20. Februar 2019, 19:11 Uhr

»Frau Meier« wird heute 70 Jahre alt

20. Februar 2019, 19:11 Uhr
Das erste Studiofoto von Manfred und Elvira Seipel, das im Amerika-Urlaub vor fast 25 Jahren entstanden ist. (Fotos: hau/pv)

Dass er eines Tages die Fassenacht nicht in Mörlau feiern würde, hätte sich Manfred Seipel wohl nie träumen lassen. Seit Jahren fasziniert ihn aber die Idee, einmal die Cowboy-Fastnacht in Texas zu erleben. Zum heutigen 70. Geburtstag ist es soweit: Seine 15. Themenreise in 24 Jahren führt das Western-begeisterte Ehepaar Seipel während der dieser fünften Jahreszeit nach Bandera, der Cowboy-Hauptstadt im schroffen Texas Hill Country.

»Lebensträume sollte man nicht zu lange verschieben«, sagt Seipel mit einem Schmunzeln im Hinblick auf sein Alter. Seit das Ehepaar zur Silberhochzeit das Startkapital für seine erste Amerika-Reise geschenkt bekam, sind die Westernfans immer wieder mit neuen Schwerpunkten in Amerika unterwegs. Mehrfach haben die Roadcowboys die Route 66 unter die Räder genommen, sie erlebten den Indian Summer, beobachteten Wale und auf Hawaii sind sie mit Delfinen geschwommen. »Hawaii ist das Paradies auf Erden«, hatten sie damals empfunden. Nun schauen sich die Westernfans zum ersten Mal den Fastnachtszug in San Antonio an.

Seit sie als Kinder Karl May lasen, ist das Ehepaar Seipel infiziert und fasziniert von der Weite des Westen. Stammgäste sind sie auch in der deutschen Westernstadt »Pullman City« im Harz. Unter den Erinnerungsstücken ist es vor allem der maßgeschneiderte Hut mit einem eigens angefertigten »Texas«-Lederband, der Seipel auf seinen Reisen begleitet.

Aufgewachsen ist Seipel in Fauerbach. Seine Lehre zum KFZ-Mechaniker in Bad Nauheim rundete er mit der Meisterprüfung in Praunheim ab, arbeitete in verschiedenen Autofirmen und zuletzt 28 Jahre lang bis zum Ruhestand beim TÜV Hessen.



Nachdem Seipel 1968 bei der Kindersitzung der KG Mörlau seine spätere Frau Elvira kennenlernte, wurde er Mitglied im Verein, dem er nunmehr seit 50 Jahren die Treue hält. Seine »Grundausbildung« erhielt er beim Wagenbau, dann wurde er in den Elferrat aufgenommen. In den Vorstand der Karnevalsgesellschaft wurde er 1970 gewählt, im Männerballett trat er 1971 als Ersatzmann an und setzte nach einer »Häuslebaupause« seine närrische Karriere fort. Fast 20 Jahre lang war Seipel Vorsitzender der KG Mörlau, zwölf Jahre deren Präsident, zwei Jahre trug er die Verantwortung beider Ämter.

Zweimal übernahmen der leidenschaftliche Fassenachter mit seiner Frau die Prinzregentschaft von Mörlau (1973, 1995), er gehörte zu den drei Prinzen und war über drei Jahrzehnte begeisternder Bühnensänger. Seipels Interpretation von »Frau Meier« mit den gelben Unterhosen war nach 13 Jahren Kult und ist bis heute unvergessen. Rund 20 Jahre lang pflegte das »lebendige Archiv« die Homepage seines Vereins, gestaltete 28 Jahre die Kreppelzeitung und bestückt zusammen mit Alfons König vom MCC seit 18 Jahren die Fastnachtsausstellung im Schlosskeller. Mit dem Bürgermeisterorden wurde Manfred Seipel 2007 für seine Verdienste um die Mirler Fassenacht ausgezeichnet, die Gemeinde Ober-Mörlen verlieh ihm den Ehrenamtspreis und auch die Interessengemeinschaft Mittelrheinischer Karneval würdigte den unermüdlichen Einsatz zur Pflege des karnevalistischen Brauchtums.

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