28. Dezember 2018, 17:00 Uhr

Mein Lieblingsplatz

Die »Toskana der Wetterau«

Zwischen Wetterau und Vogelsberg liegt Stornfels. Von dort aus lässt sich bis nach Frankfurt blicken. Das gefällt Ortsvorsteher Mario Schneider besonders gut. Die »Toskana der Wetterau« ist sein Lieblingsplatz.
28. Dezember 2018, 17:00 Uhr
Das malerische Stornfels ist der Lieblingsplatz von Mario Schneider. (Fotos: Storck)

Von zahlreichen Stellen der nördlichen Wetterau ist Stornfels sichtbar. Oberhalb Ulfas thront das an diesem Weihnachtsfest 217 Einwohner zählende Dörfchen. Aufgrund seiner exponierten Lage auf einem Bergkegel aus Basalt mit dem höchsten Punkt von 306,016 Meter NN und den an drei Seiten deutlich abfallenden Äckern, Wiesen und Weiden zieht es immer den Blick der Vorbeifahrenden.

Stornfels, oder »Stürwels«, wie man dort und in den Nachbarorten sagt, sei immer eine Reise wert. In der Gaststätte »Oma«, einer von zwei Lokalitäten im Ort, gab es Bier nur aus der Flasche gab. Bei der Frage welchen Wein sie habe, öffnete »Oma« stets einen Zigarrenkasten mit Weinetiketten und antwortete, »klebt euch drauf, was ihr trinken wollt«. Dem Ende der beiden Gasthäuser folgte am Ortsrand zu Ulfa das Dachcafé Rahn. Doch auch dieses Stornfelser Aushängeschild gibt es heute nicht mehr. Es folgte das Gasthaus und die Pension »Zum Fürstengarten« am anderen Ortsende Richtung Schotten. Aus familiären Gründen ist dort zum Jahresende ebenfalls Schluss.

 

Mit beiden Landkreisen vertraut

Doch das ist kein Grund zur Resignation für Mario Schneider. Der Ortsvorsteher, nebenbei Vorsitzender der Feuerwehr und des Stammtisches – neben den Landfrauen, der Tafelrunde, der Vogelschutzgruppe und der Jagdgenossenschaft Grundlage des Miteinanders im Ort – erzählt von den Vorteile seines Lieblingsplatzes: »Wir sind an der Schnittstelle von Wetterau und Vogelsberg und somit auch Verbindungsglied. Das gilt schon für den jüngsten Stornfelser. Im Kindergarten ist er in Ulfa. Zur Grundschule geht er nach Schotten. Für weiterführende Schulen gelegentlich über den westlichen Berg nach Laubach in den Kreis Gießen.«

Auf rund 306 Metern Höhe, am höchsten Punkt des malerischen Ortes, geht der Blick weit in die Region zwischen Wetterau und Vogelsberg.
Auf rund 306 Metern Höhe, am höchsten Punkt des malerischen Ortes, geht der Blick weit in ...

Die Nachfolger des »Fürstengartens« wollten wieder eine Gastronomie betreiben. Stornfels, politisch als Niddaer Stadtteil zur Wetterau gehörig, sei telefonisch über die Schottener Vorwahl zu erreichen. »Im Öffentlichen Nahverkehr können wir mit dem Bus nach Schotten und Nidda fahren. Das sind auch unsere Haupteinkaufsorte. Aber natürlich ist in unserer Zeit mit den Ansprüchen an die Mobilität der Privat-PKW fast unverzichtbar. Trotz der Autodichte gibt es in Stornfels im Gegensatz zu vielen anderen Orten keine Parkprobleme.« Für eine gute Infrastruktur sorge der neue Breitbandausbau der Telekom mit 100 M/bit.

Am Peterstag werden in Stornfels die Geister des Winters ausgetrieben

Ortsvorsteher Mario Schneider

Zur Lebensqualität in Stornfels trägt auch der Zusammenhalt der Bevölkerung bei. Davon zeugen einige mit der Stadt Nidda abgesprochene Projekte, die mit viel Eigeninitiative auf den Weg gebracht wurden. Im Zentrum des mit schmucken Häusern versehenen Dorfes, mit mehr Vogelsberger als Wetterauer Flair, ist neben dem Dorfgemeinschaftshaus ein Backhaus fertiggestellt worden. Das soll eine örtlichen Begegnungsstätte werden.

Mit dem Backschieber in der Hand zeigt Ortsvorsteher Mario Schneider sein Stornfels.
Mit dem Backschieber in der Hand zeigt Ortsvorsteher Mario Schneider sein Stornfels.

»Am Peterstag, dem 22. Februar, gehen Kinder und Erwachsene kostümiert von Haus zu Haus oder halten durchfahrende Autos an und bitten um Essen und Getränke. Das Erbettelte wird am Abend gemeinsam verzehrt. So sollen am Peterstag die Geister des Winters ausgetrieben werden, wird vermutet. Das ist unabhängig vom Fastnachtsdatum immer am 22. Februar. Das nennt man Tradition«, sagt Schneider.

 

Blick bis nach Frankfurt

Sein Weg führt vorbei an der Kirche zum Aussichtsplatz auf rund 306 Metern Höhe. Der Ortsvorsteher zeigt rechts auf den Wasserhochbehälter von Bellersheim und Obbornhofen. »Wir trinken noch Stornfelser Wasser aus eigenem Brunnen und Hochbehälter«. Von Obbornhofen geht der Blick über die Wetterau und den Taunus bis nach Frankfurt mit Ulfa im Vordergrund. Nidda und die Windräder bei Wenings sind zu sehen, ehe hinten links der Hoherodskopf (763,8 Meter) und der Taufstein (773) ins Auge fallen.

Hier oben genießen nicht nur die Einwohner den tollen Ausblick. »Es sind oft Auswärtige hier«, betont der Ortsvorsteher und nennt beiläufig die Stornfelser Zusatzbezeichnung die »Toskana der Wetterau«. Schneider unterstreicht: »Die Toskana an der Schnittstelle zwischen Wetterau und Vogelsberg, das ist meine Heimat und mein Lieblingsplatz.«

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