Eine außergewöhnlich gelungene Weibersitzung haben die Landfrauen am Donnerstagabend in der Horlofftalhalle gefeiert. Dabei konnten sie mit einer Vielzahl eigener Tanzgruppen auftrumpfen, die durch Gastgruppen ergänzt wurden. Die kurzweiligen Wortbeiträge zeichneten sich durch angenehmen Humor und ironische Blicke auf Rollenbilder aus. Die zahlreichen Gäste aus der Region, fast ausschließlich kostümierte Frauen aller Altersgruppen, belohnten das Programm mit begeistertem Applaus.

Wer erstmals den Echzeller Weiberfasching besucht, merkt schnell, dass die Sitzung eine der außergewöhnlichen Veranstaltungen in der Region ist. Das beginnt schon bei den Besucherinnen, die oft als Gruppen sehr aufwendige Kostüme tragen. Wenig davon ist von der Stange. Passend zu den Landfrauen ist vieles selbst gemacht.

 
Fotostrecke: Weibersitzung der Echzeller Landfrauen

Tipps fürs Alter

Dieser Aufwand spiegelt sich auch in den beiden Moderatoren des Abends wider. »Harmony« (Johanna Hennig) erklärt, sie sei für eine Nacht auf die Erde gekommen, um Glück, Friede und Freude zu verbreiten. Ihr Kostüm erinnert an einen Zirkusdirektor. Ihren Hut ziert eine Manege mit Playmobil-Figuren und Beleuchtung. »Harmony« verspricht denn auch eine »einzigartige Freak-Show in der größten Manege der Wetterau«. Dabei steht ihr »Mystique« (Thorsten Schuhmacher) zur Seite, der nach eigener Aussage aus »den dunkelsten Abgründen der Hölle« kommt, »um das Leben verrückter, verruchter, spektakulärer zu machen«.

Das Programm des Abends hält diese Versprechen und das hohe Niveau ein. Mit der Garde, den »Bee Teens«, dem Tanzkreis, den »Blue B’s«, den »Biese Bixxe« und dem Männerballett »Men Power« bringen die Landfrauen sechs eigene Tanzgruppen auf die Bühne. Alle glänzen durch ausgefeilte und perfekt vorgetragene Choreografien, oft mit Überraschungseffekten. Zu entscheiden, welche die beste ist, bleibt Geschmackssache.

Sehr originell ist auf jeden Fall die »Men Power«, deren Tanz in verschiedenen Variationen das Thema Baustelle einschließlich Schwarzarbeit und Zollfahndung behandelt. Dass zum Abschluss das skandalträchtige »Wrecking Ball«-Video von Miley Cyrus zitiert wird, dürfte einer der Höhepunkte des Abends gewesen sein.

Nicht minder fantasievoll zeigen sich die Tänzerinnen von »Sunshine« aus Melbach zu den Klängen von »Presslufthammer-Bernhard« als Bauarbeiter. Immer wieder wechseln bei ihrem schwungvollen Auftritt die Kostüme, um unter anderem die vier Buchstaben »YMCA« des gleichnamigen Titels der »Village People« darzustellen.

Wie wichtig auch den auswärtigen Gruppen der Auftritt bei den Landfrauen in Echzell ist, zeigen »Impuls« aus Nidda. »Ihr denkt euch jetzt mal die Gruppe mit zehn Personen mehr, weil zehn von denen liegen flach«, erläutert »Harmony«, dass die Tänzerinnen trotz vieler Ausfälle auftreten. »Bei dene kann die Epidemie einschlache, die tanze immer noch«, bewundert die Moderatorin, dass »Impuls« trotzdem einen tollen Auftritt abliefert.

Den bieten auch die Wortbeiträge – wobei Wortbeiträge im weitesten Sinn zu verstehen ist. Denn einer der besten Sketche kommt ohne Worte aus. Sieben Jugendliche zeigen, dass ein Pärchen im Kino Zärtlichkeiten austauschen kann, auch wenn es durch eine Reihe anderer Besucher getrennt ist.

Nicht minder gelungen ist die moderne Fassung von Frau Holle, in der die Märchenfigur durch ihre Vorliebe für Likör beeindruckt. Wertvolle Tipps fürs Alter geben Lisbeth (Carmen Geier) und Gerda (Natalie Stoll) unter anderem zu den Gefahren der Körperpflege. »Ich geh jetzt auf die 70 zu«, stellt Gerda fest. »Wenn du dich da eincremst, denkt dein Körper, das ist die letzte Ölung und stellt alle Körperfunktionen ein.«

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