29. Oktober 2018, 20:18 Uhr

Dicke Luft im Kinderzimmer

29. Oktober 2018, 20:18 Uhr
Er ballt die Faust und plädiert doch für viel Gelassenheit und Humor in der Erziehung der Teenager: Kabarettist Matthias Jung.

Die Pubertät ist ein permanentes Ausprobieren. Die einen Teenager finden das Bad im Haus nur dank Google Maps, die anderen gehen hinein und bleiben. Auch WC scheint heutzutage eher für »Wir chillen« zu stehen. Klar, dass die Pubertät des Nachwuchses auch an den Eltern nicht spurlos vorübergeht. »Wer hat Teenager in der Pubertät?« lautete daher auch die erste Frage von Deutschlands lustigsten Jugendexperten Matthias Jung am Freitagabend im Theater am Park. In seinem neuen Programm »Chill mal – Am Ende der Geduld ist noch viel Pubertät übrig« offenbart Jung interessante wissenschaftliche Einblicke in die Verhaltensweisen und Gehirne der Teenies, zugleich erteilt er hilfreiche humorvolle Tipps und Tricks an die Eltern.

Wenn Nachbarsjunge Benedikt, im besten Teenageralter, aus dem WC heraus nach der Mama ruft, so fehlt es nicht am Klopapier, sondern am Ladekabel. Stapeln sich im Kinderzimmer reihenweise die leeren Flaschen, sorgt der Teenager ja vielleicht schon für die Rente vor. Ja, und auch die Luft im Zimmer wird da immer dünner und gleicht einem chemischen Versuch. Keine Sorge, liebe Eltern, das könnte einfach nur an der Pubertät liegen. Der Nachwuchs beginnt, sein Reich abzustecken und eine Privatsphäre aufzubauen. Dabei bricht in ihm auch noch ein Hormonvulkan aus. »Nur nicht persönlich nehmen«, weiß der Diplom-Pädagoge Jung. Schließlich stehen Veränderung an, Körper, Verhalten und auch Gehirn müssen den Weg vom Kind zum Erwachsenen beschreiten. Jung ist ganz nah dran an den Eltern und ihrem Alltag.

Stimmungsschwankungen bei den Mädchen, Schweigen bei den Jungen, der Alltag wird bei der Jugend oftmals von »Essen, schlafen, chillen« bestimmt. »Keine Sorge, irgendwann nehmen die am Leben wieder teil«, beruhigt Jung. Klar möchte man den Kindern ja etwas mit auf dem Weg geben, das kann auch schon mal die Mülltüte sein. Doch wer viel chillt oder schläft, kann halt weniger helfen. Wie kommt man da am besten an den Teenager heran? Sind Kumpel-Eltern oder Helicopter-Eltern da erfolgreich? Eher nicht, wie Jung erklärt. Peinliche Eltern sind schließlich unerwünscht. Auch sei es nicht hilfreich, den Kindern immer schon die Lösungen aller Probleme anzubieten. Ruhe bewahren ist angesagt. Auch der Nachbar sucht da eher das Gespräch zum pubertierenden Sohn, der gerade seinen ersten Liebeskummer verdauern muss. »Es tragen immer zwei Menschen Schuld, wenn eine Beziehung endet«, habe dieser seinem Sohnemann erklärt. »Die Freundin und ihre Mutter.« (Foto: cor)

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