08. Februar 2019, 20:08 Uhr

Hier haben Männer keinen Zutritt

08. Februar 2019, 20:08 Uhr

Einmal im Jahr ist das Nieder-Wöllstädter Bürgerhaus fest in Frauenhand. Am Weiberfassnacht-Donnerstag feiern knapp 300 Frauen ganz unter sich und das in diesem Jahr bereits zum 25. Mal. »Damals gab es nur die Weiberfassenacht in Kaichen und Karben«, sagt Elke Blum, zusammen mit Christa Köhler und Sabine Heger eine »Frau der ersten Stunde« und noch heute aktiv.

Schon als Teenager dabei waren die heutige Moderatorin Corina Waldschmidt und Verena Best, die sowohl in der Bütt als auch als Tänzerin aktiv ist. Das Besondere an den bis zu 60 »Wöllschter Weibern«: Sie organisieren ihr Fest in Eigenregie.

Die Ursprünge liegen in der alljährlichen Feier der »Heppedies«, einer Frauenturngruppe, die an Weiberfassenacht intern feierte. Blum: »Irgendwann reifte die Idee, doch eine Veranstaltung durchzuführen.«

Fleißige Bienen bedienen

Der gerade gegründete Concordia-Frauenchor, in dem auch einige Turnerinnen aktiv waren, wurde ins Boot geholt. Bis heute eröffnet der Chor das Programm. Die erste Sitzung fand noch im Hölzle-Saal statt. Der war von über 100 Frauen geradezu gestürmt worden. »Wir haben uns hinter der Garderobe umgezogen«, erinnert sich Heger. Köhler stand schon in der ersten Sitzung in der Bütt. »Die Rede hatte ich vom Hausmeister der Firma, in der ich damals arbeitete«, erzählt die Wöllstädterin, die ihre Büttenkarriere vor zehn Jahren beendete.

Seitdem ist sie in der Küche aktiv, schmiert und belegt Brötchen. Eintritt wurde bis 2001 nicht erhoben, stattdessen ging der Hut rum. Schon zwei Stunden vor der Saalöffnung um 18.30 Uhr standen die ersten Frauen im Foyer. »Es war immer toll, wenn wir die Tür öffneten, und die Frauen stürmten in den Saal«, erinnert sich Corina Waldschmidt. Männer hatten von Anfang an keinen Zutritt, abgesehen von Musiker und Chorleiter Martin Winter, der bis vor drei Jahren dabei war und den Technikern sowie den »fleißigen Bienen«, den Concordia-Männern als Bedienungen. »In den Anfangsjahren versuchten immer wieder Männer als Frauen in den Saal zu kommen. Wir haben sie alle erkannt und nach draußen komplimentiert«, sagt Blum, die bis 2000 zusammen mit Heidi Schmitt durch den Abend führte. 15 Jahre übernahm dann Anja Hübl die Moderation, immer in anderen Rollen. Ein Elferrat stand nie zur Diskussion wie Programmpunkte »einzukaufen«, denn »wir wollten einfach Spaß haben und nie professionell sein«, sagt Blum. Best kontert: »Heute sind wir das schon.« Bereits im September beginnen die Planungen. »Let’s Rock« heißt das Motto in diesem Jahr. Und natürlich wird Waldschmidt im passenden Kostüm durch den Abend führen.

Die einstige Generalprobe am Mittwochabend ist längst zur Männersitzung geworden, bei der der Hut noch rumgeht. »Unsere Männer waren ja schon immer dabei«, sagt Verena Best. Inzwischen sind es über 100. »Sogar die Straßenbauer aus Ostdeutschland kommen, obwohl sie gar nicht mehr in Wöllstadt arbeiten«, erzählt Best.

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