16. Mai 2018, 08:00 Uhr

Südpark

Beschwerden über rücksichtslose Radfahrer und Hundbesitzer

Hundehaufen auf der Wiese, rücksichtslose Radfahrer und Rentner, die Vögel füttern – viele Klagen über die Zustände im Bad Nauheimer Südpark. Auch im Rathaus sieht man gewisse Probleme.
16. Mai 2018, 08:00 Uhr

Von Bernd Klühs , 1 Kommentar
Radfahren ist im Südpark nicht erlaubt, das sollte auch diesem Mann bekannt sein. (Foto: Nici Merz)

Freitagnachmittag im Bad Nauheimer Südpark: ein harmonisches Miteinander. Kinder spielen mit ihren Eltern auf dem Rasen Ball oder Frisbee, Senioren ruhen sich auf Sitzbänken aus, Jugendliche liegen auf der Wiese, Hundehalter sind mit ihren angeleinten Tieren auf den Wegen unterwegs, der Wasserspielplatz ist bei herrlichem Wetter voll belegt. Kein einziger Verstoß gegen die Vorschriften ist auszumachen.

Zugegeben: So konfliktfrei geht es auf dem Gelände zwischen Kur- und Zanderstraße nicht immer zu. »Da fahren viele Leute mit dem Rad, selbst Mütter skaten durch den Park. Hunde ohne Leine jede Menge«, beschreibt Claudia Mayer ihre Eindrücke, die sie bei Besuchen gewonnen hat. Die Bad Nauheimerin ist selbst Hundehalterin, sieht aber langsam nicht mehr ein, warum sie ihr Tier anleinen soll. Ständig werde ihr vierbeiniger Begleiter von freilaufenden Artgenossen belästigt.

 

Hundehalter als Hauptproblem?

 

Das Verhalten von Hundebesitzern scheint das Hauptproblem in dem kleinen Park zu sein. Im Gespräch beschweren sich Besucher über die »Hinterlassenschaften«, die von den Haltern nicht beseitigt werden. Dabei gibt es im Park einen Beutelspender für Hundekot. Nicht angeleinte Tiere versetzen manche Kinder in Angst. Besitzer reagieren mit dem üblichen Spruch: »Der beißt nicht.«

Claudia Mayer sieht auch das Radfahren und Skaten als großes Problem an, zumal es in der Nähe des Parks zwei Altenheime gibt. »Die Leutchen mit Rollator können einem leid tun.« Selbst Eltern, die mit ihrem Nachwuchs den Wasserspielplatz aufsuchten, hielten sich nicht an das Radfahr- oder Skateverbot. Zu den Übeltätern gehörten auch Migranten, die mit Rädern unterwegs seien. Mangels Deutschkenntnissen könnten manche die Texte auf den Hinweisschildern an den Parkeingängen nicht lesen, die Piktogramme seien ihnen offenbar ein Rätsel.

 

Spaghetti für Nilgänse

 

Bei schönem Wetter wird im Südpark auch gegrillt. Besucher, die namentlich nicht genannt werden möchten, berichten von Einweggrills, die auf der Wiese zurückbleiben. Jugendliche feierten nachts Party, dabei würden Flaschen zertrümmert, Glassplitter lägen vor allem am Ludwigsbrunnen. Ältere Leute halten sich nicht immer ans Fütterungsverbot. Besonders krasses Beispiel: Nilgänse bekommen Spaghetti zum Fressen, die sie zunächst verspeisen, um sie wenig später unverdaut wieder auszuscheiden.

Laut Claudia Mayer herrschen im Südpark unhaltbare Zustände, weil die Stadt ihre Kontrollpflichten vernachlässige. Früher seien öfter Freiwillige Polizeihelfer unterwegs gewesen, die sich aber nicht mehr blicken ließen. Diese Einsatzkräfte trauten sich ohnehin kaum, Leute anzusprechen. »Ich hatte mich per Mail an die Stadt gewandt, aber keine Reaktion erhalten. Dann habe ich es im Online-Mängelmelder versucht. Antwort: Im Rahmen der personellen Möglichkeiten sollen Hipos künftig verstärkt kontrollieren«, erzählt die Bad Nauheimerin.

 

Intensivere Kontrollen

 

Erster Stadtrat Peter Krank nimmt die Äußerungen von Claudia Mayer und anderer Parkbesucher ernst, auch wenn es zu Beginn der Freiluftsaison jedes Jahr zu Kritik an den Zuständen in den Parks komme. Bezüglich des Südparks sei die Zahl der Beschwerden gering, meist gehe es um den großen Kurpark. Krank, der selbst einen Hund hat, appelliert vor allem an die Halter, ihre Tiere an einer zwei Meter langen Leine zu führen und die Kothaufen unbedingt zu beseitigen. »Das gehört sich einfach, schon aus Respekt vor anderen Parkbesuchern«, sagt der Erste Stadtrat. Rücksichtsloses Radfahren sei ebenfalls ein Problem, teilweise auch auf dem Fuß- und Radweg, der zwischen Zanderstraße und Südpark verläuft.

Krank kündigt intensivere Kontrollen an. Außerdem soll das große Hinweisschild, das am Eingang aus Richtung Schwalheimer Straße steht, versetzt werden. »Für Radfahrer ist es derzeit schlecht zu sehen.« Entgegen der Meinung vieler Bad Nauheimer gibt es nach Angaben des Ordnungsdezernenten kaum Unterschiede, was Verbote im Nord- und Südpark betrifft. Wichtige Ausnahme: Im Südpark dürfen alle Wiesen betreten werden, dort kann auch ausgiebig gespielt werden.

 

Infokasten

Kurpark-Ordnung ohne Südpark

Wer einen Blick in die städtische Kurpark-Ordnung wirft, dürfte erstaunt sein: Der Südpark ist darin gar nicht aufgeführt. Das wurde nach Angaben von Fachbereichsleiter Steffen Schneider 2012 bewusst so beschlossen. Die Politik wollte Süd- und Goldsteinpark ein Stück weit von den restriktiven Vorschriften befreien, die für den historischen Park gelten. Beide Grünanlagen sollten zu »Bürgerparks« werden. Den Schildern an den Südpark-Eingängen kann entnommen werden, was erlaubt und verboten ist. Untersagt ist das Rad-, Skateboard- und Inlinerfahren, offenes Feuer und Grillen sowie das Füttern von Wildtieren. Hunde müssen angeleint werden. Verstöße dagegen gelten als Ordnungswidrigkeit – auch ohne Kurpark-Ordnung. (bk)

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