04. Dezember 2018, 20:26 Uhr

Hessischer Humor mit viel Selbstironie

04. Dezember 2018, 20:26 Uhr
Hessische Originale: Klaus Riegelhuth (l.) und Gottfried Lehr. (Foto: pv)

Einen heiteren hessischen Nachmittag gibt es alljährlich im Kulturcafé Ostheim. Jetzt gestaltete ihn der Bad Vilbeler Liedermacher und Ingenieur Gottfried Lehr zusammen mit seinem literarischen Kollegen Klaus Riegelhuth.

Gottfried Lehr ist in der Wetterau für zweierlei bekannt: Zum einen verantwortet sein Ingenieurbüro für Gewässerschutz in Bad Vilbel einen Großteil der Nidda-Renaturierung, und zum anderen schreibt der Bad Vilbeler leidenschaftlich gern Musik in hessischer Mundart. Hauptberuflich hat Gottfried Lehr es sich zur Aufgabe gemacht, den »Lebensraum Fließgewässer« wiederzubeleben und durch geeignete Konzepte die Bedürfnisse von den Menschen und der Natur wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Nun werden seine Konzepte auch an anderen Fließgewässern umgesetzt: So arbeitet er unter anderem auch an Projekten in Butzbach.

In Lehrs Liedern geht um viele Themen, um die (vergangene) große Liebe, um Lebensträume, um die Kraft des Frühlings, der für Aufbruch und Neubeginn steht. Er hat auch einen wachen Sinn für die politischen Entwicklungen dieser Tage. Und immer wieder schwärmt er für seinen Fluss Nidda, die er wie ein Minnesänger romantisch besingt.

Der Aufbau, den Gottfried Lehr diesem Vortragsnachmittag gab und der zugleich die Person Gottfried Lehrs am ehesten charakterisiert, lässt sich mit Friedrich Stoltze Worten vorstellen: »Mein Herz, das hat zwei Kämmerlein, der Scherz, der wohnt in einem drein, ein loser lustger Kamerad, der lacht und singt von früh bis spät. Der Ernst, der in dem anderen wohnt, der blickt gern träumerisch in den Mond.«

Seine große Liebe zum Fluss Nidda bringt er in dem Lied »Wenn ich an de Bach geh’« zum Ausdruck. In dem sehr melancholischen Lied »Manchmal« spricht er von großen Lebensträumen, die man aufgeben musste.

Er verarbeitet aber auch, was ihn im Alltag bewegt: Er macht die Augen nicht zu vor politischen Entwicklungen. »Warum?«, heißt das Lied, in dem sich Lehr klar gegen Rassismus, Ausgrenzung und rechtspopulistische Hetze positioniert. Oberhand behält aber immer wieder sein hessischer Humor, verbunden mit sehr viel Selbstironie.

Dass eines seiner Vorbilder die »Rodgau Monotones« sind, kann der »harte Hesse« Lehr nicht verleugnen. Überhaupt spielen die zentralen Symbole der hessischen Kultur: »Bembel, Brezel, Handkäs und Apfelwein« in seinen Liedern eine Rolle.

Geschichten aus dem Alltag

Natürlich dürfen auch die Seitenhiebe auf das Verhältnis von Frankfurt gegen Offenbach nicht fehlen, wie im Lied »Frankfurt«.

Klaus »Richie« Riegelhuth ist ein Bad Vilbeler Original und in der Wetterau für zweierlei bekannt: Zum einen ist er Händler von teuren kubanischen Zigarren und zugleich selbst leidenschaftlicher Raucher derselben, zum anderen feilt der zweite Bad Vilbeler im Team ebenfalls leidenschaftlich gern an Texten in Musik in hessischer Mundart. Zahlreiche Vorfahren Riegelhuths kommen aus Nieder-Weisel. Viele von ihnen sind ausgewandert und finden sich in den Auswandererlisten nach Amerika und Australien wieder. Mehrere Jahre hat Riegelhuth in Kuba gelebt. Er erzählte von der Heimatliebe der Hessen, wie sie vor allem wohl in jenen letzten berühmten Zeilen des »Mein Frankfurt«- Gedichts von Friedrich Stoltze zum Ausdruck kommt. Den Großteil seiner Erzählungen an diesem Nachmittag aber machten die heiteren Geschichten aus dem Alltag aus.

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