13. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Bahnkunden erleichtert

Erster Spatenstich fürs Friedberger Bahnhofsklo

Der erste Spatenstich fürs Friedberger Bahnhofsklo ist vollbracht. Im März 2018 soll die Toilette eröffnet werden. Bis dahin »müssen wir alle noch innehalten«, meinte Bürgermeister Keller.
13. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Von Jürgen Wagner , 1 Kommentar
Die Bauarbeiten haben begonnen (v. l.): Steve Jost (RMV), Bahnhofsmanager Carsten Hoepfner, Armin Klein (VGO), Erster Stadtrat Dirk Antkowiak, Stefan Klöppel (ZOV-Verkehr), Bürgermeister Michael Keller und Jan Molzberger (Hering Bau). (Foto: Nici Merz)

Es ist 11.45 Uhr, der Mittelhessen-Express ist eingefahren, über hundert Fahrgäste strömen die Treppe hoch in die Bahnhofshalle. »Schauen Sie mal«, sagt eine Friedbergerin: »So viele Leute. Wenn einer von denen mal muss, hat er oder sie Pech gehabt.« Es sei eine Frechheit, dass es im Bahnhof, den der Bürgermeister gerne das »Tor zur Wetterau« nenne, keine Toilette gebe. »Früher hatte jeder Mini-Bahnhof sein Klo.«

Früher ist lange her, dazwischen lag die Bahnreform, und irgendwann in einer fernen Zentrale wurde beschlossen, dass Bahnhöfe der Kategorie III keine Toiletten brauchen. Im Gegensatz zu den Fahrgästen. Kategorie III bedeutet unter anderem, dass der Bahnhof täglich von bis zu 19 000 Fahrgästen genutzt wird. »Wir gehen von 21 000 aus«, verkündete Keller. Der neue Bahnhofsmanager Carsten Hoepfner bleibt bei der »offiziellen« Zahl, verwies aber auf den Bahnhofsumbau, der im Januar 2019 beginnt und die Deutsche Bahn rund 20 Millionen Euro kostet. »Dann steigen auch die Fahrgastzahlen.«

Vier Partner teilen sich die Kosten

Hoepfners Vorgänger Roland Meuschke hatte das Projekt vorangetrieben. Dass es auch umgesetzt wird, ist vier Partnern zu verdanken. Die Baukosten betragen 178 000 Euro. Die Bahn übernimmt 100 000 Euro, Friedberg 35 000, der RMV 28 000 und die VGO 15 000 Euro. »Im Stadtparlament wurde kritisch gefragt, warum die Stadt einen Teil der Kosten übernehmen muss«, sagte Keller. »Aber das Geld ist gut angelegt.« Armin Klein (VGO) sprach von einer »kleinen Maßnahme mit großer Wirkung«. Auch den Busfahrern stehe dann eine Toilette zur Verfügung. »Rolf Gnadl hat die Toilette schon gefordert, als er noch Landrat war«, erinnerte Stefan Klöppel (ZOV). »Auch auf anderen Bahnhöfen wäre das nötig.«

Installiert wird eine in zwei Bereiche (Unisex und behindertengerecht) aufgeteilte Toilette mit selbstreinigender Technik, erläuterte Jan Molzberger (Hering Bau). Die Benutzung kostet einen Euro, dafür gibt’s einen Einkaufsgutschein für 50 Cent. »Wir haben auf unserer Homepage ein Qualitäts-Portal, wo unsere Toiletten bewertet werden. Die Zufriedenheitsquote liegt bei 85 Prozent.«

Das letzte "K" ist abgehakt

Derzeit liegt die »Zufriedenheitsquote« der Friedberger Bahnkunden bei geschätzten 0 Prozent (siehe Kasten). Bürgermeister Keller nahm die Tatsache, dass der Spatenstich zum Bau der Bahnhofstoilette eine seiner letzten Amtshandlungen ist, mit Humor auf. In Wahlkämpfen sprach Keller gerne von den »großen Ks«, die es in Friedberg zu erledigen gibt: Kaiserstraße, Kaserne, Kinderbetreuung, Kultur. Den Schlusspunkt setzt nun eben das Klo, dessen Bau laut Keller für viele ein »dringendes Bedürfnis« war.

 

Infokasten

Pinkelecken am Bahnhof

»Ich hätte nicht erwartet, dass es hier keine Toilette gibt«, sagt ein Rentner aus Hanau. Abends könne man sich eine Pinkelecke suchen, meint ein Schüler aus Rosbach. Wo er dann hingeht? »Das möchte ich nicht verraten.« Die Pinkelecken verteilen sich rund ums Gebäude, aber für Frauen kommt das natürlich nicht in Frage. Bleibt die »Backwerk«-Filiale. »Zwei Monate haben wir alle Leute auf unsere Toilette gelassen«, sagt Mitarbeiter Danilo Hrkalovic. So sah es dort dann auch aus. Außerdem: Reinigung, Seife, Handtücher, Toilettenpapier – das alles koste Geld. Deshalb geht das nicht mehr. »Unseren Kunden steht die Toilette aber zur Verfügung«, sagt Hrkalovic. (jw)

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