23. Januar 2019, 16:13 Uhr

Selbstentzündung

Enorme Rauchwolke: 90 Tonnen Müll brennen in Bad Nauheim

90 Tonnen Mischmüll haben auf dem Gelände von Vetters Containerservice in Bad Nauheim in Flammen gestanden. Die Bevölkerung wurde per Radiodurchsage gewarnt.
23. Januar 2019, 16:13 Uhr

Von Bernd Klühs , 3 Kommentare
Mit drei Strahlrohren haben die Feuerwehrleute am Dienstagabend den Brand auf dem Gelände von Vetters Containerservice bekämpft. (Foto: Feuerwehr)

Von wegen Kleinbrand: Diese Meldung hatte die Bad Nauheimer Feuerwehr am Dienstagabend um 19.45 Uhr aus der Zentralen Leitstelle erhalten. Deshalb wurde zunächst nur ein Löschfahrzeug losgeschickt, dessen Besatzung aber schon aus einiger Entfernung erkannte, dass zur Bekämpfung des Feuers auf dem Gelände von Vetters Containerservice viele Einsatzkräfte benötigt werden.

Letztlich waren auf dem Grundstück in der Frankfurter Landstraße zwischen der Kurstadt und Friedberg 40 Helfer aus der Kernstadt und Nieder-Mörlen zugange, die mit acht Fahrzeugen angerückt waren. Nach Angaben von Stadtbrandinspektor Ronald Neumann hatte sich ein riesiger Haufen von Mischmüll vermutlich selbst entzündet. Der Firmenleitung zufolge soll es sich um 90 Tonnen gehandelt haben.

 

Bagger im Einsatz

Da durch den Brand eine enorme Qualmwolke entstand, die gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten haben könnte, veranlasste die Polizei eine Radiodurchsage: Anwohner wurden aufgefordert, die Fenster geschlossen zu lassen. »Eine reine Vorsichtsmaßnahme, aufgrund der Windrichtung bestand wohl keine konkrete Gefährdung«, sagte Neumann.

Seine Kollegen gingen mit drei Strahlrohren, darunter ein Schaumrohr, gegen die Flammen vor. Der Stadtbrandinspektor erwähnte besonders die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Unternehmen. Kurze Zeit nach der Alarmierung waren mehrere Beschäftigte von Vetter vor Ort, um die Feuerwehrleute zu unterstützen. Mit Baggern und anderem schweren Gerät wurde der Abfall auseinandergeschoben, um die Löscharbeiten zu erleichtern.

 

Einsatz endet um 1.30 Uhr

Es gab keine Verletzten, Sachschaden entstand bei dem Feuer auch nicht. Der Mischmüll wäre ohnehin in einer Verbrennungsanlage gelandet. Wodurch sich der Abfall bei den frostigen Temperaturen selbst entzündet hat, konnte Neumann nicht genau sagen. Vermutlich habe der Haufen irgendwelche chemischen Stoffe enthalten, die mit Sauerstoff reagieren. Das Phänomen der Selbstentzündung trete manchmal auch in Müllfahrzeugen auf.

Der Einsatz der Feuerwehr zog sich bis gegen 1.30 Uhr hin. Es dauerte lange, bis die letzten Glutnester gelöscht waren.

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