20. Februar 2019, 05:00 Uhr

Kita

Karben bietet Niddatal Kita-Plätze an

Die Stadt Karben hat in den letzten Jahren viele Kindergartenplätze geschaffen. In Niddatal sind die Plätze jedoch knapp. Nun hat Karben der Nachbarkommune ein Angebot gemacht.
20. Februar 2019, 05:00 Uhr
In Burg-Gräfenrode entsteht derzeit eine neue Kita mit 62 Plätzen. 25 davon – darunter sechs für Krabbelkinder – könnten für Niddataler Kinder freigehalten werden. (Foto: pe)

In Karben sind die Zeiten vorbei, in denen Kindergartenplätze Mangelware gewesen sind. In den vergangenen Jahren wurden verschiedene Umbauten und Anbauten gemacht, aber auch die größte städtische Kita, Am Breul, neu errichtet. Seit einigen Monaten wächst auch der Neubau einer weiteren Kinderbetreuungseinrichtung, nämlich in Burg-Gräfenrode. Bürgermeister Guido Rahn (CDU) legt seit Amtsantritt gesteigerten Wert darauf, dass die Eltern für ihren Nachwuchs ausreichend viel Platz finden. 

Jetzt überraschte das Stadtoberhaupt jedoch im Ausschuss für Jugend, Soziales und Kultur mit der Nachricht, dass zum Stichtag 

1. Februar in Karben 100 Kita-Plätze frei waren. Zum 1. März werden es laut Bürgermeister noch 80 freie Plätze sein. »Das heißt noch nicht, dass alle Eltern ihren Wunschplatz erhalten«, sagte er weiter. »Aber wir verfügen über ausreichende Kapazitäten, wenn dann auch einmal der Neubau in Burg-Gräfenrode fertiggestellt sein wird.« 

 

Container als Zwischenlösung

Im kleinsten Stadtteil entstehen aktuell 50 Kita-Plätze und zwölf U3-Plätze. Damit würden allein in diesem Stadtteil per Saldo rund 40 zusätzliche Plätze gegenüber der jetzigen Betreuungseinrichtung entstehen. 

Karben ist also in einer komfortablen Lage. Das kann die Nachbarkommune Niddatal nicht behaupten. Dort fehlen nach Angaben von Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel zwischen 80 und 90 Kita-Plätze. Der geplante Neubau für Ilbenstadt (im Kloster) ist noch nicht einmal begonnen worden. In Kürze soll die europaweite Ausschreibung erfolgen. Voraussichtlich könne diese Einrichtung erst 2021 ihren Betrieb aufnehmen, sagt Hertel.

Sein Amtskollege Rahn sagt: »Die beiden Städte liegen nur wenige Kilometer auseinander.« Deshalb habe er Hertel 25 Kita-Plätze in der neuen Einrichtung in Burg-Gräfenrode angeboten. »19 Kita-Plätze und sechs U 3-Plätze könnten für Niddataler Kinder bereitgestellt werden«, überraschte das Karbener Stadtoberhaupt die Ausschussmitglieder. In diesen Tagen werde er Hertel ein entsprechendes Vertragsangebot unterbreiten. Die neue Kita soll zum neuen Kindergartenjahr im August/September fertiggestellt sein. 

 

In Karbens Kitas läuft alles nach Wunsch

Rahns Amtskollege freut sich über das Angebot. »Darüber haben wir schon vor einigen Monaten gesprochen.« Es gebe in Niddatal einen Bedarf für eine weitere Kita, aber auch »politische Probleme«, das schnell umzusetzen. »Da ist es doch ein schönes Projekt für die interkommunale Zusammenarbeit, wenn wir in der Nachbarstadt für ein oder zwei Jahre eine Gruppe unterbringen können.« 

Zwar werde man als Zwischenlösung eine Containeranlage errichten, aber gerade für Ilbenstädter Eltern könnte das Angebot aus der Nachbarstadt eine gute Möglichkeit werden. Hertel denkt da vor allem an Eltern, die in Karben arbeiten. Die könnten ihre Kinder gleich im Auto mitnehmen. Bei nicht mobilen Eltern wäre es möglich, einen Fahrdienst zu organisieren. Aber das sei zu diesem Zeitpunkt noch zu weit gedacht. 

Für Anfang März haben die beiden Bürgermeister ein Treffen vereinbart, bei dem zunächst die Vertragsmodalitäten geklärt werden sollen. Denn Karben wird von der Nachbarstadt Miete für die Nutzung der Räume verlangen. 

Während es in Niddatal bei der Kinderbetreuung also Raumprobleme gibt, ist davon in Karben keine Rede. Auch sonst läuft in den Karbener Kitas alles nach Wunsch der Verantwortlichen. »Wir haben so viele Bewerbungen, dass wir die Anzeige von der Stadt-Homepage genommen haben«, teilte Rahn weiter mit. Denn: In der Stadt gebe es keine freien Stellen für Erzieherinnen mehr. Man erhalte zwei bis drei Bewerbungen pro Woche. Zudem gebe es bis auf Schwangerschaften »kaum Fluktuation«. Das liegt nach Ansicht des Bürgermeisters auch an den zusätzlichen Projekten wie Musikalische Kita, den Kunst- und den Sportprojekten. Gerade habe man das Sportprojekt »unbefristet verlängert«. Wie berichtet, erhalten die Kita-Kinder unter sportpädagogischer Anleitung von Tanja Neuwirth altersgemäßen Sportunterricht. »Durch solche kleinen Highlights werden auch die Kindergärtnerinnen entlastet«, freut sich Rahn. »Auch dadurch gibt es weniger Fluktuation.« 

 

Info

Wie viele Kita-Plätze?

Insgesamt 134 U3-Plätze und 584 Kindergartenplätze (Kiga) stehen in den städtischen Kindertagesstätten (Kitas) in Karben zur Verfügung. In der »Kinderwelt« in der Dieselstraße sind es zwölf U3- und 50-Kita-Plätze, Am Breul gibt es 36 U3- und 75-Kita-Plätze. Die Kloppenheimer »Glückskinder«-Einrichtung verfügt über 24 U3- und 85-Kiga-Plätze, die Rendeler »Himmelsstürmer« kommen auf 22 U3- und 105 Kiga-Plätze. Die Kita »Wirbelwind« in Klein-Karben bietet 16 U3-Plätze und 69 Kiga-Plätze, der »Zauberberg« 24 U3- und 100 Kiga-Plätze. In der städtischen Kita in Petterweil werden 100 Mädchen und Jungen im Kindergartenalter betreut. Hinzu kommen 20 Kita-Plätze im Waldkindergarten »Matsche Pampe« sowie in Kloppenheim 25 Hortplätze.

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