In den nassauischen Residenzen

14. Mai 2018, 20:22 Uhr
Die Gruppe besichtigt mit Hans Wolf auch die Unionskirche in Idstein. (Foto: Streichan)

Eine Tagesfahrt führte den Friedberger Geschichtsverein unter Führung von Hans Wolf in die nassauischen Residenzen Idstein, Altweinau und Usingen. Die Nassauer stellten mit Adolf von 1290-98 nur einmal einen deutschen König, wurden aber in den Niederlanden und Luxemburg bedeutend. Aufgrund von Teilungen entstanden viele Residenzen wie Idstein, Usingen, Wiesbaden. Förderte der nicht ertragreiche Erzabbau im Taunus eine Zeitlang die Wirtschaftskraft, verarmte im 19. Jahrhundert das Land mit der Folge häufiger Emigration.

Idstein, Residenz von 1355-1721, hat wie Friedberg einen Bergfried mit Butterfassform als Wahrzeichen, wegen der Hexenverfolgungen 1676/77 auch Hexenturm genannt. Fürst Johann baute im 30-jährigen Krieg die Burg zum Residenzschloss um. Fachwerkbauten bestimmen das Stadtbild.

Hinter schlichten Mauern erstrahlt die jüngst restaurierte Unionskirche in neuem Glanz. Mit romanischem Ursprung wurde sie 1330/40 als gotische Stiftskirche St. Martin vollendet. Johann wandelte sie 1669 zur Predigt- und Hofkirche um. Auch aus familiären Gründen verordnete Herzog Wilhelm 1817 das Zusammengehen der lutherischen und der reformierten Kirche. In ihr, der Grablege der Nassauer, ist im Altarbereich und an den Säulen viel Lahnmarmor verarbeitet, Decke und Wände schmücken 38 Barockgemälde.

Das Dörfchen Altweilnau überragt seine Burg; gegenüber ist Neuweilnau als Ergebnis einer der vielen Teilungen entstanden. Während in der Wüstung Landstein ein Restaurantname noch auf die Mühle hinweist, steht die Turmruine der Kirche, deren Säulen in Usingen verbaut wurden, abseits. Ebenso ergeht es dem Gutshof der Wüstung Stockheim bei Usingen. Die Stockheimer waren Burgmannen mehrerer regionaler Herren; ihr Gerichtsbezirk ging später an Nassau über.

In Usingen entstand unter Fürst Walrad für die Ansiedlung von Hugenotten im 17. Jahrhundert die Neustadt. Bekannt ist der Markt mit der heute umgewidmeten Kirche, das Wohnviertel mit den Barockhäusern des Baumeisters Stengel und der Schlosspark.

Eine weitere Station war das Pfarrhaus in Rod an der Weil, eines der ältesten Deutschlands. Weil ein Dorf im Kirchenbezirk die Reformation nicht mitvollzog, predigte der Pfarrer zeitweise für beide Konfessionen.

Zum Abschluss studierte man in Ziegenberg die Inschrift des Gedenksteins, der vom Schlosshof an die Straße versetzt wurde. Goethe lieferte aus Weimar Stein und Spruch an Diede zum Fürstenstein, Freund von Goethes Weimarer Herrscher August und Burgmann zu Friedberg.

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