21. Juni 2018, 20:28 Uhr

Auf den Spuren von Spohr und Praetorius

21. Juni 2018, 20:28 Uhr
Die Mitglieder des Kirchenchors singen nicht nur gemeinsam, sondern gehen auch als Gruppe auf Reisen. (Foto: pv)

Es war ein Anliegen von Hannelore Hartenstein, gemeinsam mit ihrem Chor eine Aufführung von Händels »Alexanderfest oder die Macht der Musik« einschließlich des Zwischenspiels Concerto crosso C-Dur im romanischen Kaiserdom zu Königslutter zu erleben. Diese Händel’sche Schöpfung ist eine Ode zu Ehren der heiligen frühchristlichen Märtyrerin Cäcilia, der Patronin der Kirchenmusik. Das Werk handelt von Alexanders Sieg über die Perser. Unter der Leitung des Organisten, Pianisten und Dirigenten Matthias Wengler waren u. a. die Kantoreien von Königslutter und Schoppenstedt sowie die Camarata Instrumentale aus Berlin die Ausführenden. Die Rodheimer schätzten die Perfektion der Aufführung und die spirituelle Ausstrahlung des Innenraums der ehemaligen Benediktinerabtei.

Da man sich auf der Reise im Kernbereich des ehemaligen Herzogtums und späteren Freistaats Braunschweig befand, sollten natürlich wieder Wirkungsstätten großer Kirchenmusiker aufgesucht werden. So galt das Interesse zunächst Louis Spohr, dessen Musik zwischen klassischer und romantischer Epoche angesiedelt ist. Er wirkte nicht nur als Komponist, sondern glänzte auch als Dirigent, galt neben Paganini als begabter Geiger und als Förderer der Hausmusik. Auch den Taktstock soll er erfunden und eingesetzt haben.

Auf der Hinfahrt besuchten die Rodheimer zunächst das Spohr-Museum in Kassel, wo Spohr als Hofkapellmeister und Generalmusikdirektor gewirkt hatte. Anschließend fuhr der Chor nach Seesen, Spohrs Geburtsort. Im dortigen Museum konnte man sich außerdem noch über die Lebensgeschichte und den Aufstieg der Familie Steinweg informieren und ausgewählte Exemplare ihrer kostbaren Klaviere bewundern. Weiter führte die Fahrt nach Braunschweig. Hier hatte Spohr seine musikalische Ausbildung absolviert, und er konnte auch dort schon erste Erfolge verbuchen. Insgesamt hinterließ er eine große Anzahl von Sinfonien, Violinkonzerten, Streichquartetten sowie auch Opern und Kammermusik.

Dank an Hannelore Hartenstein

Am Ende der Reise besuchte man Wolfenbüttel, die Stadt, in der Michael Praetorius viele Jahre gelebt und gewirkt hatte. Er gilt als Vertreter des frühen Barocks und spielt in der evangelischen Kirchenmusik eine herausragende Rolle. Viele seiner Messen, Motetten, Hymnen und Kirchenlieder sind auch heute noch in Konzertsälen und Kirchen zu hören. Schließlich wurde noch die im Jahr 1572 gegründete Herzog-August-Bibliothek besucht. Sie gilt als eines der bedeutendsten geistes- und kulturwissenschaftlichen Forschungsinstitute Deutschlands.

Mit viel Wissenszuwachs kehrte der Rodheimer Kirchenchor nach Hause zurück. Sein Dank galt Hannelore Hartenstein, der Chorleiterin und Organisatorin der Reise.

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