27. Februar 2019, 14:00 Uhr

Dorferneuerung

Ein Platz zum Kennenlernen in Heuchelheim

2011 wurde Heuchelheim in das Dorferneuerungsprogramm des Landes aufgenommen. Jetzt, acht Jahre später, sind die Ergebnisse zu sehen.
27. Februar 2019, 14:00 Uhr
In Heuchelheim ist ein Dorftreff entstanden und der Dorfplatz neu gestaltet worden. (Fotos: alh/kai)

Es wurde diskutiert, gewartet, gehofft, es wurden Fragebögen ausgefüllt, Ideen gesammelt und Pläne entworfen. Jetzt ist ein Ende in Sicht. Die Maßnahmen der Dorferneuerung in Heuchelheim sind so gut wie abgeschlossen. Bis dahin war es ein langer Weg. »Die Dorferneuerung dauert länger als manche Ehe hält«, sagt Ines Dauernheim. Als Vertreter der Kirchengemeinde war sie von Anfang an bei den Planungen dabei. Zu Beginn hatte sie noch viele Mitstreiter im Ort, inzwischen sei nur noch der harte Kern übrig.

2011 wurden die Reichelsheimer Stadtteile Heuchelheim und Blofeld in das Dorferneuerungsprogramm des Landes aufgenommen. Zwei Jahre später gründete sich der Arbeitskreis Dorferneuerung, der sich fortan um die zuvor gemeinsam mit den Bürgern entwickelten Projekte und deren Umsetzung kümmert. Unterstützt wird das Team von Petra Klöppel und André Grumbach, Mitarbeiter der Bauverwaltung. »Wir sind froh, dass die Zusammenarbeit so gut klappt, sagt Burkhard Kampschulte, Sprecher des Arbeitskreises für Heuchelheim.

In Heuchelheim ist der Dorfplatz neu gestaltet worden.
In Heuchelheim ist der Dorfplatz neu gestaltet worden.

Kernpunkt des Projekts in Heuchelheim waren die Gestaltung des Areals rund um das Dorfgemeinschaftshaus, das Feuerwehrgerätehaus und die Kirche. Durch einen Anbau an das bestehende Gemeindehaus sollte außerdem ein Dorftreff entstehen. Alle diese Punkte konnten realisiert werden. Weitere kleinere Projekte, die nicht förderfähig waren, wurden in Eigenregie umgesetzt. So wurde etwa eine Hecke am Bolzplatz gepflanzt und die Heuchelheimer Runde eingerichtet – ein Spazierweg mit Infotafeln rund um den Stadtteil.

 

Keine Feste im Matsch mehr

In Blofeld lief es hingegen nicht ganz so gut. Auch dort wurde fleißig ein »Dorftreff an der Weed« entworfen. Der Entwurf wurde aber 2017 vom Stadtparlament abgelehnt, weil er zu teuer geworden war. Ein Schock für alle Beteiligten. Inzwischen gibt es aber ein neues Konzept für die Fläche an der Weed.

In Heuchelheim kann sich das Ergebnis sehen lassen. Der neue barrierefreie Dorftreff passt perfekt zum bestehenden Gebäude. Die Wiese vor dem Dorfgemeinschaftshaus ist zu einer gepflasterten Fläche geworden. »Bei vielen Festen standen wir hier im Matsch, das kann jetzt nicht mehr passieren«, sagt Monika Repp von den Heuchelheimer Landfrauen. Die Verbindung zum Feuerwehrgerätehaus wurde geöffnet, so dass ein großer offener Platz entstanden ist. Zu dem gehören ein Spielplatz und ein Brunnen. Die ersten Spielgeräte werden im Sommer angeschafft, weitere Folgen im Laufe der Zeit.

 

Gemischte Reaktionen

Bei der Planung des Außengeländes ist an alles gedacht worden: Es gibt einen Ständer für den Weihnachtsbaum und eine Steckdose. In dem neu geschaffenen Unterstand werden bei künftigen Festen die Essensstände untergebracht. Der neue Parkplatz bietet sogar zwei Stellplätze mehr.

Ein Bild aus 2015 zeigt, wie das Gelände rund um das Dorfgemeinschaftshaus vor der Dorferneuerung ausgesehen hat.
Ein Bild aus 2015 zeigt, wie das Gelände rund um das Dorfgemeinschaftshaus vor der Dorfern...

Als letzte große Maßnahme steht jetzt noch die Erneuerung der Straße an. Hier werden dieselben Pflastersteine verwendet, wie auf dem Dorfplatz, so dass eine einheitliche Fläche entsteht. Die Arbeiten sollen Mitte März beginnen und enden voraussichtlich Mitte Juni. »Bis zu unserem Einweihungsfest am 30 Juni soll alles fertig sein«, wünscht sich Repp.

Besonders in der ersten Zeit wollen die Landfrauen und die Freiwillige Feuerwehr verstärkt Veranstaltungen organisieren, um die Leute in die neue Dorfmitte zu locken. »Wir wollen das Dorf wieder beleben«, sagt Dauernheim. Heuchelheim habe sich in den letzten Jahren sehr verändert, ergänzt Klöppel. Es gebe ein großes Neubaugebiet, viele Häuser seien an neue Besitzer übergegangen. »Wir wollen alten und neuen Heuchelheimern die Möglichkeit geben sich hier zu treffen und sich besser kennen zu lernen«, sagt Kampschulte.

 

Hälfte der Kosten durch Fördergelder abgedeckt

Die Reaktionen auf den neuen Dorftreff und den Dorfplatz seien am Anfang gemischt gewesen. »Viele haben gemeckert und gefragt wieso man dafür so viel Geld ausgeben muss«, sagt Repp. Insgesamt wurden für die Maßnahmen im Haushalt 821 500 Euro eingestellt. Rund die Hälfte der Kosten ist durch Fördergelder abgedeckt. Inzwischen seien die meisten Zweifler aber überzeugt und man höre immer öfter Lob, wie schön es doch geworden sei.

Info

Zweiter Versuch in Blofeld
Der neue Dorftreff hat eine Küche und bietet Platz für rund 40 Leute.
Der neue Dorftreff hat eine Küche und bietet Platz für rund 40 Leute.

In Blofeld soll das Gelände der Weed zum Dorfplatz umgestaltet werden. Es besteht aus einem Wasserbecken und der »Bleiche« oberhalb des Wasserbeckens. Das angrenzende ehemalige Feuerwehrgebäude soll als Infrastrukturgebäude mit WCs, Wasser- und Stromanschluss fungieren. Das Weedbecken wird zu einem naturnahen Teich mit einem Steg umgestaltet. Die Fläche der Bleiche oberhalb des Wasserbeckens wird ebenfalls umgestaltet und soll, wie die Fläche vor dem ehemaligen Feuerwehrgebäude, für Veranstaltungen genutzt werden. Aufgestellte Sitzmöglichkeiten im Bereich des Steges und auf der Bleiche bieten Kommunikations- und Treffmöglichkeiten. Der Trägerverein Blofelder Dorftreff will zukünftig auch Veranstaltungen an der Weed organisieren. Vorstellen können sich die Verantwortlichen zum Beispiel Gymnastik auf der Bleiche, Beobachtungen rund um die Weed von Amphibien, Vögeln und Fledermäusen, Blasmusik oder ein Sonntagsbrunch auf der Bleiche. Zurzeit finden die Baumarbeiten an der Weed statt. Für den Frühsommer ist der Start der Sanierung geplant. Ein Zuschuss von 140 000 Euro aus Mitteln der Dorferneuerung wurde bereits bewilligt.

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