Wohin mit Gerümpel?

Friedberger Expertin: So entrümpeln Sie Wohnung und Büro

Der Kleiderschrank quillt über, auf dem Dachboden stapelt sich Gerümpel. Man müsste ausmisten. Doch wo und wie anfangen? Sabine A. Fischer gibt darüber VHS-Kurse und weiß Rat
13. Februar 2018, 14:00 Uhr
Kann das weg? Oder ziehe ich es noch an? Gar keine leichten Fragen und deshalb ist das Ausmisten auch so schwer. Doch mit der richtigen Methode kann es klappen, meint Architektin Sabine A. Fischer. (Foto: dpa/pv)

Was haben Sie zuletzt entrümpelt?

Sabine A. Fischer: Mein Büro. Das mache ich immer nach einem Jahr. Ich schaue alles durch, miste Kataloge und Papier aus.

Ein Bügelbrett unter dem Bett lässt keine Liebe aufkommen

Sabine A. Fischer

Was verstehen Sie unter Gerümpel?

Fischer: Es sind ungeliebte und überflüssige Gegenstände. Alles, was die Garage, den Dachboden oder die Abstellkammer verstopft. Wir haben von allem zu viel.

Warum ist es Ihrer Meinung nach wichtig, immer wieder auszumisten?

Fischer: Gerümpel macht unglücklich. Räume müssen atmen. Es sind Lebensräume und keine Abstellräume. Jetzt, wo der Frühling naht, möchten viele Ballast loswerden. Doch bevor man putzt, muss man aufräumen.

 

Sabine A. Fischer
Sabine A. Fischer

 

Wieso fällt gerade das Menschen so schwer? Sich von Dingen zu trennen und wegzuwerfen?

Fischer: Wir haben ein Hang zu Symbolen und einen Drang, an Dingen festzuhalten. Das sieht man an Dekorationsartikeln zu Weihnachten oder Ostern. Gegenstände können sich nämlich negativ auf den Menschen auswirken.

Wie meinen Sie das?

Fischer: Alte Bilder von eigentlich »ungeliebten« Menschen hängen an der Wand, vertrocknete Pflanzen stehen in der Ecke, alte Kunst, die niemand mag, verstopft das Regal, sogar Bücher können Negatives ausstrahlen.

Was kann man also tun?

Fischer: Sich beim Ausmisten kleine Ziele setzen: Zunächst fängt man mit einer Schublade oder einem Regal an und sortiert nach Werkstoffgruppen. Dann muss man sich vier wichtige Fragen stellen: Liebe ich es? Nutze ich es? Brauche ich es? Bringt es mich zum Lächeln? Wenn nicht, wird es aussortiert.

Wie geht man am besten vor?

Fischer: Eine Strategie ist nötig. Ich brauche ein Bild von dem, was ich mir wünsche. Wie soll die Garage, der Keller, das Zimmer hinterher werden.

Wo soll man mit seinem Gerümpel hin? Für andere ist es gar kein Gerümpel.

Fischer: Das muss man sich genau überlegen. Es gibt den Sperrmüll, aber auch Second-Hand-Läden, Flohmärkte oder Einrichtungen, die noch gut erhaltene Sachen gebrauchen können. Vielen fällt es leichter, etwas auszumisten, wenn sie wissen, dass es hinterher noch benötigt wird.

Bei Ihnen spielt die Lehre nach Feng Shui eine wichtige Rolle. Was verstehen Sie darunter?

Fischer: Starre Regeln und Gesetze gibt es nicht. Es geht um eine naturkonforme Umgebung. Die Welt auf harmonische Weise zu arrangieren. Für manche hat rot eine Assoziation mit Horror, andere wiederum verbinden damit Kraft und Stärke. Das muss man individuell erspüren.

Wie machen Sie das?

Fischer: Ich komme ins Gespräch mit den Menschen. Als Architektin versuche ich herauszufinden, was die Bewohner möchten. Das Ziel ist, alle glücklich zu machen, die an diesem Ort leben.

Wie beeinflusst einen das Gerümpel oder die Unordnung?

Fischer: Es gibt Sachen, die gehören einfach aufgeräumt, in einen organisierten Stauraum. Ein Bügelbrett unter dem Ehebett lässt keine Liebe aufkommen, der Aktenschrank vor dem Bett ist auch äußerst ungemütlich. Nicht auszumisten ist Stagnation. Entrümpeln heißt loslassen und das tut gut.

Wie schafft man es, zum Beispiel mit Kindern, diese Ordnung zu halten?

Fischer: Ich nenne es: »Das lachende Kinderzimmer«. Wenn dort regelmäßig ausgemistet und mit Spaß aufgeräumt wird, tut das allen gut.

Gilt das Ausmisten eigentlich auch für den Arbeitsplatz?

Fischer: Absolut. Der Blick auf Kabelgewirr führt zu Gewirr im Kopf, Papier- und Aktenberge blockieren immens.

In ihrem Seminar geht es auch um das Entrümpeln von Gärten gehen. Gibt es wirklich Gerümpel in Gärten?

Fischer: Aber ja. Das überquellend Gartenhaus, die alten, teils kaputten Gartenmöbel, verdorrte Pflanzen oder es ist der Blick aus dem Wohnzimmer direkt auf den Komposthaufen.

Mit welchen Bedürfnissen und Schwierigkeiten kommen die Teilnehmer in Ihr Seminar?

Fischer: Vielen ist bewusst, dass sie etwas tun müssen. Manche schämen sich. Sie haben kaum den Mut, sich den Dingen zuzuwenden. Da braucht es einen ersten »Schubs«.

Info

Seminar bei der VHS

Bei der Volkshochschule Wetterau gibt Sabine A. Fischer am Samstag, 17. Februar, in Friedberg in der Friedensstr. 18 das Seminar »Feng Shui für Gärten und Räume«. Darin soll es praktisches Wissen zum Entrümpeln und Neugestalten von Wohnungen und Gärten geben. Weitere Infos online unter www.vhs-wetterau.de, telefonisch unter 0 60 31/7 17 60 oder unter www.modern-Life-design.com. (koe)

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