Über 30 Zeugen

Beil-Mordprozess: Aufklärung gestaltet sich schwierig

Zwei Monate nach Beginn des Mordprozesses um eine Beil-Attacke in Ilbenstadt stehen die letzten Aussagen von Zeugen und Gutachtern an.
10. Januar 2018, 07:00 Uhr
Angeklagter Philipp H. aus Weilrod steht wegen Mordes vor dem Landgericht Gießen.

Noch sei aber unklar, wann die Beweisaufnahme geschlossen und die Plädoyers gehalten werden können, sagte ein Sprecher des Landgerichts Gießen. Die Aufklärung gestaltet sich schwierig – auch weil die Rolle des besten Freundes und Mitbewohners von Mordopfer Carsten B. unklar ist.

Seit Prozessbeginn Anfang November hat das Gericht schon mehr als 30 Zeugen sowie drei Sachverständige befragt, wie der Sprecher mitteilt. Nun stehe noch das Gutachten zur Schuldfähigkeit des Angeklagten aus.

Dubioser Geldwäsche-Deal

Der 21-jährige Philipp H. soll im vergangenen April in Ilbenstadt den 40 Jahre alten Geschäftsmann Carsten B. mit einem 800 Gramm schweren Tomahawk attackiert und ihm dann rund 100 000 Euro Bargeld, ein Handy und einen Laptop geraubt haben. Zuvor hatten die beiden einen Geldwäsche-Deal vereinbart: Der Ilbenstädter sollte dem 20 Jahre jüngeren Mann aus Weilrod ein Corvette-Cabrio für 100 000 Euro abkaufen und 120 000 Euro zurückbekommen. H. wollte sichergehen, dass B. das Geld im Haus hat, heißt es in der Anklageschrift.

Philipp H. schweigt zu den Vorwürfen. Er hat die Tat nach Auffassung der Staatsanwaltschaft begangen, um seinen Lebensstil zu finanzieren. Er soll vorgegeben haben, vermögend zu sein, obwohl er noch im Elternhaus und von Aushilfsjobs gelebt habe.

Welche Rolle spielt der Mitbewohner?

Dubios ist die Rolle von B.s 28 Jahre altem Mitbewohner, der schon einmal im Gefängnis saß und wohl Kontakte zu den Hells Angels pflegte. Er war in den Deal eingeweiht, ging im Haus seines Vermieters ein und aus, B. und er hatten ein gemeinsames Schließfach im Keller.

Der Angeklagte behauptet, der 28-Jährige habe die Tat begangen – eine reine Schutzbehauptung, ist sich die Staatsanwaltschaft sicher. Die Richter am Landgericht haben bislang Verhandlungstermine bis Ende Januar geplant.

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