Zwischenlösungen nötig

Bürger präsentiert Alternativen für die Kloster-Kita

Kommt die neue Kita in Ilbenstadt ins Kloster oder doch auf das Brunnengelände? Egal, welcher Standort es wird, bis zur Eröffnung braucht die Stadt Zwischenlösungen. Vorschläge dafür gibt es bereits.
16. Mai 2018, 19:00 Uhr
Als Baustraße fällt der Weg unter dem Gottfriedsbogen in Ilbenstadt wohl aus. (Foto: pv)

Die Zeit drängt. »Wir brauchen innerhalb der nächsten fünf Jahre zwischen 40 und 90 zusätzliche Kita-Plätze«, sagt Niddatals Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel. Eine neue Kita sei unumgänglich, bis zur Eröffnung müssten Zwischenlösungen für Gruppenräume her, für die der Wetteraukreis grünes Licht geben muss. Wo das passieren könne, werde man nun erörtern.

Unterdessen wird im Ort leidenschaftlich über Vor- und Nachteile der beiden Standorte für eine neue Kita debattiert. SPD und Linke plädieren ungeachtet der möglichen Parkplatzprobleme für den Klostergarten (im Besitz der Stadt), wo der Denkmalschutz laut Hertel ausschließlich eine Kita erlauben würde – eingeschossig und mit begrüntem Dach. Die Opposition favorisiert das Brunnengelände an der Burg-Gräfenröder Straße (im Besitz der Stadtwerke), hat aber gegen die rot-rote Mehrheit das Nachsehen. Auch die katholische Kirchengemeinde lehnt eine Kita im Klostergarten ab. Das Bistum Mainz hat zudem eine Baustraße unter dem Gottfriedsbogen abgelehnt.

 

Pläne liegen öffentlich aus

 

Die Pläne für eine Änderung des Bebauungsplans, der den Kita-Betrieb im Kloster ermöglichen soll, liegen derzeit öffentlich aus. Die Stellungnahmen von Behörden und Privatpersonen werden nun ausgewertet. Laut Hertel soll im Juni über die Änderung des B-Plans abgestimmt werden. Kommt diese, könnte ein Bauantrag gestellt werden.

Unterdessen haben sich auch Bürger intensiv Gedanken über die Kinderbetreuung in Ilbenstadt gemacht. Anwohner Karl-Heinrich Bickel, im vergangenen Jahr Sprecher der Interessengemeinschaft zum Erhalt des Ilbenstädter Bürgerhauses, hat in einem offenen Brief »Alternativen zur Kloster-Kita« aufgezeigt, die kostengünstiger und schnell umsetzbar seien. Er schlägt vor, zwei U 3-Gruppen im Bürgerhaus einzurichten. Es könnte im Zuge der Sanierung teilweise zurückgebaut und in Verbindung mit einer Kita neu gestaltet werden (mit Gastronomie). Ein zusätzlicher Parkplatz für die Erzieher könnte direkt an der B 45 eingerichtet werden. Platz für zwei Gruppen sieht Bickel auch in der städtischen Kita Assenheim – sofern die Betreuungsschule (wie bereits länger gefordert wird) auf das Schulgelände zieht.

 

Bickels Gedankenspiele

 

Laut Bickel ist die katholische Kirche bereit, in ihrer Ilbenstädter Kita anzubauen und zwei weitere Ü 3-Gruppen einzurichten. Die Stadt könnte das städtische Gelände für die geplanten Kloster-Kita dann der Kirche als Außenspielgelände zur Verfügung stellen, so das Gedankenspiel.

Weitere Vorschläge beziehen sich auf das Haus St. Gottfried in Ilbenstadt, auf dessen Gelände schon einmal ein »Wald-Kita-ähnlicher Bauwagen« betrieben worden sei, und auf einen landwirtschaftlichen Betrieb in Kaichen, der ernsthaftes Interesse geäußert habe, dort Kinder zu betreuen.

Bickel: »Der Bürgermeister und die SPD sollten schnell und ernsthaft nach weiteren Alternativen suchen und sich auch auf Neues einlassen. Es ist keine Zeit mehr für verletzte Gefühle und Groll!«

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