Wobau

Dieselstraße: Wohnungsbau-Projekt startet im Herbst

Einst hieß es, das Wobau-Projekt, bei dem in der Bad Nauheimer Dieselstraße 55 neue Mietwohnungen entstehen sollen, werde 2016 starten. Zwei Jahre danach geht es endlich los – im Herbst.
11. Juli 2018, 17:00 Uhr
Seit dem Abriss hat sich nichts getan: Auf dem ehemaligen Gelände des Vergölst-Servicecenters in der Dieselstraße wird die Wobau sieben Gebäude mit 55 Mietwohnungen errichten. (Foto: Nici Merz)

Die Sonne lacht, es ist trocken und nicht zu heiß: Eigentlich ideales Wetter, um auf Baustellen zügig voranzukommen. Das geschieht auch an einigen Punkten in Bad Nauheim, nicht jedoch auf dem Grundstück in der Dieselstraße, wo die städtische Wohnungsbau-Gesellschaft eines ihrer größten Investitionsprojekte realisieren soll. Baubeginn 2016, hieß es einst. Davon ist längst keine Rede mehr.

Seit etlichen Jahren hat die Bad Nauheimer Wohnungsbau-Gesellschaft (Wobau) kein größeres Neubauvorhaben mehr verwirklicht. In der Dieselstraße – direkt neben dem Goldstein-Wohngebiet und den neuen Eigentumswohnungen der Firma Dexturis – soll die Wobau einen großen Beitrag zur Entlastung des angespannten Mietwohnungsmarktes in der Kurstadt leisten.

Abriss Ende 2017

14 Millionen Euro wird die Wobau in 55 Wohneinheiten investieren. Den Baubeginn hatte der frühere Bürgermeister Armin Häuser einst für das Jahr 2016 angekündigt. »Das war vielleicht eher Wunschdenken«, sagt der Geschäftsführer der städtischen Gesellschaft, Reimund Bell, heute.

Die rechtlichen Voraussetzungen für den Baubeginn liegen längst vor (siehe Info), Ende letzten Jahres schien es endlich loszugehen: Bagger machten die alten Vergölst-Werkstatt-Gebäude dem Erdboden gleich. Doch der Frühling verstrich, der Sommer kam – und von Neubauaktivitäten war nichts zu sehen.

Komplexes Projekt

»In dieser Woche geht die europaweite Ausschreibung für die Rohbauarbeiten raus. Im August werden die Angebote geprüft, im September geht’s los«, schildert Bell den vorgesehenen Verlauf. Es werde definitiv keine weitere Verzögerung geben. »Wir fangen noch in diesem Jahr an, das ist amtlich.«

Die sehr lange Vorbereitungs- und Planungsphase begründete er mit der Komplexität des Projekts und den vielen Details, die von etlichen Experten geklärt werden mussten. Stichworte sind Energiesparverordnung oder Lärmschutz, denn das Grundstück in der Dieselstraße liegt nicht weit entfernt von der »kleinen Umgehung« (Am Goldstein) und der Main-Weser-Bahnlinie. »Es gab große Herausforderungen. Zudem handelt es sich nicht um sieben baugleiche Mehrfamilienhäuser. Auch das macht die Planung anspruchsvoller«, betont der Geschäftsführer.

Vor allem Drei-Zimmer-Wohnungen

Jetzt, wo offenbar alle Gutachten, Zeichnungen und anderen Unterlagen vorhanden sind, rechnet Bell mit einem schnellen Baufortschritt. Wenn das Projekt im Herbst wirklich starten sollte, könnten Ende 2019 bereits die ersten Mieter einziehen, setzt sich die Wobau ein sportliches Ziel. Der erste von zwei Bauabschnitten umfasst drei Häuser, die dann bereits bezugsfertig sein sollen. Die Bewohner werden längere Zeit neben einer Baustelle wohnen. Das sei, so Bell, nichts Ungewöhnliches.

Die sieben Mehrfamiliengebäude werden zwei oder drei Stockwerke (jeweils plus Dachgeschoss) haben. Die meisten der 55 Wohnungen werden drei Zimmer umfassen, außerdem gibt es wenige Zwei- und Vier-Zimmer-Einheiten. Die Stellplätze schafft die Wobau in zwei Tiefgaragen, die von der Dieselstraße oder der Wisselsheimer Straße aus erreichbar sind. Tiefgaragen und Barrierefreiheit machen das Projekt teuer, die Quadratmetermietpreise dürften deshalb bei mindestens 9 Euro liegen.

 

Info

Baurecht seit Herbst 2015

Vor etlichen Jahren wurden im Bad Nauheimer Fachbereich Stadtentwicklung erste Überlegungen angestellt, große Teile des Gewerbegebiets Dieselstraße in ein Wohngebiet umzuwandeln. Nach umfangreichen Planungen und teils heftigen Diskussionen im Parlament herrscht seit November 2015 Baurecht – auch für das 6300 Quadratmeter große Grundstück der städtischen Wohnungsbau-Gesellschaft. Noch im Herbst 2015 war die Rede davon, dass der Baubeginn für die 55 Mietwohnungen etwa ein Jahr später erfolgen soll. Die Fertigstellung des Projekts wurde für 2018 angekündigt. Letztlich dauerte aber alles deutlich länger. Im Mai letzten Jahres überreichte der damalige Erste Kreisbeigeordnete und heutige Landrat Jan Weckler schließlich die Baugenehmigung. Der Abriss der alten Vergölst-Hallen wurde um die Jahreswende 2017/18 vollzogen. (bk)

Schlagworte in diesem Artikel

  • Armin Häuser
  • Baurecht
  • Energiesparverordnungen
  • Grundstücke
  • Herbst
  • Investitionsprojekte
  • Jan Weckler
  • Mietwohnungen und Mietshäuser
  • Zeichnungen
  • Bad Nauheim
  • Bernd Klühs
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 20 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.