Eine neue Linde für Assenheim

Im vergangenen Jahr fiel die 190 Jahre alte Linde vor der Assenheimer Kirche einem Sutrm zum Opfer. Nun wurde der Nachfolger eingepflanzt.
15. April 2018, 08:00 Uhr
Im versiegelten Bereich vor der Assenheimer Kirche wird die neue Linde eingepflanzt – beobachtet von vielen Schaulustigen. (Foto: udo)

Zahlreiche Assenheimer zogen trotz des Dauerregens am Freitagvormittag zur Kirche, um ein Schauspiel zu genießen, das ihnen wahrscheinlich nur einmal im Leben zuteilwerden wird. Vor der Kirche wurde eine neue Linde gepflanzt. Wie die Landschaftsarchitektin Anette Schött aus Büdingen erklärte, benötigt der etwa 20 Jahre alte Setzling etwa 12 Kubikmeter Substrat. Angesichts des befestigten und versiegelten Bereichs sei für eine gute Belüftung und eine ausreichende Bewässerung gesorgt worden. Unter weiterhin guten Bedingungen könne der Baum nun einige hundert Jahre alt werden.

Die alte Linde war in der Nacht zum 1. August des vergangenen Jahres von einem Sturm gefällt worden. 1827 war sie zusammen mit einem zweiten Baum, der in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts verschwunden sein muss, zum zehnjährigen Bestehen der Kirchenunion von 1817 zwischen den Lutheranern und den Reformierten gepflanzt worden. Die Winterlinde galt als der älteste Baum Assenheims außerhalb des Schlossparks.

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Aufwendige Sanierung

Vor 15 Jahren war die Sorge um den Gesundheitszustand der »Vereinigungslinde« gewachsen. Im Zuge der Neugestaltung des Kirchplatzes vor zehn Jahren wurde der Baum deshalb aufwendig von einer Fachfirma saniert. Der Baum litt offenbar unter dem seit der Nidda-Regulierung in den 60er Jahren sinkenden Grundwasserspiegel und bekam wahrscheinlich nicht mehr genug Wasser und Nährstoffe. Die Kirchengemeinde veranstaltete damals sogar ein Lindenfest vor der Kirche, um Geld für die Sanierung des Baums zusammenzubringen, doch spielte das nasse und kalte Wetter nicht mit.
 

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Pfarrerin Rita Mick-Solle wurde nach dem Verlust des Baums vom Kirchenvorstand beauftragt, mit der Landschaftsarchitektin Anette Schött ein Konzept für eine Neubepflanzung zu erarbeiten. Sie sagte am Schauplatz, es sei notwendig gewesen, einen Baumsachverständigen mit einzubeziehen. Ob ein Baum eine lange Lebensdauer haben könne, sei davon abhängig, wie der Untergrund beschaffen und von welcher Beschaffenheit der Baum sei, erläuterte Mick-Solle. Jetzt müssen noch die Bänke und der Fahnenmast aufgestellt und die Scheinwerfer installiert werden. Auch für die Jungs und Mädchen der Kindertagesstätte »Schatzkiste« war der Kirchplatz Ziel einer Exkursion. Sie verabschiedeten sich mit einem Frühlingslied.

Die Kinder verstanden, dass es nicht selbstverständlich ist, in einem versiegelten Bereich einen Baum anzutreffen. Arbeit und Pflege sind erforderlich. Die Kinder werden sich bei Konfirmation, Hochzeit und weiteren Stationen ihres Lebens erinnern, dass sie dabei waren, als die Linde gepflanzt wurde.

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