Unwetter-Bilanz

Das Unwetter in der Wetterau – eine erste Bilanz

Zu etwa 20 Einsatzstellen mussten die Feuerwehren am Donnerstag wegen des Unwetters ausrücken, teilte Kreisbrandinspektor Lars Henrich um kurz nach 18 Uhr mit. Rund 60 Kräfte waren im Einsatz.
09. August 2018, 18:58 Uhr
Im Außenbereich des Restaurants »Oniro« in Butzbach hat der Sturm gewütet. (Foto: pv)

In der ländlich geprägten Wetterau kündigte sich der Sommersturm auf skurrile Art und Weise an. Denn die ersten heftigen Windböen brachten gegen 16 Uhr massig Staub von den umliegenden und völlig ausgetrockneten Feldern in die Städte, so auch nach Bad Vilbel. Für einige Minuten erinnerte das an einen Sandsturm in der Sahara. Kurz darauf musste auch die Feuerwehr mehrfach ausrücken. Die große Markise eines Cafés in der Neuen Mitte mit ihrer Bibliotheksbrücke war eingebrochen, hatte drei Menschen verletzt, einen davon schwer. Die Ladung eines Krans wurde durch den Starkwind in ein Hausdach gedrückt. Die Feuerwehr musste das Dach gegen Regen abdichten. Auch zwei umgestürzte Bäume, eines auf ein Auto im Lindenweg, eines auf die Kreisstraße 10 in Richtung Karben, hielten die Einsatzkräfte in Atem.

 

Baum droht auf Spielplatz zu stürzen

 

In Bad Nauheim bestand die Gefahr, dass ein Baum auf einen Spielplatz stürzen könnte. Die Feuerwehr sägte die betreffenden Äste ab, niemand wurde verletzt. Auch in Rosbach ging es darum, das Umstürzen von Bäumen und das Abbrechen von Ästen zu verhindern. Zwischen Friedberg und Bauernheim lag ein Baum auf der Straße. Auch in Gedern und Ortenberg waren die Feuerwehren wegen Bäumen im Einsatz. Ein kurzes, aber heftiges Gewitter mit Sturm hat die Stühle und Tische im Außenbereich der Gaststätte »Oniro« im Bürgerhaus Butzbach durch die Gegend gewirbelt, eine Scheibe ging zu Bruch.

»Wir haben im Wetteraukreis Glück gehabt«, sagte Lars Henrich am frühen Abend. Die Gewitterfront habe sich geteilt und sei in Richtung Hochtaunus- und Main-Kinzig-Kreis weitergezogen . Die Unwetterwarnung gelte bis 20 Uhr, die etwas schwammigere Vorwarnung bis Freitagmorgen um 4 Uhr.

 

Sandsäcke liegen bereit

 

Vor wenigen Monaten hatten Menschen in Wölfersheim und Reichelsheim mit Überschwemmungen zu kämpfen. Angesichts von prognostizierten 30 bis 50 Litern pro Quadratmeter sei damit aber diesmal nicht zu rechnen, sagte Henrich. Der trockene Boden könne jedoch ein Problem darstellen, denn wenn 60 Liter oder mehr niederprasselten, laufe das Wasser weg, anstatt zu versickern

Dauerhaft seien Sandsäcke eingelagert – in der Regel 50 bis 100 – primär in den Hauptstützpunkten. Teilweise stünden auch 500 Sandsäcke zur Verfügung. Die Menge hänge weniger damit zusammen, dass die Überschwemmungsgefahr in bestimmten Gebieten in der Wetterau höher wäre als andernorts, sondern eher mit den jeweiligen Lagerkapazitäten der Feuerwehren. Sollten mehr Säcke benötigt werden, dann greife man auf Personal zum Befüllen zurück, erläuterte der Kreisbrandinspektor.

Das Wetter hat sich auch auf die »Tour der Hoffnung ausgewirkt. Die Radfahrer verzichteten auf die Weiterfahrt nach Bad Nauheim (Bericht auf Seite 25).

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