Umzug Friedberg

Bilder und Bilanz: Das Wichtigste zum Narrenexpress Friedberg

Eitel Sonnenschein und jede Menge Besucher – mehr können die Veranstalter des Wetterauer Narrenexpress nicht verlangen. Der Faschingsausklang in Friedberg hielt, was er versprach.
13. Februar 2018, 21:53 Uhr

Von Jürgen Wagner , 4 Kommentare
Eines hat der neue Bürgermeister Dirk Antkowiak bereits gelernt: Die Schätze der Stadt Friedberg mit vollen Händen unters närrische Volk zu verteilen. (Fotos: Nici Merz)

Die gute Nachricht für Faschingsmuffel: Es ist vorbei. Die gute Nachricht für Faschingsnarren: In neun Monaten geht’s weiter. Weil das noch ganz schön lange hin ist, wird am Fastnachtsdienstag beim Friedberger Narrenexpress traditionell heftigst gefeiert. Diesmal hatte man den Eindruck, die halbe Wetterau sei in die Kreisstadt gekommen. Schon eine halbe Stunde, bevor der Zug vor der Burg um die Ecke bog, standen die Zuschauer in Zweierreihen hinter den Absperrungen. Alle waren in freudiger Erwartung auf den Bonbonregen, der einzige seiner Art, der gesichtet wurde.

 
Fotostrecke: Faschingsumzug in Friedberg 2018

Knackige drei Grad Celsius und jede Menge Sonne ließen die Besucher strömen. »Über Friedberg lacht die Sonne, über Nauheim die halbe Welt«, grinste ein Friedberger Narr. Das ist zwar ein alter Witz, im Fasching aber geht das. Was selbst im Fasching nicht geht, war der Tipp einer Leserin, ich solle einfach den Text vom letzten Jahr noch mal abdrucken. »Ist ja eh immer das Gleiche.« Nicht ganz. Zwar hatte es 2017 ausnahmsweise mal nicht geschneit oder geregnet, aber der Bürgermeister hieß noch Keller und bereitete sich auf seinen Abgang vor.

 

Bürgermeister am ersten Schultag

Der neue Bürgermeister Dirk Antkowiak präsentierte sich als Pennäler mit Schiebermütze am »ersten Schultag«. Zusammen mit zwei bezopften »Klassenkameradinnen« bewies er, dass er eines schon gelernt hat: Mit vollen Händen die Schätze der Stadt (Kamellen, Popcorn, Schokoriegel) unters Volk verteilen.



Die meisten Zugnummern stellten wieder die drei großen Friedberger Karnevalsvereine. Farbenfroh marschierten die Garden der Schwarzen Sieben über die Kaiserstraße, während ihr Elferrat Taschentücher verteilte. Es ist ja auch zum Heulen, dass der Spaß ein Ende haben muss.

Die Seeröschen, Kaulquappen, Wetternixen und Knallfrösch der Dorheimer Wetterfrösche hatten ebenfalls gute Laune und Tonnen von Bonbons im Gepäck. Die VFCG, die traditionell den Schluss des Zugs bildet und deren Männerballett bereits beim Vorglühen auf der Kaiserstraße sein »Können« unter Beweis gestellt hatte, verteilte Pralinen an die Damen.

 

Der schönste Wagen

Der inoffizielle Preis für den schönsten Wagen geht an die VWC Wisselsheim. Die Karnevalisten traten im »Steampunk«-Look auf, mit Schweißerbrillen und Retro-futuristisch gepimptem VW-Bus. Die »Issgemer Bube« aus Bruchköbel-Niederissigheim sind zu bemitleiden. Die Lautstärke ihrer Musik lässt vermuten, dass die Mitglieder dieser ehrenwerten Gesellschaft allesamt taub sind. Sie fuhren im Drachenwagen vor und feierten den kollektiven Alkoholismus. »Wir sind alle gestört, aber geil«, dröhnte es aus den Lautsprechern. Widerspruch gab es keinen.

Auch Tanzeinlagen dürfen beim Narrenexpress nicht fehlen.
Auch Tanzeinlagen dürfen beim Narrenexpress nicht fehlen.

Ein paar mehr Motivwagen hätte man sich gewünscht, aber es gibt ja den KV Griedel. »Die Groko-Mumie lebt« verkündeten die als Ägypter verkleideten Narren. Aufs Korn genommen wurde auch die »Schwarze Null«, die für den Verfall von Schulen sorge.

 

83 Zugnummern

Entlang der Wegstrecke setzte immer wieder heftiger Bonbon-Regen ein. Musikgruppen zeigten Marschformationen, die Lolypops aus Rosbach beherrschen auch nach 30 Jahren noch den Überschlag und die »Ockstädter Supertalente« verteilten heißen Apfelwein. Schließlich gibt’s im Kirschendorf viele Supertalente im Keltern. 83 Zugnummern waren dabei, von Karnevalszünften aus der Nachbarschaft bis zu Friedberger Vereinen wie der Trommlergruppe »Percuso Vamos Lá«, die für südamerikanisches Flair auf der Kaiserstraße sorgte.

Die Zugkommentatoren begleiteten das Treiben mit Reimen und Hintergrundinformationen, die aber manchesmal im Jubel untergingen oder von dröhnenden Bassboxen überdeckt wurden. Über den Elvis-Presley-Platz, wo ein Kinderkarussell seine Runden drehte, wehte ein Mix aus Bratwurstduft und Popcorn-Aroma. Früher hätten die Friedberger Honoratioren den Narrenexpress mit den Worten kommentiert: »Mer lache net, und wenn mer platze.« Das hat sich etwas gebessert. Die Stimmung war ausgelassen, besonders nachher in den Altstadtkneipen, wo der Bär steppte und Hexen und Indianer auf den Tischen tanzten.

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