragung über UKW abgeschaltet. Allerdings sanken seither die Hörerzahlen von rund 68 Prozent im Januar 2017 auf 48,2 Prozent Mitte Juli 2018. (dpa)

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