28. September 2018, 11:00 Uhr

Rock gegen Hass

Friedberger setzen Zeichen bei "Rock gegen Hass"

Friedberg ist Chemnitz eigentlich zuvorgekommen. »Rock gegen Hass« im Friedberger Junity ist schon lange geplant. Anlass dafür gibt es genug, sagen die Veranstalter.
28. September 2018, 11:00 Uhr
Im Junity laufen die letzten Vorbereitungen für das Konzert der Antifaschistischen Bildungsinitiative. Andreas Balser (l.) und seine Mitstreiter werden zwar von der Stadt und dem Wetteraukreis unterstützt, die Organisation übernehmen sie aber in Eigenregie. (Foto: pm)

Wann treffen sich die ehrenamtlichen Helfer? Wer kümmert sich um die Bands, und wann startet das Quiz zum Thema Menschenrechte? Diese und andere Fragen haben etwa 20 Jugendliche und junge Erwachsenen am Mittwoch im Friedberger Junity besprochen. Seit drei Monaten treffen sie sich dort, um ein Konzert unter dem Motto »Rock gegen Hass – Für Demokratie und Menschenrechte« auf die Beine zu stellen. Dafür haben sie Anträge auf Fördergelder ausgefüllt, Plakate entworfen und vier Bands an den Start gebracht, davon zwei aus der Wetterau. Am Freitag ist es soweit.

 

Immer und überall für Menschenrechte und Demokratie einstehen

Es liege gerade an der jungen Generation, immer und überall für Menschenrechte und Demokratie einzustehen, sagt Andreas Balser, Vorsitzender der Antifaschistischen Bildungsinitiative (Antifa-BI), die die Veranstaltung organisiert. Er rechne vor allem mit Gästen bis 25 Jahre. Neben der Live-Musik soll es ein Quiz über Menschenrechte geben sowie eine Lese-Ecke und Info-Stände, etwa vom Beratungsnetzwerk Hessen zu Rassismus und Rechtsextremismus oder der Landeszentrale für politische Bildung zu den Landtagswahlen. »Ich glaube, in Kombination mit Musik kommt das bei jungen Menschen gut an«, sagt Balser. »Ein politischer Vortrag würde wohl weniger Jugendliche erreichen.«

Der gemeinnützige Verein aus Friedberg wird bei dem Event von der Stadt, dem Land Hessen durch das Programm »Hessen aktiv für Demokratie und gegen Extremismus« und dem Wetteraukreis mit Hilfe des Bundesprogramms »Demokratie leben!« unterstützt. Einige der Bands spielten zum Freundschaftspreis, erklärt David Schmidt, einer der Organisatoren. Das Konzert koste deshalb keinen Eintritt.

 

Vier Bands für lau

Mit dem Konzert schlagen die Friedberger in die Kerbe der Großveranstaltung »#Wirsindmehr« nach fremdenfeindlichen Übergriffen in Chemnitz. Gewalt sei jedoch nicht der Anlass für das Konzert in Friedberg, sagt Balser. Um Menschenrechte und Demokratie hochzuhalten, müsse man nicht erst auf eine solche Aktion warten. Ein besserer Grund zum Feiern sei der 70. Geburtstag der Menschenrechtscharta in diesem Jahr.

Dennoch sagt er: »Auch in der Wetterau wollen einige Leute nicht akzeptieren, dass die Menschenrechte für alle gelten.« Vor allem rechtsextreme Gruppen seien damit aufgefallen. Die Grundrechte sehe er auch durch Hass auf Menschen einer bestimmten Religion, Sexualität oder Geschlechts gefährdet.

 

Auch Reggae, Punk und Pop

Die Antifa-BI organisiert in der Wetterau Vorträge, Filmvorführungen oder Demonstrationen. Themen sind zum Beispiel Diskriminierung im Alltag oder der Rechtsruck in der Gesellschaft. »Wir sind alles andere als militant«, sagt Balser und lacht. »Wir haben sogar Mitglieder aus FDP und CDU.«

Musikalisch wird beim »Rock gegen Hass« aber nicht nur Rockmusik, sondern auch Reggae, Postpunk und Pop geboten – teilweise mit sozialkritischen und politischen Liedtexten. Aus der Wetterau sind die Gruppen Elfmorgen und Shortless vertreten. Dazukommen Juicy Roadkill aus dem Raum Frankfurt und The Screwjetz aus Langenselbold. »Politische Statements auf der Bühne sind erwünscht«, sagt David Schmidt, einer der Organisatoren.

Die Wetterauer Band Shortless geht für Demokratie auf die Bühne.	(Archivfoto: lod)
Die Wetterauer Band Shortless geht für Demokratie auf die Bühne. (Archivfoto: lod)

Politische Bildung bei einem Konzert – ob das wirklich ankommt? »Das klappt«, ist Balser überzeugt. »Natürlich können wir niemanden zwingen, sich mit den Menschenrechten zu beschäftigen, aber wir haben gute Erfahrungen mit solchen Veranstaltungen gemacht. Es ist eine Chance, das Interesse junger Leute an Politik zu wecken.«

Das Konzert unter dem Motto »Rock gegen Hass – Für Demokratie und Menschenrechte« findet am Freitag, 28. September, ab 18.30 Uhr im Junity (Burgfeldstraße 19) in Friedberg statt. Der Eintritt ist frei.

Info

Kreis fördert Konzert

Technik, Gagen, Flyer und Poster für das Konzert »Rock gegen Hass« finanziert der Wetteraukreis aus dem Projekt »Demokratie leben!«, das wiederum durch den Bund gefördert wird. »Jugendliche und junge Erwachsene setzen sich ganz anders mit Demokratie, Respekt und Vielfalt auseinander als zum Beispiel Senioren«, sagt Cornelia Wenk vom Fachbereich Jugend und Soziales des Wetteraukreises. Ein Konzert bewege sie womöglich mehr als ein Vortrag oder eine Ausstellung. »Demokratie leben!« unterstützt ganz unterschiedliche Vereine, die Projekte zu Demokratie, Rechtsextremismus, Flucht und Asyl auf die Beine stellen. 2018 waren das bislang 34 Projekte.

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