17. Dezember 2018, 14:00 Uhr

Feuerwehr Heuchelheim

Heuchelheimer Feuerwehr irritiert über Strategie der Stadt

Bernd Mayer ist Ehrenvorsitzender der Heuchelheimer Feuerwehr. Bei der Hauptversammlung brandet die Diskussion um ein neues Gerätehaus auf, das bereits genehmigt war.
17. Dezember 2018, 14:00 Uhr
Die Feuerwehrmänner Florian Wilhelm (l.) und Felix Vetter schauen sich die neue Sicherheitskleidung für die Reichelsheimer Feuerwehrleute an. Die Jacken sind aus noch strapazierfähigerem Stoff und etwas kürzer. Die Helme fallen ganz anders aus als die derzeitigen Modelle, sie sind leuchtend gelb und ergonomischer geformt. (Fotos: Dauernheim)

»Hätte ich das gewusst, hätte ich mich etwas schicker angezogen«, sagt Bernd Mayer. Einstimmig wählten ihn die Vereinsmitglieder der Heuchelheimer Feuerwehr den 62-jährigen zum Ehrenvorsitzenden.

Zuvor hatte der Verein in mehreren Punkten die Satzung geändert. Dafür sprächen drei Gründe: Die Datenschutzverordnung, das Bestreben eingetragener Verein zu werden und die Möglichkeit einen Ehrenvorsitzenden zu wählen. »Damit sind wir auf der sicheren Seite, das nimmt Risiken«, erklärte Kassierer und Rechtsanwalt Ulrich Donath. Umgehend votierten die Mitglieder während der Jahreshauptversammlung am Freitagabend dafür, die neue Satzung sofort in Kraft zu setzen. Damit hatte Mayer nicht gerechnet. Nun ist er der erste Ehrenvorsitzende des Feuerwehrvereins, der 1952 gegründet wurde. Mayer war von 1995 bis zum Vorjahr Vorsitzender. »In dieser Zeit fiel die Neuanschaffung des Löschfahrzeugs und des Transportfahrzeugs, die Feiern zum 50-jährigen Bestehen, außerdem organisierte er viele Ausflüge, die uns in Erinnerung bleiben«, zählte Vorsitzender und Wehrführer Oliver Günther auf.

Wehrführer und Vereinsvorsitzender Oliver Günther (l.) gratuliert Bernd Mayer zur Wahl zum Ehrenvorsitzenden.
Wehrführer und Vereinsvorsitzender Oliver Günther (l.) gratuliert Bernd Mayer zur Wahl zum...

Derzeit hat der Verein 152 Mitglieder, fünf mehr als im Vorjahr, das sei auf die Werbeaktion zurückzuführen, sagte Günther. 16 Aktive hat die Einsatzabteilung, sie leistete 1060 Stunden ehrenamtlichen Dienst. Zeitaufwendigster Einsatz waren die Hilfeleistungen beim Unwetter am 22. Mai. Günther kritisierte den immensen Zeitaufwand für die Verwaltung, daher forderte er, die Stadt möge eine hauptamtliche Stelle schaffen, die die Feuerwehren entlastet.

Die Aktiven hätten an sieben Terminen das Feuerwehrgerätehaus renoviert. Neue Tore würden im Januar montiert. Damit seien einige Mängel an dem maroden Gerätehaus behoben. Problematisch sei die Lage bei der Jugendfeuerwehr, informierte Jugendwart Felix Vetter. Inzwischen hätten sich die Gruppen aus Dorn-Assenheim, Reichelsheim, Blofeld und Heuchelheim zu einer Übungsgruppe zusammengeschlossen. Die Teilnehmerzahl sei stark schwankend, meist seien es noch ein Trupp von neun Jugendlichen. Zur Heuchelheimer Jugendfeuerwehr gehöre nur noch ein Mitglied. Erfreulich sei, dass Tim Dauernheim die Leistungsspange bestanden hat, sagte Vetter.

 

Boom bei den Löschzwergen, Flaute bei der Jugendfeuerwehr

Ganz anders die Situation bei der Bambini-Feuerwehr, den Löschzwergen. »Zu den Treffen kommen bis zu 20 Kinder aus Heuchelheim, Reichelsheim, Blofeld, Bingenheim und Echzell«, berichtete Corina Karl. »Der Weg über die Bambini-Gruppen Feuerwehrnachwuchs zu gewinnen, ist ideal«, lobte Vize-Stadtbrandinspektor Markus Ritter. Der Rückgang der Jugendlichen in den Jugendfeuerwehren sei erschreckend. »Da wollen wir tätig werden«, verspricht er.

Ritter bat die aktiven Heuchelheimer Wehrleute um Geduld hinsichtlich der begrenzten Lehrgangsplätze. Vorrang habe die Ausbildung der Verantwortlichen jungen Leitungsriege, die noch nicht alle Lehrgänge absolviert habe. Bis zum kommenden Jahr müssten die besucht sein, sonst könne der Kreis Stadtbrandinspektor und junge Wehrführer absetzen. Ritter erwähnte, dass sich die Stadt dazu entschlossen habe die dezentralen Standorte der Feuerwehren beizubehalten. Dies bestätigte auch Magistratsmitglied Martin Welti, der den erkrankten Bürgermeister Bertin Bischofsberger vertrat.

 

Strukturdiskussion beendet?

»Ist damit die Strukturdiskussion innerhalb der Reichelsheimer Feuerwehren beendet«, fragte Bernd Mayer. Er erinnerte daran, dass vor drei Jahren die Heuchelheimer den schon bewilligten Bau eines neuen Gerätehauses am Bauhof zurückstellen ließen, weil die Diskussion über einen zentralen Feuerwehrstützpunkt aufkam. Enttäuscht zeigten sich die Heuchelheimer auf diese Weise über die neue Strategie der Stadt zu ihren Feuerwehren zu erfahren. Ritter empfahl die Wehr solle sich ein Konzept überlegen, wohin sie sich entwickeln möchte.

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