Einsatz für autistische Menschen

21. März 2018, 20:03 Uhr
Verleihung des Landesehrenbriefes mit (v. l.) Markus Behrendt, Gudrun Gebhard, Felix Gabor, Heike Peter, Dirk Antkowiak und Irmtraut Wendler. (Foto: lod)

Genau 35 Jahre gehörte Heike Peter dem Vorstand des Vereins »Autismus Rhein-Main« an, davon von 1984 bis 2017 als Kassenführerin des Regionalverbands zur Förderung von Menschen mit Autismus. Am Dienstag wurde die Friedbergerin mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet.

»Das ist eine verdiente Würdigung ihrer langjährigen ehrenamtlichen Leistungen. Der Landesehrenbrief ist was Tolles, den bekommt nicht jeder«, sagte Bürgermeister Dirk Antkowiak in der Feierstunde im Sitzungszimmer des Magistrats, zu der auch zahlreiche langjährige Weggefährten und Vorstandsmitglieder des Vereins gekommen waren, darunter Vorsitzender Markus Behrendt aus Maintal sowie dessen Vorgänger Felix Gabor (Wiesbaden) und Irmtraut Wendler (Sprendlingen) sowie die frühere stellvertretende Vorsitzende Gudrun Gebhard.

Späte Diagnose beim eigenen Sohn

Nach der Übergabe der Urkunde und der Anstecknadel dankte Peter sichtlich gerührt: »Das ist für mich ein ganz besonderer Tag. Dass so viele Weggefährten gekommen sind, ehrt mich ganz besonders.« Die Glückwünsche des 1976 gegründeten Vereins überbrachte Vorsitzender Behrendt: »Wir hatten eine schöne Zeit. Wir freuen uns, dass du uns auch heute noch unterstützt.« Anschließend erläuterten Peter und ihre Mitstreiter Antkowiak die Arbeit in dem Verein, dem heute über 500 Mitglieder angehören. »Wir haben mit 70 Personen angefangen«, erzählte Gudrun Gebhard, die noch genau wusste, wie Heike Peter zu dem Verein gekommen war. »Es war in der Vorweihnachtszeit 1978. Ich habe gerade Plätzchen gebacken, als das Telefon klingelte und Heike Peter dran war.« Diese hielt sich zu dieser Zeit mit ihrem Sohn Karsten in einer auf Autismus spezialisierten Klinik in München auf. Die ursprüngliche Diagnose war Taubheit, so dass beschlossen wurde, das Kind in die Johannes-Vatter-Schule, eine Schule für Gehörlose in Friedberg, einzuschulen. Das führte dazu, dass Peter zusammen mit ihrem vor vier Jahren verstorbenen Mann und Sohn Karsten 1975 von Marburg nach Friedberg zog. Peter: »Wir wollten unser Kind nicht ins Internat geben.«

Es hat lange gedauert, bis festgestellt worden ist, dass es sich bei Karsten um ein nicht sprechendes autistisches Kind handelt. »Ich suchte in München Hilfe, und irgendjemand gab mir die Telefonnummer von Gudrun Gebhard.« Die erläuterte in einem langen Gespräch die Hilfe, die der Elternverein geben konnte. So war auf Initiative des Vereins, der bis 2003 »Hilfe für das autistische Kind« hieß, schon 1977 das Autismus-Therapie-Institut in Langen gegründet worden. Inzwischen werden in über 20 Dependancen in Süd- und Mittelhessen therapeutische Hilfen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Autismus-Spektrum angeboten.

Am 1. Januar 1979 trat die Familie Peter in den Verein ein, 1982 wurde Heike Peter Beisitzerin, zwei Jahre später übernahm sie die Kasse, die sie bis ins vergangene Jahr hinein führte. »Sie hat ihr Familienleben drumherum drapiert«, beschrieb eine Weggefährtin die unermüdliche Tätigkeit Peters im und für den Verein. Nach wie vor kümmert sich Peter um ihren inzwischen erwachsenen Sohn, der in einer Einrichtung der Diakonie für autistische Menschen in Nieder-Ramstadt lebt. Regelmäßig besucht sie ihn und fährt zusammen mit ihrem Sohn in den Urlaub.

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