04. Januar 2019, 14:00 Uhr

BI Gollacker

Bürgerinitiative Gollacker »warnt« Hessische Landgesellschaft

In einem Schreiben führt die Bürgeriniatiative aus, warum der Kauf und die Erschließung des Gollackers aus ihrer Sicht »mehrere Risiken und Nachteile« birgt.
04. Januar 2019, 14:00 Uhr
(Foto: Nici Merz)

Der Gollacker zwischen Assenheim und Bruchenbrücken soll erschlossen und bebaut werden – das haben die Niddataler Stadtverordneten mit einer rot-roten Mehrheit in der letzten Sitzung 2018 beschlossen.

Die Bürgerinitiative (BI) Gollacker, die sich gegen das Projekt ausspricht, lässt sich allerdings dadurch nicht von ihrem Versuch abbringen, die Bebauung zu verhindern. Nun hat Dr. Ralf Binsack im Auftrag der BI ein Schreiben an die Hessische Landgesellschaft (HLG) geschickt. Diese soll laut Stadtverordnetenbeschluss ermächtigt werden, die nötigen Flächen von Eigentümer Dr. Claus Fischer und seiner Grundstücksgesellschaft zum Preis von 3,9 Millionen Euro (60 Euro pro Quadratmeter) zu kaufen, um Bauland für bis zu 600 Menschen zu entwickeln.

 

Nachträglich auf Schadenersatz geklagt

In dem Schreiben an die HLG führt Binsack in mehreren Punkten aus, warum eine Erschließung des Gollackers aus BI-Sicht »mehrere Risiken und Nachteile« berge. So heißt es unter anderem, der Eigentümer des Gollackers, Fischer, habe bei einem ähnlichen Projekt (Dortelweil West, Landverkauf an die Stadt Bad Vilbel) nachträglich auf Schadenersatz geklagt. »Ein solches Vorgehen könnte es auch gegenüber der HLG beim Kauf des Gollackers geben«, heißt es in dem Schreiben.

Ein weiterer Punkt, den die BI anspricht, bezieht sich auf den regionalen Flächennutzungsplan: Das Projekt Gollacker beinhalte auch eine Fläche, die in diesem Plan als Vorranggebiet für Landwirtschaft sowie Vorbehaltsfunktion für Klimafunktionen ausgewiesen sei. »Somit ist der zukünftige Status von etwa der Hälfte des geplanten Baugebiets noch ungeklärt, aber bereits Teil des Kaufvertrags.«

 

BI rechnet mit Anwohner-Klagen

Auch sei laut BI die »angeblich festgestellte Wirtschaftlichkeit«, zu der die Bauland-Offensive in ihrer Machbarkeitsstudie gekommen sei, nicht gegeben, »da viele Kostenfaktoren nicht einkalkuliert worden seien«. Daher, heißt es weiter, würde die HLG bei einem Kauf »am Ende vermutlich mehr Gewinne als Verluste machen«. Zudem führt die BI an, seien die archäologischen Untersuchungen, die mit dem Bauvorhaben anstünden, zeitlich nicht zu unterschätzen. Mit Zusatzkosten und Bauverzögerungen von bis zu einem Jahr sei zu rechnen.

Weiter heißt es: »Mit der Bebauung des Gollackers steigt die Überschwemmungsgefahr entlang der Wetter, da bei starkem Regen das Wasser aus dem geplanten Regenrückhaltebecken des Gollackers in die Wetter abgeleitet werden soll.«

Als letzten Punkt führt Binsack das Thema Klagen durch Anwohner an. Gemäß der aktuellen Planung sei damit zu rechnen, dass aufgrund der Straßenführung/-erweiterung Flächen von den Anliegern eingefordert würden. »Diese geplante Enteignung dürften Anwohner mit entsprechenden Klagen beantworten, und mit weiteren Klagen durch Anwohner, zum Beispiel wegen Lärmbelästigung, ist zu rechnen.« Diese Liste, heißt es am Ende des Schreibens, erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit – »mit weiteren Punkten ist zu rechnen«.

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