18. November 2018, 12:00 Uhr

Erneuerbare Energien

Der Windrad-Plan ist fertig

Bald wird feststehen, wo prinzipiell Windräder gebaut werden dürfen und wo nicht. Der sogenannte Teilplan Erneuerbare Energien regelt das – nun ist er fertig.
18. November 2018, 12:00 Uhr
Im Dezember stimmt die Verbandskammer des Regionalverbands über den Plan ab, der regelt, wo Windräder gebaut werden dürfen. (Symbolbild: dpa)

Wo können in der Region Windräder gebaut werden und wo nicht? Antworten auf diese Fragen gibt der sogenannte Sachliche Teilplan Erneuerbare Energien. Ein Plan für die Region Südhessen, die auf der Nord-Süd-Achse von Münzenberg bis nach Groß-Gerau reicht und in der West-Ost-Ausdehnung von Eppstein bis nach Langenselbold. Alle Flächen, die im Plan als Windvorrangflächen eingezeichnet sind, sind potenzielle Standorte. Wenn ein Investor dort bauen will, ist wie bisher ein Genehmigungsverfahren beim Regierungspräsidium nach Bundesimmissionsschutzgesetz notwendig. Neu sein wird mit Inkrafttreten des Plans aber die Regelung, dass außerhalb der ausgewiesenen Flächen keine Windräder mehr gebaut werden dürfen.

Gearbeitet wird an diesem Plan seit Jahren – nach einem ersten Entwurf folgte eine Phase der öffentlichen Beteiligung; Bürger, Institutionen und Kommunen konnten Stellungnahmen zu den darin ausgewiesenen Flächen abgeben, die wieder in den Plan eingearbeitet worden sind. Eine weitere Offenlage folgte von April bis Mitte Mai 2017. Wie es in einer Pressemitteilung des Regionalverbands heißt, der maßgeblich an der Erstellung des Plans beteiligt ist, seien in dieser Zeit rund 5350 Stellungnahmen eingegangen. 5250 davon stammten von Bürgern. Daraus seien knapp 1100 Änderungsvorschläge formuliert worden, »die von der Verwaltung des Regionalverbands sorgfältig abgewogen wurden«. Nun liegt der finale Plan vor: Im gesamten Gebiet des Regierungsbezirks Südhessen fallen im Vergleich zur Vorgängerversion neun Flächen weg, insgesamt sind 1,7 Prozent der Fläche als Vorranggebiete ausgewiesen.

191 Hektar fallen weg in Wohnbach

Die Vorlage, über die der Regionalvorstand am Donnerstag beraten hat, wird nun der Verbandskammer vorgelegt, die sich im Dezember damit befasst. Parallel dazu wird auch die Regionalversammlung Südhessen einen abschließenden Beschluss fällen.

Im Plan tauchen einige Kommunen aus dem Wetteraukreis auf – in manchen sind Vorrangflächen hinzugekommen, in anderen weggefallen. Ein Überblick:

Wölfersheim: Zwei Flächen waren im alten Entwurf des Plans. Nun ist eine weggefallen – zur Freude einiger Wölfersheimer und Münzenberger. Bei der herausgestrichenen Fläche handelt es sich um 191,4 Hektar bei Wohnbach. Grund laut Regionalverband dafür, dass dort keine Windräder gebaut werden dürfen: Artenschutz und Denkmalpflege (wegen der Münzenburg).

Die zweite Fläche in Wölfersheim liegt bei Melbach und zum Teil auch im Gebiet von Bad Nauheim . Dort plant EnBW den Windpark Bad Nauheim. Die Fläche ist nach wie vor im Plan, allerdings ein wenig verschoben (in Richtung Wisselsheim) und vergrößert: Aus 79,2 Hektar sind 86,8 geworden. Diese Fläche liegt im Radius des Funkfeuers Erbstadt. Wie der Pressesprecher des Regionalverbands, Frank Tekkilic, sagt, seien Windräder aber prinzipiell auch dann genehmigungsfähig, wenn sie innerhalb des Funkfeuers gebaut werden sollen – dies werde dann je nach Einzelfall geprüft.

Florstadt: Zwei Flächen sind aus dem Plan genommen (51 und 26 Hektar) heißt es in einer Pressemitteilung des Regionalverbands. Eine Windvorrangfläche bei Florstadt ist aber dazugekommen. Die Größe beträgt 20 Hektar.

Rosbach: In einem alten Entwurf gab es eine Fläche südlich von Ober-Rosbach (15,4 Hektar). Diese ist nun komplett aus dem Plan gestrichen worden.

Winterstein (Friedberg, Ober-Mörlen, Rosbach, Wehrheim): Der Winterstein ist nach wie vor im Plan – die meisten Flächen gehören aber den Anlieger-Kommunen, und von deren Seite ist bereits geäußert worden, dass wahrscheinlich keine Windräder auf dem Winterstein gebaut werden.

Friedberg: Die Friedberger Fläche bleibt unverändert im Plan: Sie liegt zwischen Bruchenbrücken und Wöllstadt – direkt an der Fläche, auf der bereits drei Windräder stehen.

Butzbach: Die Stadt war mit zwei Flächen im alten Plan vertreten, eine davon ist nun gestrichen worden (12,2 Hektar).

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